Ulf G. Stuberger (* 5. September 1949 in Oberhausen-Sterkrade) ist ein deutscher Journalist und Buchautor.
Stuberger ist Mitbegründer der Justizpressekonferenz Karlsruhe (JPK) bei den Obersten Bundesgerichten als Pendant zur Bundespressekonferenz. Als Korrespondent bei Bundesverfassungsgericht (BVerfG), Bundesgerichtshof (BGH) und dem Generalbundesanwalt spezialisierte er sich auf die Themen Justiz und Recht, Spionage und Terrorismus.
Über Strafvollzug in der Bundesrepublik Deutschland schrieb er das Buch Die ausgeschlossenen Eingeschlossenen aus der Sicht von Häftlingen, das zu einigen Diskussionen führte. Er beobachtete als einziger Journalist den Baader-Meinhof-Prozess gegen die Führungsmitglieder der Rote Armee Fraktion (RAF) durchgehend im Gerichtssaal in Stuttgart-Stammheim. Über diese Zeit schrieb er drei Bücher (Die Tage von Stammheim – Als Augenzeuge im RAF-Prozess, In der Strafsache gegen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Jan-Carl Raspe, Gudrun Ensslin wegen Mordes u. a. – Dokumente aus dem Prozess und Die Akte RAF – Taten und Motive. Täter und Opfer) und arbeitete an weiteren Publikationen zu diesem Thema mit. Im Mai 1978 fand die Polizei in einer Frankfurter konspirativen Wohnung einen Zettel, auf dem Personen und Institutionen notiert waren, die mutmaßlich Opfer der RAF werden sollten. Auf dieser Todesliste war auch der Name Stubergers vermerkt.[1]
Stuberger war Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters und zahlreicher Tageszeitungen und arbeitete u. a. bei stern und Der Spiegel, Rundfunk und Fernsehen. Außerdem arbeitete er für die Pressestelle des Bundesjustizministeriums und lebte längere Zeit in Frankreich und Afrika, zuletzt in Namibia: daraus resultieren Vorträge und Buchveröffentlichungen über die Owambo-Region. Aus dem Kreis der Leser bildete sich die gemeinnützige Organisation "Bildung für Namibia e.V.", dessen Erster Vorsitzender er wurde.
In Lothringen erwarb Stuberger einen kleinen Bauernhof, auf dem er Esel züchtete. Außerdem schrieb er fünf Bücher über Esel, zuletzt das Standardwerk Esel – Haltung und Pflege. Zucht und Rassen. Wandern mit Packtieren. Seit 2003 ist Stuberger wieder als Justizkorrespondent in Karlsruhe tätig, schreibt u. a. für Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Wiener Zeitung, Freitag, Bremer Nachrichten, Weser Kurier, Stuttgarter Nachrichten, Nürnberger Nachrichten, Rundfunk und Fernsehen und arbeitet als Buchautor.
2007 bot er Brigitte Mohnhaupt per offenen Brief eine Praktikumsstelle in seinem Pressebüro in Karlsruhe an, obwohl er vermutete, dass Frau Mohnhaupt ihn damals auf die RAF-Todesliste setzen ließ. Er ist der Meinung, dass alle Sonderrechte für RAF-Terroristen gestrichen werden müssen. Ihr Verhalten gleiche dem von Mitgliedern der Mafia oder vielen der Nazitäter. Dabei gaben sie als Grund für ihre Taten immer vor, dass das Schweigen und das Lügen der Elterngeneration aus der NS-Zeit sie zu ihren Gewalttaten gebracht hätte.[1] Stuberger tritt für eine „Wahrheitskommission“ nach südafrikanischem Muster ein, um den Komplex der RAF-Taten aufzuklären. Dabei geht er von zwei Tätergruppen aus, die ihr Schweigen brechen müssen: RAF-Terroristen auf der einen und Vertreter des Staates auf der anderen Seite, die bei der Fahndung ebenfalls schwere Gesetzesverstöße begangen hätten und viele Dokumente bis heute unter Verschluss hielten.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ulf_G._Stuberger aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |