| Universität Potsdam | |
|---|---|
| Gründung | 1991 |
| Trägerschaft | staatlich |
| Ort | Potsdam |
| Bundesland | Brandenburg |
| Staat | Deutschland |
| Leitung | Prof. Oliver Günther, Ph.D. |
| Studenten | 20.808 (WS 2011/12, inkl. Zweit-, Gasthörer, Studienkolleg)[1] |
| Mitarbeiter | 3.983[2] |
| davon Professoren | 266[2] |
| Jahresetat | 103 Mio EUR[1] |
| Netzwerke | Netzwerk Mittelgroße Universitäten |
| Website | www.uni-potsdam.de |
Die Universität Potsdam ist eine deutsche Universität im Raum Berlin-Brandenburg, die sich über vier verschiedene Standorte in Potsdam erstreckt. Sie ist die größte der vier Potsdamer Hochschulen und zugleich die größte Hochschule des Landes Brandenburg.
Derzeit studieren mehr als 20.000 Studenten an der Universität Potsdam. Die Universität Potsdam ist Preisträgerin des Wettbewerbs "Exzellenz in der Lehre" des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Kultusministerkonferenz.
Trotz ihrer relativen Größe bietet die Universität Potsdam einen Fächerkanon, der nicht den Ansprüchen einer klassischen Volluniversität genügt.
Die Universität Potsdam ist am 15. Juli 1991 durch das Gesetz über die Hochschulen des Landes Brandenburg als Nachfolgerin der Brandenburgischen Landeshochschule Potsdam (vormals Pädagogische Hochschule „Karl Liebknecht“, von 1948 bis 1951: Brandenburgische Landeshochschule) und der Hochschule für Recht und Verwaltung Potsdam-Babelsberg (vormals Deutsche Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft „Walter Ulbricht“) neu gegründet worden.
Daher liegt auch heute noch ein Schwerpunkt auf der Lehrerausbildung. Gründungsrektor war der Chemiker und spätere Landesverfassungsrichter Rolf Mitzner.
Der Campus der Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit in Golm gehört heute ebenfalls zur Universität Potsdam und beherbergt die Humanwissenschaftliche, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät.
Im Oktober 2009 wurde sie als eine von zehn Fachhochschulen und Universitäten für exzellente Lehre ausgezeichnet und erhielt vom Stifterverband und von der Kultusministerkonferenz dafür ein Preisgeld von einer Million Euro, obwohl einer ihrer Professoren ein Buch Universal Algebra and Applications in Theoretical Computer Science veröffentlichte, gegen das Plagiatsvorwürfe erhoben wurden.[3][4][5]
Die Universität Potsdam gliedert sich in drei Universitätskomplexe (I–III) und hat darüber hinaus vier weitere Standorte, an denen jedoch nur einzelne Gebäude stehen. Die drei großen Universitätskomplexe sind folgende:[7][8]
Weitere Universitätsstandorte:
Einige Teile der Universität sind in historischen Gebäuden untergebracht, die teilweise sogar ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurden. So befindet sich im Park Sanssouci, am Neuen Palais, die Bereichsbibliothek und das Historische Institut in einem Teil der Communs, sowie unter anderem das Institut für Germanistik in den ehemaligen Marställen.
Auch die Geschichte der anderen Standorte, Babelsberg und Golm, ist von historischem Interesse. Die ältesten Gebäude der Golmer Institute wurden in den 1930er-Jahren für die „Luftnachrichtenabteilung Oberbefehlshaber der Luftwaffe“ gebaut. In den Kasernen wurden Soldaten für das SS-Griechenlandcorps ausgebildet. Ab 1951 wurden dort an der neugegründeten Juristischen Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit Kader für die Staatssicherheit ausgebildet.
Die heutige Juristische Fakultät und die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität sind im ehemaligen Präsidial- und Verwaltungsgebäude des Deutschen Roten Kreuzes (1939/1940) in Babelsberg/Griebnitzsee untergebracht. Weitere Hörsäle und Gebäude wurden in den 1950er-Jahren unmittelbar hinter dem Schloss Babelsberg für die Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften der DDR errichtet.
Im Zuge der Forderung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, der Universitätsstandort Babelsberg müsse aus dem Babelsberger Park weichen, ist die Universität Potsdam bemüht, andere Standorte zu erschließen. So wurde und wird seit dem Jahr 2000 der Standort Golm durch mehrere Neubauten erweitert, an dem sich der Kern der Naturwissenschaften angesiedelt hat. Nach dessen endgültigem Umzug wurden die Geisteswissenschaften im Wesentlichen aus Golm abgezogen und nutzen den freigewordenen Platz am Neuen Palais. Gefördert wird das Projekt der Standortverschiebung durch die Europäische Union und die Bundesrepublik Deutschland. Das Land Brandenburg beteiligt sich finanziell nur gering.
Die Universität Potsdam gliedert sich in fünf Fakultäten.
Das Lehrangebot der Juristischen Fakultät umfasst die Grundlagen- und Pflichtfächer für die Ausbildung zur Volljuristin beziehungsweise zum Volljuristen. Dazu gehören das Zivilrecht, das Strafrecht und das Öffentliche Recht. Schwerpunktthemen in Forschung und Lehre sind in Potsdam die Grundlagen des Rechts, die Zivilrechtspflege, Wirtschaftsrecht, Internationales Recht, die Öffentliche Verwaltung sowie das Wirtschafts-, Steuer- und Umweltstrafrecht. Weitere Aus- und Fortbildungsveranstaltungen bieten für den kommunalen Bereich das Kommunalwissenschaftliche Institut und für die Internationalen Beziehungen das MenschenRechtsZentrum an.
Eine deutschlandweit besondere Einrichtung an der Potsdamer Juristischen Fakultät ist der Deutsch-Französische Studiengang Rechtswissenschaften, der in Kooperation mit der Universität Paris-Nanterre/La Défense durchgeführt wird. Neben einem Austauschprogramm bietet er den Studierenden die Gelegenheit, während ihrer ersten beiden Studienjahre an der Universität Potsdam zusätzlich zum deutsch-rechtlichen Standardstudium ein in sich abgeschlossenes Zusatzstudium des französischen Rechts zu absolvieren. Dieser Teil der Lehre wird von französischen Gastdozenten der Partneruniversität in französischer Sprache übernommen.
Die Philosophische Fakultät besteht aus den Instituten für Religionswissenschaft, Jüdische Studien, Philosophie, Geschichte, Klassische Philologie, Germanistik, Anglistik und Amerikanistik, Romanistik, Slavistik sowie Künste und Medien. Aus dem Fächerspektrum der Fakultät wurden die Themenkomplexe Mobilisierte Kulturen, Lebensformen/Lebenswissen sowie Regionalität und Identität in Europa als Schwerpunkte herausgehoben.
Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät besteht aus den Bereichen Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Politik, Verwaltung und Soziologie. Als weiterer Schwerpunkt wird derzeit der Bereich Innovation und Technologie entwickelt.
Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Potsdam vereint unter ihrem Dach die Institute für Biochemie und Biologie, Chemie, Ernährungswissenschaft, Geographie, Erd- und Umweltwissenschaften, Informatik, Mathematik, Physik und Astronomie sowie den Botanischen Garten Potsdam. Besonders stark nachgefragt sind die Studiengänge Geoökologie, Geowissenschaften, Ernährungswissenschaft, Polymer Science und Softwaresystemtechnik.
Neben den Fakultäten gibt es an der Universität Potsdam eine Reihe von An-Instituten, Kollegs und Forschungszentren.
Die Universitätsbibliothek Potsdam (kurz: UB Potsdam) wurde 1991, kurz nach der Wiedervereinigung Deutschlands und der Gründung der Universität Potsdam gegründet und eröffnet. Dadurch wurden die Bestände der Vorgängereinrichtungen wie der Pädagogischen Hochschule Karl Liebknecht am Neuen Palais und der Babelsberger Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR in die UB Potsdam integriert.[9]
Rund 1,3 Millionen Bände, 2.850 gedruckte und über 8.000 elektronische laufende Zeitschriften sowie eine Vielzahl von E-Books und Datenbanken gehören dem Bestand der Universitätsbibliothek an. Dadurch gehört die UB Potsdam zu den mittelgroßen Universitätsbibliotheken in Deutschland.[9]
Die Universität Potsdam kooperiert auf Wissenschaftlicher und Beratender Ebene mit vielen Instituten. Hierzu gehören:
Darüber hinaus bestehen verschiedene Forschungsverbünde, zum Beispiel in der Exzellenzinitiative, im Exzellenzcluster "Unifying Concepts in Catalysis" so wie "Languages of Emotion" mit Beteiligung der Universität Potsdam.
Mit Beginn des Wintersemesters 2009/2010 waren an der Universität Potsdam 20.332 Studierende immatrikuliert. Die meisten Studierenden sind in der Philosophischen Fakultät (5.978), und in der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (5.771), eingeschrieben. Der Anteil der Frauen beträgt 59 % (11.949). Mehr als 2.000 Ausländer absolvieren an der Potsdamer Alma Mater ein Studium. Bis zum Jahr 2007 gab es einen flächendeckenden Numerus clausus an der Universität Potsdam. Dieser wurde nun für bestimmte Studienfächer aufgehoben. Im Wintersemester 2009/10 begannen 4.755 Studierende das Studium an der Universität Potsdam. Die Universität Potsdam erhebt keine Studiengebühren.
Die Universität Potsdam ist Preisträgerin des Wettbewerbs "Exzellenz in der Lehre" des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und der Kultusministerkonferenz, der mit einer Million Euro dotiert ist. Im Oktober 2009 wurde sie als eine von zehn Fachhochschulen und Universitäten für exzellente Lehre ausgezeichnet[10]mit der Begründung, dass das Konzept der Universität auf die Professionalisierung der Lehre und die Weiterentwicklung der Evaluationsinstrumente abzielt.
An das CHE-Ranking 2011 angelehnt beschrieb der Tagesspiegel, dass die Universität Potsdam erneut schwache Noten im Fach Jura erhielt. Ferner wurde betont, dass die Uni in den Fächern Soziologie und Politikwissenschaften in die Schlussgruppen gerankt wurde. [11]
Eine Reputationsstudie der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft zeichnet die Universität Potsdam im Bereich Policy-Forschung und Verwaltungswissenschaft als eine der drei wichtigsten deutschen Universitäten und Forschungsstätten aus. Die an der Universität Potsdam angebotenen Master- und Doktorandenprogramme gehören nach Einschätzung des Centrums für Hochschulentwicklung zur europäischen Spitzengruppe.[12]
Eine 2009 vom Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie und Tourismusforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführtes Universitäts-Ranking "Vom Studenten zum Unternehmer "Welche Universität bietet die besten Chancen?" verglich für 59 deutsche Universitäten die Angebote in der akademischen Gründungslehre und Unterstützung angehender Unternehmensgründer. Sieger des Rankings war in diesem Jahr die Universität Potsdam, die für sich 285 von 400 möglichen Punkten verbuchen konnte.[13]
Das Zentrum für Hochschulsport der Universität Potsdam belegte einen ersten Platz im Bildungsranking des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbandes 2010. Die Alma Mater ist demnach die aktivste auf den Gebieten des Besuchs und der Ausrichtung entsprechender Bildungsveranstaltungen. Den Sieg trug sie in der Kategorie "Hochschulen mit mehr als 15000 Studierenden" davon.[14] Bei einem älteren CHE-Hochschulranking schnitt sie in den Sportwissenschaften bei drei der vier Indikatoren sehr gut ab, wobei sie in aktuelleren Beurteilungen in der Gesamtbewertung eher im Mittelfeld gerankt wird. Das Hasso-Plattner-Institut befand sich im Ranking von 2009 des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) auf Rang 1 der Informatikstudiengänge im deutschsprachigen Raum, zusammen mit den Universitäten Karlsruhe, Saarbrücken und Passau. [15] Weitere Fächer wie beispielsweise Mathematik, Geschichte, Biologie, Physik schnitten im CHE-Hochschulranling deutlich schlechter, nämlich durchschnittlich bis teilweise auch unterdurchschnittlich ab.[16]
Seit ihrem Bestehen wurde der Universität Potsdam wurden auf acht Profilfeldern wie einem Exzellenzbereich die universitären Kompetenzen gebundelt:
Neben dem Angebot an grundständigen Studiengängen im Bachelor- und Masterbereich werden folgende Studiengänge als Weiterbildungen angeboten:
Die postgradualen Studiengänge sind akkreditiert.
In Kooperation mit den Berliner Universitäten können im Rahmen des Curriculums des jeweiligen Studienganges auch Kurse an den kooperierenden Universitäten belegt werden, so zum Beispiel an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und Freien Universität Berlin.
Es gibt eine Anzahl an Bildenden und Weiterbildenden Studiengängen die teilweise, größtenteils oder ganz auf Englisch angeboten werden. Komplett auf Englisch werden folgende angeboten:
52.40111111111113.011944444444
Koordinaten: 52° 24′ 4″ N, 13° 0′ 43″ O
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