Udo Beyer (* 9. August 1955 in Stalinstadt) ist ein ehemaliger deutscher Kugelstoßer aus der DDR. Bei einer Größe von 1,94 m hatte er ein Wettkampfgewicht von 130 kg.
Udo Beyer ist das älteste von sechs Kindern des Heizungsmonteurs Hans-Georg Beyer und seiner Frau Eva-Maria. Er wuchs auf dem Gut Breslack, heute Gemeinde Neißemünde, und in Eisenhüttenstadt auf. Wie alle seine Geschwister spielte er seit 1968 zunächst Handball bei der BSG Stahl Eisenhüttenstadt und war als Mitglied der Bezirksauswahl Frankfurt ein erfolgreicher Torschütze. Auf Anraten seines Vaters, sich für eine Sportart zu entscheiden, spezialisierte er sich auf die Leichtathletik. Nach der Kinder- und Jugendspartakiade 1969 wechselte er an die Kinder- und Jugendsportschule Frankfurt (Oder), die er bis zum Abitur besuchte. Gleichzeitig wurde er Mitglied des ASK Vorwärts Frankfurt. 1970 wurde er dort vom Trainer Fritz Kühl übernommen, einem erfolgreichen Kugelstoßer und Diskuswerfer der DDR, der 1960 und 1964 in der gesamtdeutschen Mannschaft an den Olympischen Spielen teilgenommen hatte. 1973 wechselte er gemeinsam mit seinem Trainer zum ASK Vorwärts Potsdam, wo er sich völlig auf das Kugelstoßen konzentrierte und mit Lothar Hillebrand ein weiterer Trainer hinzukam. In Potsdam studierte er neben dem Training an der Pädagogischen Hochschule und schloss als Diplomsportlehrer ab. Als Mitglied des Armeesportklubs (ASK) war Udo Beyer gleichzeitig Sportoffizier der NVA und wurde so auch als Hauptmann in die Bundeswehr übernommen. Udo Beyer war jahrelang Kapitän der DDR-Leichtathletik-Nationalmannschaft. Als IM „Kapitän“ soll Beyer im Auftrag des Ministeriums für Staatssicherheit Sportlerkollegen ausspioniert haben. Nach den Olympischen Spielen 1988 hatte er seine Karriere bereits beendet, doch seine Frau brachte ihn 1990 dazu, es noch einmal bis 1992 zu versuchen. In Barcelona erreichte er aber nicht mehr den Endkampf.
Nach dem Ende des Leistungssports erlernte Udo Beyer den Beruf eines Reiseverkehrskaufmanns und ist seit 1996 Inhaber eines Reisebüros in Potsdam. Er wohnt in Potsdam, ist seit 1976 verheiratet und hat zwei Töchter, von denen eine bereits als Kind starb. Er engagiert sich aktiv als offizieller Botschafter der Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland für todkranke Kinder und deren Familien.
Seine Geschwister waren ebenfalls international sportlich aktiv. Bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau war Udo Beyer gemeinsam mit seiner Schwester Gisela (* 1960) und seinem Bruder Hans-Georg (* 1956) am Start. Dabei waren alle drei im Finale: Hans-Georg – Olympiasieger im Handball, Udo – Olympiadritter im Kugelstoßen und Gisela – vierter Platz im Diskuswerfen. Seine Schwester Gudrun war 1992 gemeinsam mit ihm bei den Olympischen Spielen in Barcelona – als Physiotherapeutin der deutschen Fechter.
Gemeinsam mit seinem langjährigen DDR-Konkurrenten Ulf Timmermann dominierte er über zehn Jahre die Konkurrenz in seiner Disziplin.
Olympische Spiele
Rekorde Weltrekorde:
Junioren-Europarekorde: 6,25 kg-Kugel (Junioren-Kugel)
7,25 kg-Kugel (Männer-Kugel)
Europa-Meisterschaften
IAAF-Weltcup, Kugelstoßen
Europacup, Kugelstoßen
DDR-Meisterschaften
Kinder- und Jugendspartakiade
1991 konnten die Dopinggegner Brigitte Berendonk und Werner Franke mehrere Dissertationen und Habilitationsschriften ehemaliger DDR-Dopingforscher in der Militärmedizinischen Akademie Bad Saarow sicherstellen. Anhand der Arbeiten ließ sich die staatlich organisierte Dopingpraxis vieler bekannter DDR-Leistungssportler, darunter auch Udo Beyer, rekonstruieren. Den Angaben zur Folge bekam Udo Beyer von 1983 bis 1984 hohe Dosen Oral-Turinabols.[1]
Bei der 12. Bundesversammlung im Jahr 2004 war er Vertreter der PDS.
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