| Uttarakhand - उत्तराखण्ड | |
|---|---|
| Status: | Bundesstaat |
| Hauptstadt: | Dehradun |
| Fläche: | 53.484 km² |
| Einwohner: | 10.116.752 (2011) |
| Bevölkerungsdichte: | 189 Einwohner je km² |
| Amtssprache: | Hindi |
| Gouverneur: | Margaret Alva |
| Chief Minister: | Vijay Bahuguna (INC) |
| Website: | gov.ua.nic.in |
Uttarakhand (Hindi उत्तराखण्ड Uttarākhanḍ [ʊttʌrɑːkʰʌɳɖ]), bis 2006 Uttaranchal (Hindi उत्तरांचल Uttarāncal [ʊttʌrɑːnʧʌl]), ist ein indischer Bundesstaat mit einer Fläche von 53.484 km² und 10,1 Millionen Einwohnern (Volkszählung 2011). Er wurde im Jahr 2000 durch Abspaltung von Uttar Pradesh gegründet. Die Interims-Hauptstadt Uttarakhands ist Dehradun, die Amtssprache ist Hindi. Der Name Uttarakhand stammt aus dem Sanskrit und bedeutet ebenso wie der alte Name Uttaranchal „nördliche Gegend“.
Uttarakhand liegt im Himalaya im Norden Indiens. Nachbarbundesstaaten sind Uttar Pradesh im Süden und Himachal Pradesh im Nordwesten. Im Nordosten liegt die Grenze zu Tibet (Volksrepublik China), im Osten die zu Nepal. Mit einer Fläche von 53.484 Quadratkilometern[1] ist Uttaranchal etwas größer als das deutsche Bundesland Niedersachsen.
Das Terrain Uttarakhands erstreckt sich von der Gangesebene im Süden über die Ausläufer des Himalaya bis ins Hochgebirge mit dem Nanda Devi (7816 m), dem höchsten vollständig auf seinem Territorium liegenden Berg Indiens. Der Bundesstaat Uttarakhand besteht aus den beiden Bergregionen Garhwal im Westen und Kumaon im Osten, sowie aus einem schmalen Streifen der Gangesebene im Süden. In den Bergen Garhwals befinden sich die als heilig verehrten Quellen der beiden Flüsse Ganges und Yamuna.
Nach der indischen Volkszählung 2011 hat Uttarakhand 10.116.752 Einwohner. Die Einwohnerzahl ist ansteigend: Im Vergleich zur letzten Volkszählung 2001 ist sie um 19,2 % gestiegen. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 189 Einwohnern pro Quadratkilometer unter dem gesamtindischen Durchschnitt von 382 Einwohner pro Quadratkilometer.[2] 30,6 % der Einwohner Uttarakhands leben in Städten.[3] Die Bevölkerung ist dabei sehr ungleich verteilt: Während in dem in der Gangesebene gelegenen Distrikt Haridwar 817 Menschen auf einem Quadratkilometer leben, sind es im Hochgebirge im Distrikt Uttarkashi nur 41.
In den Bergtälern des Nordens finden sich zahlreiche Mikrozivilisationen mit eigenen Sprachen und Kulturen. Die Religion der Hochgebirgsbewohner, die bis zur Schließung der Grenze mehr nach Tibet als nach Süden ausgerichtet waren, ist stark vom Buddhismus geprägt, enthält aber auch hinduistische Elemente. Im Mittelgebirge leben vor allem Angehörige der höheren Kasten der Brahmanen und Rajputen. In der Ebene haben sich nach der Unabhängigkeit Indiens 1947 Zuwanderer aus Bengalen und dem Panjab niedergelassen, denen es gelang, sich im Laufe der Jahre einiges an Grundbesitz anzueignen.
| Sprachen in Uttarakhand | ||||
|---|---|---|---|---|
| Sprache | Prozent | |||
| Hindi | 88,0 % | |||
| Urdu | 5,9 % | |||
| Panjabi | 2,9 % | |||
| Bengali | 1,5 % | |||
| Nepali | 1,1 % | |||
| Andere | 0,6 % | |||
| Verteilung der Sprachen (Zensus 2001)[4] | ||||
Die Hauptsprache Uttarakhands ist Hindi. Laut der Volkszählung 2001 sprechen 88,0 % der Bevölkerung des Bundesstaates Hindi als Muttersprache. Hierunter fallen auch die Sprecher des Kumaoni und Garhwali. Diese Regionalsprachen gehören zur Gruppe der im Himalaya-Gebiet verbreiteten Pahari-Sprachen, die dem Nepali näher stehen als dem Standard-Hindi, aber von der indischen Regierung als Hindi-Dialekte gezählt werden. Insgesamt verzeichnete die Volkszählung rund 2,2 Millionen Sprecher des Garhwali und 2 Millionen Sprecher des Kumaoni.[5] In Uttarakhand besteht eine Diglossie-Situation zwischen den von den meisten Bewohnern als Umgangssprache genutzten Regionalsprachen und dem Standard-Hindi, das als Amts- und Bildunssprache dient.
Unter den Muslimen Uttarakhands ist teilweise Urdu, die muslimische Variante des Hindi mit 5,9 % verbreitet. Zuwanderungsbedingt gibt es kleinere Zahlen von Sprechern anderer Sprachen wie Panjabi (2,9 %), Bengali (1,5 %) und Nepali (1,1 %). Englisch ist wie in ganz Indien als Verkehrs- und Bildungssprache verbreitet.
| Religionen in Uttarakhand | ||||
|---|---|---|---|---|
| Religion | Prozent | |||
| Hinduismus | 87,0 % | |||
| Islam | 8,9 % | |||
| Sikhismus | 2,5 % | |||
| Andere | 0,6 % | |||
| Verteilung der Religionen (Zensus 2001)[6] | ||||
Unter den Einwohnern Uttarakhands stellen Hindus nach der Volkszählung 2001 mit 85,0 % eine große Mehrheit. Insbesondere die Bergregionen Uttarakhands sind fast rein hinduistisch. Im Flachland lebt daneben eine größere muslimische Minderheit. Insgesamt machen Muslime 11,9 % der Bevölkerung des Bundesstaates aus. Daneben gibt es eine kleinere Minderheit von Sikhs (2,5 %), die sich vor allem auf den Distrikt Udham Singh Nagar konzentriert.
Anglisierte, veraltete oder nichtoffizielle Bezeichnungen stehen in Klammern. Die Einwohnerzahlen sind auf dem Stand der Volkszählung 2001.[7]
| Stadt | Einwohner | Stadt | Einwohner | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Dehradun | 447.808 | 6 | Rudrapur | 88.720 |
| 2 | Haridwar | 175.010 | 7 | Rishikesh | 59.671 |
| 3 | Haldwani | 129.140 | 8 | Ramnagar | 47.099 |
| 4 | Rurki (Roorkee) | 97.064 | 9 | Ranipur | 43.252 |
| 5 | Kashipur | 92.978 | 10 | Manglaur | 42.782 |
Die Legislative des Bundesstaates Uttarakhand besteht aus einem Einkammernparlament, der Uttarakhand Legislative Assembly. Die 70 Abgeordneten des Parlaments werden alle fünf Jahre durch Direktwahl bestimmt. Das Parlament hat seinen Sitz in Dehradun. Uttarakhand stellt fünf Abgeordnete in der Lok Sabha, dem Unterhaus des indischen Parlaments, und drei in der Rajya Sabha, dem indischen Oberhaus.
Der Chief Minister (Regierungschef) Uttarakhands, wird vom Parlament gewählt. An der Spitze des Bundesstaats steht jedoch der vom indischen Präsidenten ernannte Gouverneur (Governor). Seine Hauptaufgaben sind die Ernennung des Chief Ministers und dessen Beauftragung mit der Regierungsbildung.
Höchster Gerichtshof Uttarakhands ist der Uttarakhand High Court mit Sitz in Nainital.
| Sitzverteilung nach der Parlamentswahl 2012 | |
|---|---|
| Kongress | 32 |
| BJP | 31 |
| BSP | 3 |
| UKD | 1 |
| Unabhängige | 3 |
Die stärksten Parteien in Uttarakhand sind der Indische Nationalkongress und die hindunationalistische Bharatiya Janata Party (BJP). Bei der letzten Parlamentswahl 2012 gewann die Kongresspartei 32, die BJP 31 Wahlkreise. Ebenfalls im Parlament vertreten sind drei Abgeordnete der Bahujan Samaj Party (BSP), die ihre Anhängerschaft vor allem unter den Dalits (Kastenlosen) hat, ein Abgeordneter der Regionalpartei Uttarakhand Kranti Dal (UKD) und drei Unabhängige.[8]
Der Kongresspartei gelang es nach der Wahl, sich durch die Unterstützung der drei unabhängigen Abgeordneten und des Abgeordneten der Uttarakhand Kranti Dal eine Parlamentsmehrheit zu sichern. Amtierender Chief Minister ist seit dem 13. März 2012 Vijay Bahuguna von der Kongresspartei.
Uttarakhand ist in zwei Divisionen und 13 Distrikte unterteilt. Dabei umfasst die Division Garhwal die Distrikte Dehradun, Haridwar, Tehri Garhwal, Uttarkashi, Chamoli, Pauri Garhwal und Rudraprayag, während zur Division Kumaon die Distrikte Almora, Bageshwar, Champawat, Nainital, Pithoragarh und Udham Singh Nagar gehören.
| Division | Verwaltungssitz | Fläche | Einwohner (2001) | Bev.- dichte | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Garhwal | Pauri | 32.446 km² | 4.923.966 | 152 Ew./km² |
| 2 | Kumaon | Nainital | 21.033 km² | 3.565.383 | 170 Ew./km² |
| Distrikt | Verwaltungssitz | Fläche | Einwohner (2001) | Bev.- dichte | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Uttarkashi | Uttarkashi | 8.016 km² | 295.013 | 37 Ew./km² |
| 2 | Chamoli | Gopeshwar | 7.613 km² | 370.359 | 49 Ew./km² |
| 3 | Rudraprayag | Rudraprayag | 1.890 km² | 227.439 | 120 Ew./km² |
| 4 | Tehri Garhwal | New Tehri | 4.080 km² | 604.747 | 148 Ew./km² |
| 5 | Dehradun | Dehradun | 3.088 km² | 1.282.143 | 415 Ew./km² |
| 6 | Pauri Garhwal | Pauri | 5.399 km² | 697.078 | 129 Ew./km² |
| 7 | Pithoragarh | Pithoragarh | 7.100 km² | 462.289 | 65 Ew./km² |
| 8 | Bageshwar | Bageshwar | 2.302 km² | 249.462 | 108 Ew./km² |
| 9 | Almora | Almora | 3.082 km² | 630.567 | 205 Ew./km² |
| 10 | Champawat | Champawat | 1.781 km² | 224.542 | 126 Ew./km² |
| 11 | Nainital | Nainital | 3.860 km² | 762.909 | 198 Ew./km² |
| 12 | Udham Singh Nagar | Rudrapur | 2.908 km² | 1.235.614 | 425 Ew./km² |
| 13 | Haridwar | Haridwar | 2.360 km² | 1.447.187 | 613 Ew./km² |
Quelle: Know India: Districts: Uttarakhand.
Die Bevölkerung von Uttarakhand lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Vor allem in höheren Regionen reichen die Erträge nur für die Deckung des eigenen Bedarfs. Es werden Hirse, Gemüse, Kartoffeln, Äpfel und in niedrigeren Lagen auch Reis angebaut. Eine wichtige Einnahmequelle stellt der Tourismus dar. Vor allem indische Pilger, aber auch westliche Touristen besuchen die heiligen Orte Rishikesh und Haridwar, sowie die als Chota Char Dham bekannten Tempel in Badrinath, Kedarnath, Yamunotri und Gangotri. Von den Briten gegründete Bergorte wie Masuri (Mussoorie) oder Nainital bieten im Sommer reicheren Indern Zuflucht vor der Hitze der Ebene.
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