| Verlagsgruppe Weltbild GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1948 |
| Sitz | Augsburg, Deutschland |
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| Mitarbeiter | 6500 |
| Umsatz | 1,65 Mrd. Euro (06/2010) |
| Branche | Buchhandel, Verlag, Versandhandel |
| Website | www.weltbild.com |
Die Verlagsgruppe Weltbild ist ein deutsches Verlags-, Versand- und Buchhandelsunternehmen mit Sitz in Augsburg. Die Verlagsgruppe Weltbild ging aus dem 1948 gegründeten katholischen Zeitschriftenverlag Winfried-Werk GmbH hervor. Die sinkende Resonanz für katholische Erbauungsschriften führte 1987 zu einer völligen Umorientierung und zur Weltbild Verlag GmbH. 2001 entstand daraus die Verlagsgruppe Weltbild. Sie zählt heute im Buchhandel und Online-Buchhandel zu den Marktführern in Deutschland.
Im Zuge der sich beschleunigenden Marktbereinigung und Filialisierung im Buchhandel fällt neben der Thalia-Gruppe und der Verlagsgruppe Weltbild auch die Mayersche Buchhandlungskette durch eine starke Expansion mit Übernahmen von inhabergeführten Buchhandlungen und Neugründungen von Buchhäusern auf.
Weltbild betreibt ein eigenes Verlagshaus in Augsburg und ist zu 50 % an der Verlagsgruppe Droemer Knaur beteiligt. Der Weltbild-Verlag wurde 1948 als Winfried-Werk GmbH gegründet und verlegte das katholische Magazin Mann in der Zeit, das 1968 in Weltbild umbenannt wurde. Der Aufstieg zu einem der größten Buchhändler Europas mit hunderten Filialen und Versandhandel wird Carel Halff zugerechnet, der dem Unternehmen seit 1975 angehört und seit 2001 Vorsitzender der Geschäftsführung ist.
Seit 2001 hatte Weltbild ein Joint Venture mit dem OZ-Verlag im Bereich Zeitschriften (Living & More GmbH, Offenburg). Mit dem belgischen Medienhaus Belgomedia bestanden ebenfalls 50/50-Joint-Ventures (Bayard Presse, Frankreich, und Roularta Media, Belgien). Weltbild verlegte Zeitschriften in den Bereichen Eltern und Familien (Leben & erziehen, schwangerschaft & geburt, babys erstes jahr, Babys & Kinder richtig fördern, babys lernen schlafen, Gesundheit, mein Kind!, Schule+Familie), 40-plus/50-plus (Frau im Leben, Lenz), Kinder (HOPPLA, Olli und Molli, BIMBO, Benni, Tierfreund, Stafette, I Love English junior) sowie Haus und Garten (Gärtnern leicht gemacht, Grün, Living & More, G/Geschichte, Lea Wohnen). Im Geschäftsjahr 2007/2008 hat Weltbild den gesamten Zeitschriftenbereich an die französische Bayard-Gruppe verkauft.
Weltbild ist sowohl auf dem Buchmarkt mit eigenen Filialen, einem Onlineshop als auch im Katalogversandhandel tätig. Der Onlineshop gehört zu den vier größten in Deutschland.[1] Neben Büchern und Zeitschriften vertreibt die Verlagsgruppe auch CDs, DVDs, Elektronik, Geschenkartikel und Haushaltsartikel. Spielzeug wird vor allem über Kidoh (Katalogversand und Internet) vertrieben.
Die Unternehmenstochter Weltbild Plus Medien Vertriebs GmbH & Co. KG mit Sitz in München ist verantwortlich für derzeit insgesamt ca. 330 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Das Filialnetz der Weltbild Plus Medienvertriebs GmbH umfasst eine Anzahl unterschiedlicher Ladenbau- und Sortimentskonzepten:
Im Januar 2008 gab die Unternehmensführung bekannt, dass zukünftig alle 330 Filialen (Weltbild plus, Buchhandlung Weltbild!, A&M plus und A&M!) unter einem einheitlichen roten Logo mit dem Namen „Weltbild“ firmieren und damit die unterschiedlichen Filialkonzepte nicht mehr existent sein werden. Die Umfirmierung sollte bis Ende 2009 abgeschlossen sein, wurde jedoch aufgrund allgemeiner und massiver Sparpläne der Unternehmensgruppe bisher nur wenig umgesetzt.[7][8][9]
Seit 2006 liegt das stationäre Buchhandelsgeschäft von Weltbild in den Händen der Finanzholding DBH Deutsche Buch Handels GmbH & Co. KG. Die DBH gehört zu 50 % zur Verlagsgruppe Weltbild und zu 50 % der Familie Hugendubel und ist seit der Gründung deutscher Marktführer im Buchhandel mit insgesamt rund 465 Filialen (Stand 9/2007). Im Onlinebuchhandel ist Weltbild zu 33,3 % an buecher.de beteiligt, zu 49 % an cBooks Germany GmbH (Booklooker), zu 50 % an der russischen Moy Mir und der polnischen Bauer-Weltbild-Media. Eine 50-Prozent-Beteiligung an der niederländischen Bol.com wurde im April 2009 veräußert.
Das Unternehmen betreibt zudem über das Tochterunternehmen DBH Warenhaus seit dem 1. Juli 2008 die Buchabteilungen der Karstadt-Warenhäuser im so genannten „Shop-im-Shop“-Modell. In größeren Häusern firmieren die Flächen unter dem Namen Hugendubel (KaDeWe Berlin und im Karstadthaus am Berliner Hermannplatz). In kleineren Häusern firmieren die Buchhandelsflächen unter dem Namen Weltbild.[10][11] Die Anzahl der bisher bewirtschafteten und übernommenen Buchhandelsflächen wurden jedoch bereits stark reduziert – statt der ursprünglichen 52 sind es jetzt nur noch 26 Buchfilialen.[12]
Die Verlagsgruppe Weltbild hat nach eigenen Angaben (Stand Juni 2010) rund 6500 Beschäftigte, davon rund 1800 am Stammsitz Augsburg. Als unkonsolidierter Gesamtumsatz wurden im Geschäftsjahr 2009/2010 rund 1,65 Milliarden Euro ausgewiesen. Die Hälfte des Umsatzes steuerten die Filialen, 30 % der Warenabsatz via Internet und 20 % der Versandhandel bei.[13]
Am 28. Mai 2009 wurde bekannt, dass Weltbild im Rahmen einer Neustrukturierung 322 Mitarbeitern im Verkauf betriebsbedingt kündigt, da sich „Umsätze in das Internet verlagert hätten“.[14] In der Folge kam es zu Streiks in der Zentrale in Augsburg.[15]
Gesellschafter des Unternehmens sind zwölf katholische deutsche Diözesen, der Verband der Diözesen Deutschlands und die Soldatenseelsorge Berlin. Zu den Eigentümern gehören die Diözesen Augsburg, Aachen, Bamberg, Eichstätt, Fulda, Freiburg, München/Freising, Münster, Passau, Regensburg, Trier und Würzburg. Größere Beteiligungen halten unter anderem der Verband der Diözesen (24,2 %), die Erzdiözese München und Freising (13,2 %) und die Diözese Augsburg (11,7 %). Die Geschäftsführer sind Carel Halff (Vorsitz der Geschäftsführung), Klaus Driever und Martin Beer.
Weltbild gehört zu 100 % der römisch-katholischen Kirche in Deutschland. Eine 70-seitige Dokumentation der katholischen Initiative Katholisches! Weltbild kritisierte 2008 das angebliche Angebot an „Sexbüchern, gewaltverherrlichenden, esoterischen, magischen und satanischen Schriften“. Die deutschen Bischöfe als verantwortliche Eigentümer wurden angeschrieben; die Resonanz war jedoch gering. Im Januar 2011 kam das Unternehmen Hugendubel in die Schlagzeilen, weil dem Konzern im firmeneigenen Gewerkschaftsblog Zensur vorgeworfen wurde. Durch die Kooperation mit dem Weltbild-Verlag wurde im Online-Shop von Hugendubel kurzzeitig ein „Filter“ verwendet, der zahlreiche schwul-lesbische, kirchenkritische, esoterische und kommunistische Artikel herausfilterte. Nach einhellig kritischem Medienecho wurde der Filter entfernt und entsprechende Titel wieder gelistet.[16] Im Oktober 2011 berichtet das Magazin buchreport, dass die katholische Verlagsgruppe auch Erotik publiziere, auf der anderen Seite aber im Hugendubel-Onlineshop, den Weltbild zu Jahresanfang übernommen hatte, plötzlich kirchenkritische Literatur fehle. Die Fachzeitschrift resümierte, dass der Versender gegenüber erotischer Literatur „deutlich aufgeschlossener“ sei.[17] Daraufhin reagierten die deutschen Bischöfe mit der Mitteilung, dass man den „Vertrieb möglicherweise pornografischer Inhalte“ unterlassen wolle und dass möglicherweise ein Filtersystem versagt habe.[18]Alexander Kissler forderte im Focus den „komplette[n] Ausstieg“ der Kirche aus Weltbild und Droemer Knaur sowie den „Verkauf sämtlicher Anteile [...] und sei es mit Verlusten“. Diesen Preis müsse „eine Kirche sich leisten können, für die eine Entweltlichung um der Welt willen nicht nur eine fromme Phrase ist.“[19]
Der Verlag gab an, dass dieser Umsatz lediglich knapp 0,2 ‰ ausmache und er auf den „mündigen Bürger“ setze; Zensur fände nicht statt. Darüber hinaus versuche man „unserer Verantwortung gerecht“ zu werden; bei Holocaust-Leugnern, Kriegs- und Gewaltverherrlichung sowie bei Sex setze man Grenzen, „genauso bei polemischen Büchern über seine Gesellschafter, die Diözesen“. In solchen Fällen behalte sich das Unternehmen vor, diese Bücher aus dem Angebot zu nehmen. Beim Sortiment von Weltbild fände laut Geschäftsführer Carel Halff „ein sehr intensiver und zuweilen auch kritischer Dialog“ statt. Auf Drängen des Aufsichtsrates wurde vor Jahren ein Speziallektorat eingerichtet. Laut Klaus Donaubauer, bischöflicher Finanzdirektor der Diözese Augsburg und Weltbild-Aufsichtsratsvorsitzender, habe es die Aufgabe, „inhaltlich nicht tolerable Publikationen“ aus dem Vertrieb zu nehmen. Da sich Weltbild im Versandhandel mit Wettbewerbern wie Amazon behaupten müsse, habe die Verlagsgruppe ihr Angebot im Internet um das lieferbare Großhandelsangebot von KNV und Libri ergänzt. Darin „finden sich auch Bücher erotischen Inhalts“.[20] Widersprochen wurde dem Vorwurf, der Verlag betreibe Pornografie. In einer Stellungnahme heißt es, das Unternehmen prüfe rechtliche Schritte gegen die „Verleumder“; ebenso behalte sich Droemer-Knaur rechtliche Schritte vor.[21] Klaus Donaubauer trat Mitte November mit sofortiger Wirkung von seinem Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der Verlagsgruppe zurück.[22] Die Deutsche Bischofskonferenz beschloss Ende November „ohne jeden Verzug“ sich vom Verlag zu trennen. Nach einer Pressemitteilung des Ständigen Rates der Bischofskonferenz vom 22. November 2011[23] könne „die internetgestützte Verbreitung sowie die Produktion von Medien, die den ideellen Zielen der Gesellschafter widersprechen, im eigenen Bereich bzw. im Bereich der Unternehmensbeteiligungen“ nicht hinreichend unterbunden werden. Darunter hätte die Glaubwürdigkeit der Verlagsgruppe und ihrer Gesellschafter gelitten.[24][25]
48.39577623527810.928896665556
Koordinaten: 48° 23′ 45″ N, 10° 55′ 44″ O
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