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Vanity Fair ist eine in mehreren Landesausgaben erscheinende Zeitschrift, die Artikel zu kulturellen Themen, bekannten Persönlichkeiten aus Unterhaltung und Politik sowie aktuellem Geschehen bietet. Die Publikation ging aus dem 1913 erstmals verlegten britischen Magazin Dress and Vanity Fair hervor. In den USA erscheint Vanity Fair monatlich, in Italien ist sie ein Wochenmagazin. Eine deutschsprachige Ausgabe der Vanity Fair erschien vom 7. Februar 2007 bis 19. Februar 2009.
Herausgeber ist die zur US-amerikanischen Mediengruppe Advance Publications gehörende britische Verlagsgruppe Condé Nast Publications bzw. deren Tochtergesellschaften.
Die Zeitschrift wurde 1868 als britische Wochenzeitschrift von Thomas Gibson Bowles gegründet. In der Vergangenheit gab es eine Reihe von britischen und amerikanischen Zeitschriften dieses Namens. Im Jahr 1913 erwarb der Verleger Condé Nast sowohl das Magazin Dress als auch das Recht an dem Namen Vanity Fair für den amerikanischen Markt. Aus den Magazinen wurde der Titel Dress and Vanity Fair, von dem 1913 vier Ausgaben erschienen. 1914 erfolgte die Umbenennung in Vanity Fair. Als Auswirkung der Weltwirtschaftskrise wurde das Magazin 1936 mit der ebenfalls von Condé Nast verlegten Vogue verschmolzen und erst in den achtziger Jahren in seiner heutigen Form wiederbelebt.
Der Name der Zeitschrift ist der englische Titel des Romans „Jahrmarkt der Eitelkeit“ von William Makepeace Thackeray. Allerdings knüpft der Autor mit seinem Titel an ein 1678 erschienenes Werk von John Bunyan an – die „Pilgerreise“. Ein christlicher Pilger ist auf seiner Wanderschaft unzähligen Versuchungen und Gefahren ausgesetzt. Seine Reise führt ihn auch in die Stadt Vanity, in welcher eine Vanity Fair – also jener Jahrmarkt der Eitelkeit(en) – abgehalten wird.
Aufsehen erregte am 31. März 2005 ein von der US-amerikanischen Vanity Fair veröffentlichter Beitrag, in dem von Bob Woodward bestätigt wurde, dass W. Mark Felt im Watergateskandal „Deep Throat“ war.[2]
Ebenfalls in der US-amerikanischen Ausgabe vom April 2008[3] wurden geheime Dokumente der Regierung George W. Bush ausgewertet, die - nach ähnlichem Strickmuster wie in der Iran-Contra-Affäre - die Unterstützung der Fatah beim Versuch der Machtübernahme in Gaza-Stadt nach der Wahlniederlage 2006 beschreiben.
Eine deutschsprachige Ausgabe der Vanity Fair erschien vom 7. Februar 2007 bis 19. Februar 2009[4] im Condé Nast Verlag, herausgegeben von Bernd Runge. Chefredakteur der deutschen Ausgabe war von der Gründung bis zum 11. Januar 2008 Ulf Poschardt, sein Nachfolger war ab Mai 2008 Nikolaus Albrecht.[5] Während die US-Ausgabe der Zeitschrift monatlich erscheint, war Vanity Fair in Deutschland ein Wochenmagazin. Im Februar 2009 wurde die deutsche Version eingestellt. Als Grund für die überraschende Entscheidung, knapp zwei Jahre nach dem Start in Deutschland, nannte Verlagsvorstand Jonathan Newhouse die schlechte konjunkturelle Entwicklung weltweit und die damit einhergehende Anzeigenkrise in der Verlagsbranche.[6] Von Branchenkennern wird diese Erklärung jedoch angezweifelt.[7][8]
Im November 2007 erschien ein ausführliches Interview des ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman, mit dem Rechtsextremen Horst Mahler.[9][10]
Für Aufsehen und Empörung sorgte das Magazin durch ein am 22. November veröffentlichtes Interview mit der „CSU-Rebellin“ Gabriele Pauli samt ihrem „Abschiedsbrief“ an den CSU-Vorsitzenden Erwin Huber.[11] Die Landrätin kündigte hier erstmals an, ihre CSU-Mitgliedschaft beenden zu wollen. Später wurde bekannt, dass Pauli für die Veröffentlichung Geld gefordert und erhalten hatte.[12] Auf ihrer Website bestätigte sie dieses und rechtfertigte das Verhalten mit der Begründung: „Viele Medien haben damit Millionenumsätze gemacht, meine politischen und privaten Handlungen und Meinungen darzustellen und zu kommentieren, mich „rauf“ und dann wieder „runter“ zu schreiben. Um meine politische Arbeit fortsetzen zu können, ist es legitim, von denjenigen, die von meinem Engagement profitieren, einen Teil zu verlangen.“ Dies wurde vom Deutschen Journalisten-Verband kritisch beurteilt.[12] Des Weiteren begründete Pauli am 30. November 2007 die Zahlungen damit, dass sie nicht verpflichtet sei, Dritten Auskunft zu ihren persönlichen Zielen zu geben. Sie habe über das Amt als Landrätin hinaus kein Mandat, keinen Wählerauftrag und noch nicht einmal eine Parteizugehörigkeit. Sie wolle mit dem Geld einen Teil ihrer künftigen politischen Arbeit ermöglichen und habe ihre bisherigen Aktivitäten ein Jahr lang aus eigener Tasche bestritten.[12]
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