Der United States Secret Service (oder kurz: Secret Service; abgekürzt USSS) ist eine US-amerikanische Strafverfolgungsbehörde auf Bundesebene, die dem Ministerium für Innere Sicherheit untersteht; bis zum 1. März 2003 unterstand der Secret Service dem Finanzministerium der Vereinigten Staaten. Der internationalen Öffentlichkeit ist die Behörde vor allem als Schutzorgan des Präsidenten bekannt.
Der Secret Service ist hauptsächlich zuständig für die Bekämpfung der Finanzkriminalität sowie für die Bereitstellung von Leibwächtern für den Präsidenten, den Vizepräsidenten, deren Familien, ehemalige Präsidenten und deren Ehegatten, bestimmten Kandidaten für das Amt des Präsidenten und Vize-Präsidenten sowie die USA besuchenden Staatsoberhäupter. Er leistet außerdem kriminaltechnische Hilfe bei der Aufklärung lokaler Verbrechen.
Des Weiteren schützen uniformierte Beamte des Secret Service auch die in Washington ansässigen ausländischen diplomatischen Vertretungen und gewähren auch gefährdeten ausländischen Diplomaten Personenschutz.
Das Gebiet der Finanzkriminalität umfasst vor allem Geldfälschung, Finanzbetrug, Scheckbetrug, Fälschung von Äquivalenten zu Währung (beispielsweise Travelers Cheques), bestimmte Fälle von Computerbetrug und Kreditkartenbetrug.
Die Behörde wurde am 5. Juli 1865 in Washington, D.C. ins Leben gerufen und war zunächst nur für die Bekämpfung von Geldfälschungen zuständig, weshalb sie auch dem Finanzministerium zugewiesen wurde. So gelang z. B. 1910 die Zerschlagung des Falschgeldringes um die Sizilianer Ignazio Saietta und Vito Cascio Ferro in New York City. Der Secret Service war außerdem bis zur Gründung des Bureau of Investigation (BOI) im Justizministerium, dem späteren Federal Bureau of Investigation (FBI), die einzige bundesstaatliche Behörde, die in den gesamten USA Ermittlungen in Kriminalfällen aller Art durchführen konnte. Deswegen wurden Special Agents des Secret Service unter Führung des Attorney General zum Beispiel auch 1870/71 genutzt, um den Ku-Klux-Klan zu zerschlagen. 1908 wurde dieses inzwischen weit ausgeuferte „Ausleihen“ von Special Agents des Secret Service verboten, und der Secret Service beschränkte sich nun ausschließlich auf Finanzvergehen und die Aufgabe des Personenschutzes für den Präsidenten.
Nach der Ermordung von Präsident William McKinley 1901 bat der Kongress den Secret Service formal, auch den Schutz des Präsidenten zu übernehmen. Agenten des Secret Service hatten auch bereits zuvor, seit der Amtszeit Grover Clevelands den Präsidenten geschützt, und auch am Tag des Attentats auf McKinley wurde dieser von drei Agenten des Secret Service begleitet. Dafür hatte es jedoch keine ausdrückliche Rechtsgrundlage gegeben, und die Special Agents hatten die Aufgabe – wie viele andere Aufgaben auch – übernommen, weil sie zu den wenigen zivilen Bundesagenten gehörten, die Waffen tragen durften. FBI, CIA, ATF oder DEA gab es zu dieser Zeit noch nicht. Die US Marshals existierten bereits und leisteten zwar teilweise schon seit längerer Zeit Schutz für den Präsidenten, am Ende fiel die Wahl aber auf den Secret Service, vor allem, weil auch der US Marshals Service als zentrale Behörde noch nicht begründet war. Der Secret Service war so weiterhin die einzige auf Bundesebene zur Verfügung stehende Behörde. Eine solche zentrale Stelle war jedoch gewünscht, um nun auf Grundlage eines Gesetzes eine eindeutige Verantwortlichkeit zu schaffen.
Seitdem beschützt er den Präsidenten der Vereinigten Staaten und seine engsten Angehörigen. Die Agenten sind dabei schwer bewaffnet und arbeiten mit der lokalen Polizei und dem Militär zusammen, um den Präsidenten bei seinen Reisen zu schützen.
1994 hat der Kongress ein Gesetz beschlossen, wonach nur jenen Präsidenten, die vor dem 1. Januar 1997 in das Amt gewählt wurden, ein lebenslanger Schutz durch den Secret Service zusteht. Wer nach dem 1. Januar ins Amt gekommen ist, hat nur Anrecht auf 10 Jahre Schutz ab dem Ausscheiden aus dem Amt.
Der Secret Service hat heute ca. 6.500 Angestellte: 3.200 Special Agents (Leibwächter und Ermittler bei Finanzbetrug), 1.300 Angestellte der „Uniformed Division“, die einige Regierungsgebäude und ausländische Vertretungen schützen, sowie 2.000 technische und administrative Mitarbeiter.[3]
Normalerweise verwenden Beamte des Secret Service die SIG P229 als Handfeuerwaffe.
In Deutschland ist der Secret Service beim Besuch von Präsident George W. Bush im Februar 2005 in Mainz dadurch unangenehm aufgefallen, dass aufgrund massiver Sicherheitsvorkehrungen am Frankfurter Flughafen 150 Starts und Landungen ausfielen. Auf dem G8-Gipfel in Köln 1999 wollte der Secret Service zunächst die Hohenzollernbrücke, Kölns meistbefahrene Eisenbahnbrücke über den Rhein, für mehrere Stunden sperren lassen. Aufgrund der Bedeutung des Kölner Hauptbahnhofs als westeuropäisches Eisenbahndrehkreuz hätte diese Sperrung große Teile des Fernverkehrs der Hochgeschwindigkeitsstrecken zwischen Paris, Brüssel, Köln und Amsterdam (PBKA) und den angrenzenden Regionen in Westdeutschland, den Niederlanden, Belgien und Nordfrankreich zum Erliegen gebracht. Die Deutsche Bahn AG konnte sich mit einer Intervention bei Politikern durchsetzen und die Sperrung verhindern.
Des Weiteren wurde Kritik laut, als Mitarbeiter des Secret Service im März 2008 ohne Erlaubnis deutscher Behörden einen mutmaßlichen Straftäter am Frankfurter Flughafen festnahmen, für den in Deutschland kein Haftbefehl vorlag.[4]
Der derzeitige Direktor des Secret Service ist seit 2006 Mark J. Sullivan. Bisherige Leiter waren:
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