Stadt
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| Liste der Städte in Russland | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Ufa (russisch Уфа, baschkirisch Өфө/Öfö, tatarisch Уфа/Ufa) ist die Hauptstadt der Republik Baschkortostan, Russland. Sie liegt an der Mündung der Flüsse Ufa und Djoma in die Belaja (Agidel) etwa 100 Kilometer westlich des Ural und hat 1.062.300 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010)[1]; davon sind 54,2 % Russen, 27 % Tataren, 11,3 % Baschkiren, 2,6 % Ukrainer, 1,1 % Tschuwaschen, 1 % Mari und der Rest Angehörige vieler weiterer kleiner Minderheiten (Stand 2002). Die Stadt zieht sich in einer Länge von ca. 50 km von Südwest nach Nordost und nimmt eine Fläche von 753,7 km² ein. Die Zeitzone Ufas ist GMT+0500 oder CET+0400 (Mitteleuropäische Zeit +4 Stunden). Seit 2011 wird die Sommerzeit nicht mehr zurückgestellt.
Die Stadt Ufa wird in sieben Stadtrajons eingeteilt (Einwohner 2010):
Dazu kommen der Stadtverwaltung unterstellte ländliche Siedlungen mit zusammen 7.288 Einwohnern, sodass die Gesamtbevölkerungszahl des Stadtkreises Ufa 1.038.100 beträgt.
Ufa befindet sich in der Zone der gemäßigten nördlichen Waldsteppen. Das Klima ist kontinental und humid mit warmen Sommern und mäßig kalten Wintern. Die mittlere Temperatur im Januar beträgt -14,6 °C, die minimale -40 °C; im Juli beträgt die mittlere Temperatur 19,0 °C, die Höchsttemperatur 40 °C. Der Jahresdurchschnitt des Niederschlags beträgt 419 Millimeter, die Jahresdurchschnittstemperatur 2,5 °C.
| Ufa | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Ufa
Quelle: Roshydromet
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Vorherrschende Religionen sind der Islam und das Christentum in Form der Russisch-Orthodoxen Kirche. In Ufa ist der Sitz der Zentrale der hohen Geistlichkeit der Muslime des europäischen Teils Russlands, außerdem Sibiriens und Kasachstans. Seit 1980 ist das der Großmufti Talgar Tadschuddin, siehe Islam in Russland.
Ufa ist Universitätsstadt, außerdem gibt es Hochschulen und kulturelle Einrichtungen. Industriell ist Ufa durch die Erdölindustrie (Bashneft, Ufaneftekhim) geprägt.
1574 wurde Ufa als Festung gegründet. Damit sollte nach dem Anschluss der Baschkirischen Gebiete die Südostgrenze Russlands gesichert werden. Aus historischen Dokumenten geht hervor, dass nach der Unterwerfung des Kasaner Khanats Botschafter im Namen Iwans IV. in dieses Gebiet gesandt wurden, um ihnen den Beitritt zur russischen Obrigkeit nahezulegen. Im Zeitraum von 1554 bis 1557 erfolgte der freiwillige Beitritt aller baschkirischen Stämme in den Staatenbund Russlands. Da sie jedoch weiterhin von Überfällen kriegerischer Nomaden geplagt wurden und es im gesamten Gebiet keine Städte oder militärischen Anlagen gab, wurde 1574 an der Mündung des Flusses Ufa in die Belaja nahe der alten Kasaner Handelsstraße eine kleine Befestigung aus Eichenholz durch eine Division des russischen Schützenkorps errichtet, die Festung Ufa. Zu dieser Zeit gab es nicht eine einzige Stadt im heutigen Russland, die östlicher davon gelegen hätte - bis hin zum Stillen Ozean. Ein 440 Meter langer Eichenholzwall umgab die kleine Festung, von daher stammt auch ihr damaliger Spitzname, die „Eichenstadt“. Die Siedlung erhielt 1579 eine Steinkirche und im Jahr 1586 wurde Ufa das Stadtrecht verliehen. Diese wurde in der Folgezeit mehrmals von in der Nähe ansässigen Steppenvölkern angegriffen, konnte aber erfolgreich verteidigt werden.
Im Jahr 1635 wurde die Stadt durch Truppen der sibirischen Fürsten Tjawka und Ablai belagert, welche aber in die Flucht geschlagen werden konnten. Während des 17. Jahrhunderts blieb Ufa eine wichtige Festungs- und Handelsstadt an der Grenze zu Sibirien. Zugleich wandelte sich die Stadt im 17. und 18. Jahrhundert schrittweise von einer militärischen Festung in das politische und wirtschaftliche Zentrum der Region. Politisch gehörte die Stadt ab 1708 zum Kasaner Gouvernement. Ab 1728 war Ufa Hauptstadt der Ufaer Provinz, die unmittelbar dem Senat unterstand. Von 1744 gehörte die Stadt zum Gouvernement Orenburg, dadurch sank die Bedeutung Ufas als Verwaltungszentrum Baschkiriens. Am 23. Mai 1759 wurde in der Stadt durch Blitzschlag ein Feuer ausgelöst, das die Holzfestung und weite Teile der Stadt zerstörte. Die wiedererrichteten Befestigungsanlagen blieben bis zum Pugatschow-Aufstand (1773–75) erhalten, dem die Stadt lange standhielt. Seit 1772 beherbergte das Rathaus den Stadtrat zur Selbstverwaltung der Stadt. Elf Jahre später, im Dezember 1781 wurde Ufa Hauptstadt der neuen Ufaer Provinz, bevor es 1796 wiederum zum Orenburger Gouvernement kam. Ufa war seit Ende des 18. Jahrhunderts Sitz der muslimischen „Geistlichen Versammlung“ für den südlichen Ural und eines vom Zaren ernannten Muftis. Seit 1802 war Ufa Gouvernementsstadt mit zeitweiliger Residenz des Gouverneurs und seiner Verwaltungseinrichtungen. 1819 wurde die Stadt großflächig erweitert. Es entstanden gerade verhältnismäßig breite Straßen und offene Plätze. Im Jahr 1865 wurde Ufa per Dekret des Zaren Alexander II. zur Hauptstadt des Gouvernements Ufa mit sechs Kreisen erhoben. Die Soldaten- und Beamtenstadt, die zugleich einen bedeutenden Verkehrsknotenpunkt bildete, entwickelte sich nun zu einem industriellem Zentrum. Mitte des 19. Jahrhunderts existierten bereits etwa ein Dutzend Gerberbetriebe und einige Anlegestellen am Fluss. Bedeutend für die weitere Entwicklung waren die Einführung der regulären Schifffahrt. Nach der Schiffbarmachung des Flusses Belaja (1857/58) entstanden so ab 1870 Verbindungen nach Kasan und Nischni Nowgorod. Ufa wurde zum größten Hafen der Uralregion. Ab 1885 erfolgte der Anschluss an das Netz der russischen Eisenbahn, deren Hauptwerkstätten und -depots in Ufa errichtet wurden. Es folgte die Eröffnung der Kasan-Zlatouster Eisenbahn 1888 bis 1892. In der Stadt entstanden Dampfmühlen, Sägewerke, Eisenbahn- und Schiffsreparaturwerkstätten. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Ufa rund 30 Fabriken: lebensmittel-, leder-, silikat- und holzverarbeitende Betriebe. Zudem wurde Ufa ein bedeutender Ort im Fleisch- und Teigwarenhandel.
1917/18 war Ufa kurzzeitig Sitz einer muslimischen Nationalversammlung sowie im September 1918 einer Provisorischen Regierung, die die Autorität für Gesamtrussland einforderte und sich gegen die Bolschewisten konstituierte. Trotz wiederholter Vorstöße der Roten Armee blieb Ufa bis Ende 1919 unter dem Einfluss verschiedener weißer Gruppierungen und der baschkirischen Nationalbewegung.
Hauptstadt war Ufa auch für die Baschkirische Autonome Sozialistischen Sowjetrepublik BASSR (seit 1922). In den folgenden Jahren wurde im Zuge des ersten Fünfjahresplans eine Motorenfabrik und die erste TEZ (Fernelektrititätswerk) gebaut, und 1939 wird der erste erdölverarbeitende Betrieb Ufas eröffnet. In den 1920er- und 1930er-Jahren entwickelte sich die Stadt weiter. Die industrielle Produktion stieg in diesem Zeitraum auf das 16-fache. Das Ufaer Industriekombinat, bestehend aus einer Streichholz- und einer Glühbirnenfabrik, einem Sägewerk und einer Großgerberei, wurde gebaut. Hinzu kamen weitere Betriebe im Bereich der Lebensmittel- und der leichten Industrie. Während des Zweiten Weltkrieges wurden etwa ein Dutzend industrieller Großbetriebe, viele Behörden und eine Reihe von wissenschaftlichen Instituten nach Ufa evakuiert, so auch auf Anordnung Stalins die Kommunistische Internationale (Komintern). In Ufa bestand das Kriegsgefangenenlager 319 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[2]
In der Nachkriegszeit spielte die Ausbeutung und Verarbeitung der Erdölvorkommen Baschkiriens die größte Rolle in der Ufaer Wirtschaft. Die „Neu-Ufaer Ölverarbeitung“ wurde in den 1950er-Jahren eröffnet. Der dritte erdölverarbeitende Betrieb folgte bald darauf. Daneben fassten auch die chemische und die Maschinenbauindustrie in der Stadt Fuß. Auf Beschluss des Sowjet der BASSR wurde der Stadt Ufa am 24. Juli 1956 die Stadt Tschernikowsk im Norden Ufas als Stadtteil Ordschonikidse eingegliedert.
Seit 1991 ist Ufa Hauptstadt der damals entstandenen Republik Baschkortostan. Internationale Bekanntheit erlangte die Stadt, als 2002 bei der Kollision einer Tupolew Tu-154 der Bashikirian Airlines und einer Boeing 757 über dem Bodensee bei Überlingen am 1. Juli vor allem aus Ufa stammende Passagiere, darunter 49 Kinder und Jugendliche, starben.
Ufa ist ein Knotenpunkt wichtiger Transportwege: Die ursprüngliche Strecke der Transsibirischen Eisenbahn führt durch Ufa; hinzu kommt große Bedeutung auf der Straße (Autobahnen), auf den Flüssen (Frachtschifffahrt), Luftverkehr (internationaler Flughafen Ufa im Süden der Stadt) und Pipelines für Gas und Erdöl. Autobahnen führen von hier aus in Richtung Kasan, Samara, Cheljabinsk, Orenburg. Vom südlichen und nördlichen zentralen Omnibusbahnhof aus fahren auch Linienbusverbindungen in die regionalen Zentren Baschkiriens und die näher gelegenen Föderationszentren. Der Flughafen wurde bereits 1938 eröffnet und ist neben den innerrussischen Flügen auch Ausgangs- und Zielort internationaler Linien unter anderem nach Istanbul, Baku und Sharjah. Aus Deutschland verkehrt wöchentlich (samstags) eine direkte Kurswagenverbindung von Berlin nach Ufa.
Der Stadtverkehr läuft hauptsächlich in Nord-Süd-Richtung vom Stadtzentrum im Südwesten zum erst im 20. Jahrhundert dazugekommenen Stadtteil Tschernikowka (Stadtteil Ordschonikidse), der vorher die eigenständige Stadt Tschernikowsk bildete. Zur Entlastung wurde in den 1980er-Jahren eine Schnellstraße parallel zur Verkehrsachse Ufas, dem Oktoberprospekt (Prospekt Oktjabrja), gebaut. Seit den 1960er-Jahren wird der Bau einer U-Bahn in Ufa diskutiert. Der letzte Stand der Dinge ist, dass die Metro Ufa inzwischen teilweise gebaut, aber 2005 wegen unzureichender und ungeklärter Finanzierung die Bauarbeiten vorläufig eingestellt wurden.
Ufa ist durch die Mannschaft Salawat Julajew in der höchsten russischen Eishockeyliga vertreten. Der größte Erfolg des Teams ist die Meisterschaft 2007/2008. Die Heimspiele werden in der „Ufa-Arena“ ausgetragen. Im Fußball war Ufa während der Sowjetzeit durch den Verein Gastello Ufa in der dritten russischen Liga (sie galt und gilt auch als Profiliga) vertreten. In den 1990ern verschwand der Profifußball Ufas in der Versenkung. Vor einigen Jahren gelang jedoch dem Verein Neftjanik Ufa der Aufstieg in die dritte russische Liga. In der Ural-Wolga-Zone gehört die Mannschaft zum oberen Drittel. Spielort ist das Stroitel-Stadion mit einer Kapazität von 10.000 Zuschauern (allesamt Sitzplätze).
Ufa war Austragungsort der Biathlon-Europameisterschaften 2009.
Die Stadt Ufa hat 1997 eine Städtepartnerschaft mit Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt erneuert. Eine Partnerschaft mit dem Bezirk bestand schon vor 1990.
Seit vielen Jahren besteht ein reger Austausch im Bereich Jugend- und soziale Arbeit zwischen Ufa und der deutschen Stadt Oberhausen.
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