Veteran (v. lat.: vetus = alt) ist eine Bezeichnung für einen altgedienten, (Einsatz-)erfahrenen Soldaten. Bei ehemaligen Kriegsteilnehmern spricht man auch von Kriegsveteranen.
Im übertragenen Sinn wird damit auch jemand bezeichnet, der über langjährige Erfahrung in einer bestimmten Hinsicht verfügt. Außerdem verwendet man das Wort auch für alte Fahrzeuge ebenso wie das Wort Oldtimer.
In Deutschland wird unter einem Veteranen im allgemeinen, umgangssprachlichen Gebrauch ein altgedienter und lebensälterer Soldat verstanden, der Weltkriegserfahrung hat.[1] In anderen westlichen Staaten werden inzwischen auch Soldaten der Nachkriegsära als Veteranen bezeichnet. Hier haben sich zwei Hauptdefinitionen herauskristallisiert. Beispielsweise in Norwegen oder Dänemark ist ein Veteran ein Soldat, der an einem Auslandseinsatz teilgenommen hat, was folglich auch aktive Soldaten mit einbezieht (skandinavisches Modell). In Großbritannien, Kanada und den USA wird jeder ehemaliger Soldat als Veteran bezeichnet, ob einsatzerfahren oder nicht (angloamerikanisches Modell).[1]
Im Deutschland gibt es für die Nachkriegszeit noch keine allgemein anerkannte Definition. Das Bundesministerium der Verteidigung hat im April 2012 ein Diskussionspapier herausgegeben, mit dem eine entsprechende Diskussion angeregt werden soll.[1] Hier stellt sich beispielsweise auch die Frage, ob und wie Polizeikräfte und Angehörige anderer Behörden sowie Mitarbeiter ziviler Organisationen, die an einen Auslandseinsatz teilgenommen haben, ebenso als Veteranen bezeichnet werden sollen.[1]
In der römischen Antike waren Veteranen die Soldaten, die ihre Dienstzeit von meistens 20 Jahren vollendet hatten und entlassen worden waren, oder aber auch noch beim Heer blieben. Die Kampfkraft von Caesars Veteranenlegionen, den Eisenmännern, war gefürchtet.
Während in republikanischer Zeit im Kriegsfall ein Bürgerheer ausgehoben und nach Beendigung des Kriegszuges sofort wieder aufgelöst wurde, setzte sich seit dem 2./1. Jahrhundert v. Chr. nach und nach das Berufsheer durch (Heeresreform des Gaius Marius). Die für eine bestimmte Zeit verpflichteten Berufssoldaten erhielten nach Beendigung ihrer Dienstzeit Ackerland in den Provinzen zugeteilt. Da die Versorgung der Veteranen durch die jeweiligen Feldherren garantiert wurde, betrachteten die Veteranen sich als zu seiner Klientel gehörig und bildeten damit einen Machtfaktor, der vor allem in den Bürgerkriegen Bedeutung hatte.
Das heutige Veteranenwesen, insbesondere viele traditionelle Veteranenvereine in Deutschland, geht auf die Zeit des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 zurück. Auch heute spricht man von Teilnehmern an einem der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts von Kriegsveteranen, ebenso beim Vietnamkrieg. Zahlreiche Veteranenvereine kümmern sich um Kameradschaft und um Probleme, die durch die jeweilige Kriegsteilnahme entstanden. Auch politisch sind manche Vereine tätig. Viele Veteranen haben eine Posttraumatische Belastungsstörung (englische Abkürzung PTSD für post traumatic stress disorder) und/oder andere psychische Probleme. Bei Rückkehrern aus den Weltkriegen beobachtete man verschiedene Varianten von Tremor, im Volksmund oft „das Zittern“ genannt. Unter Veteranen ist die Selbstmordrate höher als unter anderen Bevölkerungsgruppen. Dies zeigte sich zum Beispiel nach beiden Irakkriegen und bei Heimkehrern aus Afghanistan. [2][3]
Spätestens seit im Zusammenhang mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr von Krieg gesprochen wird, gibt es in Deutschland neue Kriegsveteranen.[7] Seit 1992 waren rund 300.000 deutsche Soldaten im Auslandseinsatz.[8] Für diese Veteranen wurden Organisationen wie der Bund Deutscher Veteranen und der Deutsche Veteranenverband gegründet.[9]
In Frankreich gründete 1917 Henri Barbusse mit Paul Vaillant-Courier und anderen den sozialistischen Kriegsveteranenbund ARAC (Association Républicaine des Anciens Combattants) und gab eine sozialistische Zeitschrift - Le monde - heraus, um den Krieg und seine Ursachen zu bekämpfen. Weiterhin gründete er 1919 mit Romain Rolland die Clarté-Bewegung, eine Friedensbewegung demokratischer Intellektueller; ihr schlossen sich Georges Duhamel, Anatole France, Jules Romains und Heinrich Mann an.
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