| Union Carbide Corporation | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1898 |
| Sitz | Danbury, Connecticut |
| Mitarbeiter | 3800 [1] |
| Umsatz | 5,86 Mrd. USD (2004) [2] |
| Branche | Chemie |
| Produkte | Ethen, Ethylenglycol, Polyethylen, Polypropylen[3] |
| Website | unioncarbide.com |
Union Carbide Corporation ist ein US-amerikanisches Chemieunternehmen mit Sitz in Danbury, Connecticut, das heute eine Tochtergesellschaft von Dow Chemical ist. Die Firma wurde in der Öffentlichkeit vor allem bekannt als Verursacher der Katastrophe von Bhopal im Jahre 1984, bei dem ca. 16.000 Menschen durch den Austritt von 40 Tonnen Methylisocyanat getötet und bis zu 500.000 verletzt wurden.
Union Carbide wurde 1898 gegründet und 1917 mit mehreren anderen Firmen in die Union Carbide & Carbon Corporation umgewandelt. In der frühen Firmengeschichte war die Firma vor allem in West Virginia und in der Umgebung der Hauptstadt Charleston tätig, auch wenn das Hauptquartier bereits frühzeitig nach New York und später nach Connecticut verlegt wurde. Im Jahr 1939 fusionierte Union Carbide mit der Firma Bakelite, gegründet von Leo Baekeland, einem Pionier auf dem Gebiet der Kunststoffentwicklung. 1997 begannen Union Carbide und Exxon Chemical ein Partnerprojekt auf dem Gebiet der Produktion von Polyethylen. Am 6. Februar 2001 wurde Union Carbide für 11,6 Milliarden $ zu 100 % von Dow Chemical übernommen.[2]
Union Carbide war ab 1927 an einem Tunnelbauprojekt nahe Charleston in West Virginia beteiligt, in dessen Folge mehrere tausend Arbeiter, meist arme Schwarze, innerhalb eines Jahres an Silikose starben. Während der Bauarbeiten an dem ca. drei Meilen langen Tunnel waren die Arbeiter ungeschützt hohen Staubbelastungen ausgesetzt. Arbeitern wurden keine Schutzmasken ausgehändigt, Mitarbeiter des Managements trugen jedoch während der kurzen Inspektionszeiten, während derer sie sich auf der Baustelle befanden, entsprechende Masken. Der Vorfall wurde als „Hawk's-Nest-Vorfall“ bekannt.
Union Carbide weigerte sich, die Verantwortung für das Unglück zu übernehmen und verwies als Ursache auf Terrorismus oder Industriesabotage. Dennoch einigten sich Union Carbide und die indische Regierung außergerichtlich. Der zum Zeitpunkt des Unglückes amtierende Vorsitzende von Union Carbide war Warren Anderson, welcher heute trotz mehrerer Auslieferungsgesuche der indischen Regierung unbehelligt in den USA lebt.
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