| UNAMID | ||
|---|---|---|
| Einsatzgebiet | Sudan/Darfur | |
| Deutsche Bezeichnung | Mission der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union in Darfur | |
| Englische Bezeichnung | African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur | |
| Französische Bezeichnung | Opération hybride Union africaine-Nations Unies au Darfour | |
| Spanische Bezeichnung | Operación Híbrida de la Unión Africana y las Naciones Unidas en Darfur | |
| Basierend auf UN-Resolution | 1769 (2007) | |
| Weitere UN-Resolutionen | 1935 (2010) | |
| Art der Mission | Friedensmission | |
| Beginn | ab Oktober 2007; spätestens 31. Dezember 2007 | |
| Ende | geplant 31. Juli 2011 | |
| Leitung | Ziviler Einsatzleiter: Rodolphe Adada (Republik Kongo) Kommandeur: Patrick Nyamvumba (Ruanda) | |
| Einsatzstärke (min.) | 16.402 Soldaten und Polizisten (Stand 31. Mai 2009)[1] | |
| Einsatzstärke (max.) | 19.555 Soldaten, 6.432 Polizisten | |
| Militär aus | Ägypten, Äthiopien, Bangladesch, Bolivien, Botswana, Burkina Faso, Burundi, China, Deutschland, DR Kongo, Frankreich, Gabun, Gambia, Ghana, Großbritannien, Guatemala, Jordanien, Kamerun, Kanada, Kenia, Lesotho, Libyen, Malawi, Malaysia, Mali, Mauretanien, Mosambik, Namibia, Nepal, Niederlande, Nigeria, Norwegen, Pakistan, Ruanda, Sambia, Schweden, Senegal, Simbabwe, Südafrika, Tansania, Thailand, Togo, Tschad, Türkei, USA[1] | |
| Polizei aus | Ägypten, Bangladesch, Botswana, Burkina Faso, Deutschland, Fidschi, Finnland, Gambia, Ghana, Großbritannien, Indonesien, Jamaika, Jemen, Jordanien, Kamerun, Madagaskar, Malaysia, Mali, Mauritania, Nepal, Niger, Nigeria, Norwegen, Pakistan, Philippinen, Ruanda, Samoa, Sambia, Schweden, Senegal, Sierra Leone, Südafrika, Türkei, Uganda[1] | |
| Todesfälle | 37 (Juni 2009)[1] | |
| Kosten | rund 1,57 Milliarden US-Dollar für ein Jahr (2009/10) | |
| Lage des Einsatzgebietes | ||
African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur (UNAMID) ist der Name einer gemischten, von den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union gestellten Friedenstruppe für die sudanesische Region Darfur, deren Entsendung vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 31. Juli 2007 einstimmig mit der Resolution 1769 autorisiert wurde. Sie soll 26.000 Soldaten und Polizisten umfassen und die Arbeit der bisherigen 7.000 Mann starken AU-Truppe AMIS übernehmen, der es nicht gelungen war, die Zivilbevölkerung im Konflikt in Darfur wirksam zu schützen.
Das Mandat der UNAMID umfasst vorerst 12 Monate. Die Entsendung sollte im Oktober 2007 beginnen, bis zum 31. Dezember übernahm die Truppe das Kommando der AMIS. Die UNAMID-Angehörigen sind ermächtigt, zur Selbstverteidigung und zum Schutz von Zivilisten und humanitären Operationen auch Gewalt anzuwenden – nicht aber, illegale Waffen zu beschlagnahmen und Personen festzunehmen, die vom internationalen Strafgerichtshof gesucht werden. Mit maximal 19.555 Soldaten und 6.432 Polizisten sollte die UNAMID die größte Friedenstruppe der Welt werden. Am 31. Oktober 2007 wurde das UNAMID-Hauptquartier im norddarfurischen al-Faschir eingeweiht[2].
Dem Beschluss zur Entsendung der UNAMID war ein langes diplomatisches Ringen vorangegangen, da zuerst die Regierung Sudans ihre Zustimmung für die Truppe geben musste. Die sudanesische Regierung muss auch den Einheiten jedes einzelnen Landes zustimmen.
Im Mai 2008 waren 7.605 Soldaten, 154 Militärbeobachter, und 1.804 Polizisten stationiert, zudem 446 ausländische und 741 lokale zivile Mitarbeiter und 148 United Nations Volunteers.
Im Juli 2008 kritisierte das Darfur Consortium, ein Bündnis aus 50 Menschenrechtsorganisationen, dass es der UNAMID in den ersten sechs Monaten ihres Bestehens nicht gelungen sei, die Zivilbevölkerung wirksam zu schützen. Sie sei personell unterdotiert und mangelhaft ausgerüstet, und die sudanesische Regierung betreibe trotz gegenteiliger Versprechen eine behindernde Politik gegenüber der Mission.[3]
Am 31. Juli 2008 verlängerte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Mission mit der Resolution 1828 bis zum 15. August 2010.
Im Februar 2009 waren weniger als die Hälfte der zugesagten 26.000 Einsatzkräfte vor Ort. Die ungenügende Durchsetzbarkeit der Friedensziele wurde weiterhin kritisiert. Das Unvermögen der UNAMID, die Zivilbevölkerung zu schützen, zeigte sich besonders deutlich Anfang 2009, als es der UNAMID nicht gelang, die Zivilisten im Ort Muhajeriya in Süd-Darfur vor den Kämpfen zwischen Regierungseinheiten und der Rebellengruppe JEM zu schützen. UNAMID und Hilfsorganisationen mussten Muhajeriya verlassen, um sich selbst in Sicherheit zu bringen, etwa 30.000 Menschen wurden zur Flucht gezwungen.[4]
Im Mai 2009 waren 13.286 Soldaten, 180 Militärbeobachter, und 2.936 Polizisten stationiert, zudem 970 ausländische und 2.147 lokale zivile Mitarbeiter und 334 United Nations Volunteers.
Die Mission wurde mehrfach verlängert, aktuell bis zum 31. Juli 2012.
Der Deutsche Bundestag stimmte am 15. November 2007 zu, dass deutsche Soldaten und Polizisten sich an der UNAMID-Mission beteiligen. Das Mandat zur Entsendung von bis zu 250 Soldaten wurde im August 2008 bis zum 15. August 2009 verlängert.[5] Am 17. Juni 2010 haben sich alle Fraktionen mit Ausnahme der Linken für eine weitere Verlängerung des Darfur-Einsatzes ausgesprochen. Die Lage in der Krisenregion Darfur bleibe weiterhin angespannt, heißt es zur Begründung.[6]
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel United_Nations_-_African_Union_Mission_in_Darfur aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |