Dienstag, 29. Mai 2012

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Veteran

Ein US-amerikanischer Kriegsveteran aus dem Ersten Weltkrieg in seiner alten Uniform während des Veterans Day 1982

Veteran (v. lat.: vetus = alt) ist eine Bezeichnung für einen altgedienten, (Einsatz-)erfahrenen Soldaten. Bei ehemaligen Kriegsteilnehmern spricht man auch von Kriegsveteranen.

Im übertragenen Sinn wird damit auch jemand bezeichnet, der über langjährige Erfahrung in einer bestimmten Hinsicht verfügt. Außerdem verwendet man das Wort auch für alte Fahrzeuge ebenso wie das Wort Oldtimer.

Definition

In Deutschland wird unter einem Veteranen im allgemeinen, umgangssprachlichen Gebrauch ein altgedienter und lebensälterer Soldat verstanden, der Weltkriegserfahrung hat.[1] In anderen westlichen Staaten werden inzwischen auch Soldaten der Nachkriegsära als Veteranen bezeichnet. Hier haben sich zwei Hauptdefinitionen herauskristallisiert. Beispielsweise in Norwegen oder Dänemark ist ein Veteran ein Soldat, der an einem Auslandseinsatz teilgenommen hat, was folglich auch aktive Soldaten mit einbezieht (skandinavisches Modell). In Großbritannien, Kanada und den USA wird jeder ehemaliger Soldat als Veteran bezeichnet, ob einsatzerfahren oder nicht (angloamerikanisches Modell).[1]

Im Deutschland gibt es für die Nachkriegszeit noch keine allgemein anerkannte Definition. Das Bundesministerium der Verteidigung hat im April 2012 ein Diskussionspapier herausgegeben, mit dem eine entsprechende Diskussion angeregt werden soll.[1] Hier stellt sich beispielsweise auch die Frage, ob und wie Polizeikräfte und Angehörige anderer Behörden sowie Mitarbeiter ziviler Organisationen, die an einen Auslandseinsatz teilgenommen haben, ebenso als Veteranen bezeichnet werden sollen.[1]

Geschichte

Veteranen im Römischen Reich

In der römischen Antike waren Veteranen die Soldaten, die ihre Dienstzeit von meistens 20 Jahren vollendet hatten und entlassen worden waren, oder aber auch noch beim Heer blieben. Die Kampfkraft von Caesars Veteranenlegionen, den Eisenmännern, war gefürchtet.

Während in republikanischer Zeit im Kriegsfall ein Bürgerheer ausgehoben und nach Beendigung des Kriegszuges sofort wieder aufgelöst wurde, setzte sich seit dem 2./1. Jahrhundert v. Chr. nach und nach das Berufsheer durch (Heeresreform des Gaius Marius). Die für eine bestimmte Zeit verpflichteten Berufssoldaten erhielten nach Beendigung ihrer Dienstzeit Ackerland in den Provinzen zugeteilt. Da die Versorgung der Veteranen durch die jeweiligen Feldherren garantiert wurde, betrachteten die Veteranen sich als zu seiner Klientel gehörig und bildeten damit einen Machtfaktor, der vor allem in den Bürgerkriegen Bedeutung hatte.

Veteranen der Moderne

Nadel des Kyffhäuserbundes

Das heutige Veteranenwesen, insbesondere viele traditionelle Veteranenvereine in Deutschland, geht auf die Zeit des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 zurück. Auch heute spricht man von Teilnehmern an einem der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts von Kriegsveteranen, ebenso beim Vietnamkrieg. Zahlreiche Veteranenvereine kümmern sich um Kameradschaft und um Probleme, die durch die jeweilige Kriegsteilnahme entstanden. Auch politisch sind manche Vereine tätig. Viele Veteranen haben eine Posttraumatische Belastungsstörung (englische Abkürzung PTSD für post traumatic stress disorder) und/oder andere psychische Probleme. Bei Rückkehrern aus den Weltkriegen beobachtete man verschiedene Varianten von Tremor, im Volksmund oft „das Zittern“ genannt. Unter Veteranen ist die Selbstmordrate höher als unter anderen Bevölkerungsgruppen. Dies zeigte sich zum Beispiel nach beiden Irakkriegen und bei Heimkehrern aus Afghanistan. [2][3]

  • Als letzter überlebender deutscher Teilnehmer des Ersten Weltkrieges, der einer Einheit der Armee des Deutschen Reiches angehörte, gilt der Jurist Erich Kästner (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Schriftsteller), der im Januar 2008 im Alter von 107 Jahren starb.
  • Lazare Ponticelli († 12. März 2008 in Le Kremlin-Bicêtre) war der letzte überlebende Veteran des Ersten Weltkriegs mit französischer Staatsbürgerschaft.
  • Als letzter Veteran des Ersten Weltkrieges der k.u.k. Armee verstarb am 27. Mai 2008 der im Jahr 1900 in Südungarn (heute Rumänien) geborene Franz Künstler.
  • Der letzte osmanische Veteran des Ersten Weltkrieges Yakup Satar verstarb am 2. April 2008 im Alter von 110 Jahren.
  • Als letztes noch lebendes Mitglied der British Army des Ersten Weltkriegs (The last fighting Tommy) und zugleich als ältester lebender Mann in Europa starb am 25. Juli 2009 Harry Patch im Alter von 111 Jahren.
  • Der letzte aus Kanada stammende Veteran des Ersten Weltkriegs war John Babcock; er verstarb am 19. Februar 2010.
  • Als letzter US-Veteran des Ersten Weltkrieges verstarb am 27. Februar 2011 im Alter von 110 Jahren der US-Amerikaner Frank Buckles.[4]
  • Der letzte Kombattant Claude Choules der Royal Navy und damit auch letzter männlicher Veteran des Ersten Weltkriegs starb am 5. Mai 2011 in Perth, Australien.[5]
  • Die mutmaßlich allerletzte lebende Veteranin des Ersten Weltkriegs war Florence Green, die in einer Offiziersmesse der Royal Air Force als Stewardess arbeitete, verstarb am 4. Februar 2012. [6]

Veteranen der Bundeswehr

Spätestens seit im Zusammenhang mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr von Krieg gesprochen wird, gibt es in Deutschland neue Kriegsveteranen.[7] Seit 1992 waren rund 300.000 deutsche Soldaten im Auslandseinsatz.[8] Für diese Veteranen wurden Organisationen wie der Bund Deutscher Veteranen und der Deutsche Veteranenverband gegründet.[9]

Frankreich

In Frankreich gründete 1917 Henri Barbusse mit Paul Vaillant-Courier und anderen den sozialistischen Kriegsveteranenbund ARAC (Association Républicaine des Anciens Combattants) und gab eine sozialistische Zeitschrift - Le monde - heraus, um den Krieg und seine Ursachen zu bekämpfen. Weiterhin gründete er 1919 mit Romain Rolland die Clarté-Bewegung, eine Friedensbewegung demokratischer Intellektueller; ihr schlossen sich Georges Duhamel, Anatole France, Jules Romains und Heinrich Mann an.

Siehe auch

Literatur

  • Kryzsztof Królczyk: Tituli Veteranorum. Veteraneninschriften aus den Donauprovinzen des Römischen Reiches (1.–3. Jahrhundert n. Chr.) = Inscrypcje weteranów z prowincji naddunajskich Cesarstwa Rzymskiego (I - III w. po Chr.). Wydawnnictwo Contact, Poznań 2005, ISBN 83-917505-7-4, (Xenia Posnaniensia Monografie 6).
  • Hans-Christian Schneider: Das Problem der Veteranenversorgung in der späteren römischen Republik. Habelt, Bonn 1977, ISBN 3-7749-1425-7, (Zugleich: Münster (Westfalen), Dissertation, 1975).

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Veteran – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Veterans – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. abcd BMVg: Eine Veteranenpolitik für die Bundeswehr. Diskussionspapier. bmvg.de, 2. April 2012, abgerufen am 7. April 2012 (pdf-Datei, 49,7 Kb). 
  2. www.veteranscrisisline.net
  3. www.armytimes.com
  4. Last U.S. veteran of World War I dies. phillyburbs.com, abgerufen am 2. März 2011 (englisch). 
  5. Last known World War I combatant dies at 110. .cnn.com, abgerufen am 5. Mai 2011 (englisch). 
  6. At 108, Florence Green is Britain's oldest war vet. .Lynn News.co.uk, abgerufen am 5. Mai 2011 (englisch). 
  7. Die Zeit, Die Bundeswehr-Veteranen organisieren sich, 25. August 2010
  8. NDR Info, [1], Seite 12, ausgestrahlt am 18. Dezember 2010
  9. Stuttgarter Nachrichten, [2], 27. Dezember 2010
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Diese Seite wurde zuletzt am 7. Mai 2012 um 22:38 Uhr geändert.

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