| Universität Passau | |
|---|---|
| Gründung | 1. Januar 1973 |
| Ort | Passau |
| Bundesland | Bayern |
| Staat | Deutschland |
| Präsident | Burkhard Freitag |
| Studenten | 9.864 (SS 12)[1] |
| Mitarbeiter | 898 (Stand Juni 2011)[1] |
| davon Professoren | 112 (2011)[1] |
| Website | www.uni-passau.de |
Die Universität Passau ist die jüngste Universität Bayerns und zugleich die einzige Universität des Regierungsbezirks Niederbayern.
Die Universität Passau wurde am 9. Oktober 1978 eröffnet. Ihre Vorgeschichte lässt sich bis ins Jahr 1622 zurückführen, als die Angliederung einer Hochschule zur Heranbildung von Welt- und Ordensgeistlichen an das von Fürst Leopold V. im Jahre 1612 gegründete Gymnasium erfolgte. 1833 wurde ein staatliches Lyzeum gegründet, das 1923 in eine philosophisch-theologische Hochschule umgewandelt wurde. Mit Wirkung vom 1. August 1978 trat das Gesetz zur Eingliederung der philosophisch-theologischen Hochschule in Passau als Katholisch-Theologische Fakultät in die Universität Passau in Kraft. Zum Wintersemester 1978/79 wurde der Universitätsbetrieb aufgenommen. Damit existierte 152 Jahre nach der Verlagerung der Universität Landshut nach München wieder eine Universität in Niederbayern.
Die Universität Passau gliedert sich in vier Fakultäten:
Die Hochschule in Passau zählt zu den kleineren deutschen Universitäten. Im Wintersemester 2011/12 waren 10.173 Studenten (davon 658 Ausländer) an der Universität immatrikuliert. Die meisten (ca. 58,5 %) gehören der Philosophischen Fakultät an, was auf die hohe Zahl der dort beheimateten Lehramtsstudenten und Kulturwirte zurückzuführen ist.[1]
| Fakultät | Zahl der Studierenden | Zahl der Professoren |
|---|---|---|
| Philosophische Fakultät | 5.813 | 56 |
| Juristische Fakultät | 2.082 | 20 |
| Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät | 1.580 | 21 |
| Fakultät für Informatik und Mathematik | 482 | 18 |
| Gesamt * | 10.173 | 216 |
* inklusive Promotionsstudenten
Profilelemente der Universität Passau sind Internationalität, Interdisziplinarität und Praxisorientierung. Dies zeigt sich vor allem durch den Auslandsbezug in vielen Studiengängen, die fachspezifische Fremdsprachenausbildung in Recht und Wirtschaft, den kulturwissenschaftlichen Schwerpunkt (zunächst als Diplom-Kulturwirt, nun in einem Bachelor- und Masterstudiengang) sowie durch Studienschwerpunkte im Schnittfeld von Informatik und Recht (Internet Computing), aus denen heraus das Institut für IT-Sicherheit und Sicherheitsrecht entstanden ist.
Für ausländische Juristen gibt es den Master im deutschen Recht für ausländische Studierende (LL.M.). Zudem kann ein Master Europarecht (LL.M.) absolviert werden.
An der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät wird der Bachelor of Science Business Administration and Economics und Wirtschaftsinformatik angeboten. Seit 2008 können an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät zwei Master-Studiengänge, ein M.Sc. in Business Administration und ein M.A. in International Economics and Business, studiert werden.
Die Fakultät für Informatik und Mathematik bietet die Studiengänge Informatik und Internet Computing als Bachelor of Science. Zudem gibt es die Masterstudiengänge Informatik und IT-Sicherheit, die beide mit dem akademischen Grad Master of Science abschließen. Die Fakultät erzielt regelmäßig in Uni-Rankings herausragende Ergebnisse - zuletzt beim CHE-Ranking 2009 [4].
An der Philosophischen Fakultät werden Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien und mehrere Bachelor of Arts-Studiengänge angeboten. Die Studiengänge International Cultural and Business Studies und European Studies[5] sind hauptsächlich an einem bestimmten Kulturraum orientiert mit Sozialwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften in verschiedenen Ausprägungen. Seit dem Sommersemester 2010 bietet die Universität Passau einen achtsemestrigen Bachelor-Studiengang European Studies Major [6] an, der ein einjähriges Auslandsstudium beinhaltet. Dieser Studiengang wird vom DAAD im Rahmen des Bachelor Plus-Programms gefördert. Ferner können auch Medien- und Kommunikationswissenschaft, Sprach- und Textwissenschaften, Staatswissenschaften und Historische Kulturwissenschaften studiert werden. Die Universität Passau ist hier Mitglied im MedienCampus Bayern, dem Dachverband für die Medienaus- und -weiterbildung in Bayern. Die Philosophische Fakultät bietet zudem den Modellstudiengang zum Erwerb von Bildungsvoraussetzungen für das Lehramt an Realschulen [7] an, der mit dem Bachelor of Education abschließt. Es können mehrere Master of Arts-Studiengänge absolviert werden: European Studies [8] (auch als französischer Doppelmaster), International Cultural and Business Studies (verschiedene Doppelabschlüsse möglich), Geschichte, Governance and Public Policy-Staatswissenschaften, Medien und Kommunikation, Geographie: Kultur, Umwelt und Tourismus, North and Latin American Studies (MANoLAS) [9], Text- und Kultursemiotik [10], Caritaswissenschaft und Russian and East Central European Studies. Der Masterstudiengang Southeast Asian Studies wird vollständig auf Englisch angeboten. Der Modellstudiengang Schulische Bildungs- und Erziehungsprozesse [11] schließt mit dem akademischen Grad Master of Education ab.
Im Zuge des Umbaus der bayerischen Hochschullandschaft ist es auch an dieser Universität zu Umwidmungen gekommen. Zudem haben sich der Freistaat Bayern und der Vatikan darauf geeinigt, die Katholisch-Theologische Fakultät für 15 Jahre für „ruhend“ zu erklären. Die Religionslehrerausbildung soll allerdings im bisherigen Umfang weiterbetrieben werden. Mehrere Lehrstühle insbesondere der Philosophischen Fakultät sollen künftig einer anderen Fachrichtung dienen, unter anderem die Professur für die Archäologie der Römischen Provinzen oder der Lehrstuhl für Philosophie. Als Ersatz für letzteren wird der Lehrstuhl für Philosophie aus der Katholisch-Theologischen Fakultät in die Philosophische Fakultät umgesetzt werden. Eine deutschlandweit einzigartige Professur für Realschulpädagogik und -didaktik wurde bereits besetzt. Hinzu kamen ein Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft, zwei Juniorprofessuren (europäische Politik und Anglistik) und ein Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation.
Die Universität liegt in Form eines geschlossenen Campus am Inn. Nur das Gebäude der ehemaligen theologischen Fakultät liegt in der Altstadt. Im Jahr 2009 erhielt der Passauer Campus die Auszeichnung "Deutschlands schönster Campus" der Zeitschrift UNICUM. Die Universität befand sich zu Beginn nur im Süd- und Westflügel des ehemaligen Augustinerchorherrenstift St. Nikola. Das Kloster wurde 1070 unter Bischof Altmann von Passau erbaut und beherbergt auch das Mutterhaus der Deutschordensschwestern und einen Kindergarten.
Die Gebäude des Campus wurden sukzessive nach der Gründung der Universität errichtet. Zuletzt wurde am 6. April 2006 das IT-Zentrum und International House eröffnet, das mit Mitteln der High-Tech-Offensive des Freistaates Bayern finanziert wurde und u. a. den Forschungscampus Informatik beherbergt. In ihm sind die Universitätsinstitute IFIS (Institut für Informationssysteme und Softwaretechnik), FORWISS (Institut für Softwaresysteme in technischen Anwendungen der Informatik) und ISL (Institut für IT-Sicherheit und Sicherheitsrecht) untergebracht.
Das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz betreibt vier Wohnheime außerhalb des Campus (Bräugasse, Donau-Schwaben-Straße, Leonhard-Paminger-Straße und Maierhofstraße) sowie eine Mensa und vier Cafeterien auf dem Campus.
Die Universitätsbibliothek mit ihren Teilbibliotheken der Juristischen, Wirtschaftswissenschaftlichen, Philosophischen und Theologischen Fakultät sowie der Fakultät für Informatik und Mathematik hat einen Bestand von ca. 2 Millionen Bänden [12]. Daneben verfügt die Hochschule über ein Sportzentrum, u. a. mit einer 400-m-Kunststoff-Laufbahn, einem Beachvolleyballplatz, einem Golf-Übungsplatz, einem Kletterfelsen, einem Cardio- und Fitness-Studio sowie einer Ruder- und Kanuanlage.
Am 17. November 2009 wurde im Rahmen der bundesweiten Studentenproteste, wie auch in anderen Städten, das Audimax von Studenten besetzt.
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Die Universität unterhält gegenwärtig mit über 170 ausländischen Hochschulen Austauschbeziehungen. Darunter befinden sich: Autonome Universität Barcelona, Texas A&M University, Universidad de Chile, Universidad del Salvador, Universiteit Leiden, Universität Wien, Katholische Universität Portugal, Corvinus-Universität Budapest, Universität Stockholm, Universität Lund, Institut d’études politiques de Grenoble, Université Laval und Staatliche Universität für Management Moskau.
37 % der Studierenden gingen (Stand: 15. Oktober 2008) für mindestens ein Semester in eine Partneruniversität; damit belegte die Universität Passau den 1. Platz in Deutschland.[15]
48.56833333333313.453333333333
Koordinaten: 48° 34′ 6″ N, 13° 27′ 12″ O
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