Vertrauen ist die subjektive Überzeugung (auch Glaube) von der Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von Handlungen, Einsichten und Aussagen eines anderen oder von sich selbst (Selbstvertrauen). Zum Vertrauen gehört auch die Überzeugung der Möglichkeit von Handlungen und der Fähigkeit zu Handlungen. Das Gegenteil des Vertrauens ist das Misstrauen.
Vertrauen ist als Wort seit dem 16. Jahrhundert bekannt (althochdeutsch: „fertruen“, mittelhochdeutsch: „vertruwen“) und geht auf das gotische trauan zurück. Das Wort „trauen“ gehört zu der Wortgruppe um „treu“ = „stark“, „fest“, „dick“.
Vertrauen ist ein Phänomen, das in unsicheren Situationen auftritt: Wer sich einer Sache sicher sein kann, muss nicht vertrauen. Vertrauen ist aber auch mehr als nur Glaube oder Hoffnung, es benötigt immer eine Grundlage („Vertrauensgrundlage“). Dies können gemachte Erfahrungen sein, aber auch das Vertrauen einer Person, der man selbst vertraut (Vertrauen ist teilweise übertragbar). Jemandem sein ganzes Vertrauen zu schenken, kann sehr aufregend sein. Als Beispiel: Das Vertrauen, das ein Kind dem Vater schenkt, wenn es von oben herab in die ausgebreiteten Arme springt. Sowohl für den Vater als auch für das Kind. (Die Geschichte wird oft im übertragenen Sinn erzählt - als Gottvertrauen.)
„Vertrauen ist der Wille, sich verletzlich zu zeigen.“ (Bijsma & Costa, 2003; Mayer, Davis & Schoorman, 1995; Rousseau et al., 1998) Dieser einfache Satz umfasst mehrere Vertrauensdimensionen: 1. Vertrauen entsteht in Situationen, in denen der Vertrauende (der Vertrauensgeber) mehr verlieren als gewinnen kann- er riskiert einen Schaden bzw. eine Verletzung. 2. Vertrauen manifestiert sich in Handlungen, die die eigene Verletzlichkeit erhöhen. Man liefert sich dem Vertrauensnehmer aus und setzt zum Vertrauenssprung an. 3. Der Grund, warum man sich ausliefert, ist die positive Erwartung, dass der Vertrauensnehmer die Situation nicht zu seinen Gunsten ausnutzt.
[Bearbeiten] Grundlagen der VertrauensbeziehungVoraussetzungen dafür, dass ein situationsbasiertes Vertrauen entstehen kann, sind:
Drei Eigenschaften sind Grundlage der Vertrauenserwartung:
Identifikationsbasiertes Vertrauen beruht auf zwei Komponenten:
Lewicki und Bunker (1995)
In bestimmten spirituellen Glaubenssystemen ist Vertrauen das, worum sich das Leben der Menschen dreht. Ziel sei das Vertrauen in unsere innewohnenden göttlichen Fähigkeiten wieder herzustellen. Alles sei nur einen Gedanken weit entfernt. Wer darauf vertraue, habe das schöpferische Talent in sich entwickelt (ab/ ausgewickelt). Das, was man auf dieser Erde lernen solle bzw. wiedererlangen solle, sei das BEWUSSTE Vertrauen in die eigenen gottgegebenen Fähigkeiten, z. B. in den Odem Gottes, den Gott dem Menschen im Paradies eingehaucht habe, oder in eine Seele, die dem Menschen von Gott (Urgott) mit auf die Reise gegeben worden sei. Gott wird in derartigem spirituellen Denken als religionsfrei aufgefasst, als über oder hinter den Religionen stehend.
Im Christentum ist das Vertrauen auf Gott und seine Liebe ein Weg zur Freude und zum "Leben in Fülle" - siehe Bergpredigt.
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