| World Wide Fund For Nature | |
|---|---|
| Gründung | 1961 |
| Sitz | Gland, Schweiz |
| Personen | |
| Aktionsraum | Global |
| Schwerpunkt | Umweltschutz |
| Website | www.panda.org |
Der WWF, der World Wide Fund For Nature, ist eine der größten internationalen Naturschutzorganisationen der Welt. Sie wurde 1961 als World Wildlife Fund in der Schweiz gegründet.
Auf der ganzen Welt arbeiten in dem Netzwerk rund 4000 Mitarbeiter in etwa 100 Ländern für mehr als 2000 Natur- und Umweltschutzprojekte. Mehr als fünf Millionen Förderer auf der ganzen Welt unterstützen die Arbeit des WWF, wodurch 2006 über 374 Millionen Euro für den Naturschutz eingesetzt werden konnten.[1] Im deutschsprachigen Raum existiert in Deutschland, Österreich und der Schweiz je eine nationale WWF-Organisation.
Die Naturschutzorganisation gewann im Jahr 2002 einen Rechtsstreit um den Namen WWF, sodass sich die World Wrestling Federation in World Wrestling Entertainment (WWE) umbenennen musste.[2]
Der WWF formuliert seine Ziele folgendermaßen:
Dabei unterscheidet sich der WWF in seiner Arbeitsweise von anderen Umweltschutzorganisationen. Anders als bei Greenpeace oder dem BUND lag der Fokus von Anfang an weniger auf öffentlichkeitswirksamen Einzelaktionen oder aktiven Mitgliedsgruppen, sondern vielmehr auf klassischer Lobbyarbeit, „Ökosponsoring“ durch Wirtschaftsunternehmen und der finanziellen sowie personellen Unterstützung großer, auf Dauer angelegter Schutzprojekte.
Im Laufe der Jahre hat sich das Aufgabenspektrum ausgehend vom reinen Artenschutz ausgeweitet. Inzwischen sind Projekte zum allgemeinen Umweltschutz und der Kampf gegen den anthropogenen Treibhauseffekt in der Arbeit des WWF ebenso wichtig.
In der Gründungsurkunde heißen die Aufgaben „Schutz von Tieren, Pflanzen, Wäldern, Landschaft, Wasser, Boden und allen natürlichen Ressourcen durch Ankauf und Verwaltung von Land. Die Erforschung, Ausbildung aller Klassen, Information und Öffentlichkeit, Koordinierung von Bemühungen, Kooperation mit anderen interessierten Gruppen und jeglicher dem Ziel nützlichen Unterstützung.“ [3]
In den folgenden Jahren startete der WWF Schutzprojekte auf der ganzen Welt. Der ursprüngliche Fokus der Aktivitäten lag auf dem Schutz gefährdeter Arten. Mit wachsenden Ressourcen erweiterte sich das Themenspektrum um weitere Felder wie die Erhaltung der Biodiversität, die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und die Verringerung von Umweltverschmutzung.[4]
Die Organisation will nach eigenen Angaben eine Zukunft gestalten, in der Mensch und Natur im Einklang miteinander leben. Dafür engagiert sich der WWF weltweit beim Aufbau von Naturschutzgebieten, für den langfristigen Erhalt gefährdeter Naturlandschaften und den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten.
Darüber hinaus nimmt die Nichtregierungsorganisation Einfluss auf Politik, Industrie, Handel und Verbraucher. Mit konkreten Lösungen will der WWF zeigen, wie ein ökologisches Leben der Menschen in einer lebendigen Natur möglich ist.
Im Laufe seiner Geschichte ist der WWF, der sich selbst als „Partner der Wirtschaft“ versteht[5], auch von großen Unternehmen unterstützt worden, darunter Chevron und Exxon (die 1988 jeweils mehr als 50.000 US-Dollar spendeten) sowie Philip Morris, ExxonMobil und der Morgan Guaranty Trust. Der Corporate Club des WWF (siehe Weblinks) bietet Unternehmen in einigen Staaten an, die Organisation zu unterstützen und dafür mit dem Namen und dem Logo des WWF werben zu dürfen. Zurzeit arbeitet der WWF unter anderem mit Coca-Cola, Nokia und Canon zusammen.
Dem WWF wird von einigen Umweltgruppen und zivilgesellschaftlichen Initiativen vorgeworfen, zu enge Beziehungen zu Unternehmen zu unterhalten, um unabhängig agieren zu können. Siehe dazu den Abschnitt Kritik.
Das Logo des WWF zeigt den Großen Panda. Modell für dieses Logo war die berühmte Pandabärin Chi Chi, die 1961 (während der Gründung des WWF) im Londoner Zoo lebte.
Das ursprüngliche Logo wurde von Peter Markham Scott nach Skizzen des schottischen Naturforschers und Malers Gerald Watterson entworfen.[6] Das Logo wurde 1986 im Zuge der Umbenennung der Organisation in „World Wide Fund For Nature“ überarbeitet.
Die Organisation wurde am 29. April 1961[7] als World Wildlife Fund in der Schweiz gegründet. Noch im Gründungsjahr entstanden Sektionen in Großbritannien, der Schweiz und den USA. Es folgten Sektionen in Deutschland (1963), den Niederlanden, Österreich und Südafrika. Nach und nach entstand bis heute ein weltweites Netzwerk aus 59 nationalen Sektionen, Programmbüros und Partnerorganisationen.
1986 – anlässlich des Jubiläums zum 25. Geburtstag – wurde der Name den geänderten Tätigkeitsbereichen des WWF angepasst. Man entschloss sich, den Namen in „World Wide Fund For Nature“ zu ändern. Nur die USA und Kanada behielten den ursprünglichen Namen bei.[4]
Unter der Dachorganisation des WWF International, dessen Hauptsitz und zentrales Sekretariat im schweizerischen Gland ist, finden sich regionale Programmbüros, Partnerorganisationen und fast 60 eigenständige WWF-Sektionen. WWF International wird geleitet von James P. Leape als Generaldirektor, während Yolanda Kakabadse als Präsidentin den Verband repräsentativ vertritt. Im deutschsprachigen Raum ist der WWF in Österreich (Wien), der Schweiz (Zürich) und Deutschland (Frankfurt am Main) vertreten. [8]
Die Gründungsmitglieder des WWF waren Industrielle, Wissenschaftler und Naturschützer. Wichtige Personen, die an der Gründung beteiligt waren, sind:
1963 formierte sich in Bonn der deutsche Verein zur Förderung des World Wildlife Fund, der sich zehn Jahre später in eine Stiftung bürgerlichen Rechts umstrukturierte – die Umweltstiftung WWF Deutschland.[15]
Die Mission des WWF Deutschland lautet: „Bewahrung der biologischen Vielfalt – ein lebendiger Planet für uns und unsere Kinder.“
Vergabe der Auszeichnung Ökomanager des Jahres seit 1990 zusammen mit der Zeitschrift Capital.
Der WWF Deutschland konzentriert sich in seiner Arbeit auf die drei großen Lebensräume Meere und Küsten, Flüsse und Feuchtgebiete sowie Wälder. Die thematischen Schwerpunkte sind Artenschutz, Landwirtschaft und Klimaschutz. 2009 war die Umweltstiftung weltweit in 58 Naturschutzprojekten aktiv, 37 davon waren international und 17 national ausgerichtet. Dabei wurden im selben Jahr 27,8 Millionen Euro in den Umwelt- und Naturschutz investiert. Insgesamt wurde der WWF Deutschland 2009 von 424.000 Förderern, ehrenamtlichen Mitgliedern und den „Young Pandas“ unterstützt. In dem Jugendprogramm des WWF Young Panda sind etwa 17.500 Kinder und Jugendliche für den Naturschutz aktiv. [16]
Die Umweltstiftung WWF Deutschland wird von einer Geschäftsleitung geführt, der seit Oktober 2006 der Geschäftsführer Eberhard Brandes vorsteht. Als Kontrollorgan überwacht der Stiftungsrat mit 30 Mitgliedern die Tätigkeiten der Geschäftsführung. Vorsitzender dieses höchsten WWF-Gremiums ist Michael Otto. Diesem steht als Präsident Detlev Drenckhahn zur Seite. [17]
Der WWF Schweiz wurde im selben Jahr (1961) wie der WWF International ins Leben gerufen. Der WWF Schweiz ist eine Stiftung mit Hauptsitz in Zürich und Zweigstellen in Lausanne (VD) und Bellinzona (TI). Außerdem verfügt er über ein Bildungszentrum in Bern. 23 kantonale Sektionen, als eigenständige Vereine organisiert, unterstützen den WWF Schweiz bei seiner Tätigkeit. Rund 215'000 Mitglieder, 80'000 Förderer und über 1000 Freiwillige ermöglichen die Arbeit von rund 180 Mitarbeitern.[18]
2010 war der WWF Schweiz weltweit in über 100 Naturschutzprojekten aktiv, davon waren über die Hälfte international ausgerichtet. Mit Spendeneinnahmen von rund 53 Millionen Franken (2010)[19] ist der WWF Schweiz die größte Umweltorganisation in der Schweiz.
Aufgrund der großen Industrienähe der an der Gründung beteiligten Personen spielten Großspenden beim WWF von Anfang an eine große Rolle. Der erste Großspender war in den 60er Jahren das Energieunternehmen Royal Dutch Shell. Wenig später wurde mit dem Buch Der stumme Frühling eine weltweite Diskussion über den Einsatz von Pestiziden ausgelöst. Auf Wunsch des Shell-Konzernchefs John H. Loudon beteiligte sich der WWF allerdings nicht an der Debatte. John H. Loudon wurde später sogar Stiftungsratsvorsitzender und danach Präsident des WWF International.[20][21]
Auch heute noch wird dem WWF von verschiedenen Seiten vorgeworfen, zu eng mit Interessensgruppen wie Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern zu kooperieren und dadurch seinen eigentlichen Zielen nicht mehr gerecht zu werden. So kritisieren viele internationale[22] wie auch deutsche Umweltverbände[23][24] die Teilnahme des WWF am sogenannten Runden Tisch für verantwortungsbewusstes Soja (Round Table on Responsible Soy, RTRS), dem auch Sojaproduzenten, Gentechnik-, Agrarchemie- und Mineralölfirmen sowie Händler von agrarischen Rohstoffen angehören. Der RTRS beschloss in seinen Richtlinien, dass auch gentechnisch verändertes Soja als „verantwortungsbewusst“ etikettiert werden kann. Der WWF, dessen deutsche Sektion sich eigentlich klar gegen den Einsatz von Gentechnik positioniert[25], verblieb gleichwohl in dem Gremium.
Ähnliche Vorwürfe des Greenwashing lassen sich auch zu anderen vom WWF mitgegründeten Organisationen finden. Kritik trifft insbesondere den 'Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl' (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO), das Marine Stewardship Council (MSC) und das Forest Stewardship Council (FSC).
In dem Dokumentarfilm Der Pakt mit dem Panda von Wilfried Huismann aus dem Jahr 2011 finden sich diese und auch weitere Vorwürfe gegenüber dem WWF. "Die Erde wird vom Agro-Business aufgeteilt - und der WWF ist mit von der Partie", heißt es im Film. Die Kritik macht sich unter anderem daran fest, dass der WWF zusammen mit großen Agrarkonzernen wie Monsanto an sogenannten Runden Tischen für Soja- (RTRS) und Palmölproduzenten (RSPO) sitzt. Multinationale Industrieriesen könnten sich so selbst bei zweifelhaften Praktiken des Wohlwollens der Umweltschützer sicher sein. Die Organisation setze sich auch für die großflächige Verbreitung von genverändertem Saatgut ein.[26][27] Der WWF veröffentlichte daraufhin einen „Faktencheck“ auf seiner Webseite, in dem er mit Argumenten und persönlichen Statements auf die Anschuldigungen reagierte.[28][29] Am 18. April 2012 erließ das Landgericht Köln auf Antrag des WWF eine Einstweilige Verfügung gegen einige Aussagen des Films.[30]
Bereits 2010 wiesen die Dokumentarfilmer und WDR-Autoren Wilfried Huismann und Arno Schumann in ihrer Dokumentation Lachsfieber eine fragwürdige Kooperation des WWF mit dem Konzern Marine Harvest (der weltweit größte „Hersteller“ von Zuchtlachs) nach. Marine Harvest spendet dem WWF jährlich 100.000 Euro und darf im Gegenzug mit dem Panda-Bären des WWF für seine industriell erzeugten Mastlachse werben.[31][32]
Seit 2002 existierten Kooperationen zwischen dem WWF und der Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG. In mehreren Kampagnen warb die Brauerei damit, Projekte des WWF finanziell zu unterstützen, zuletzt mit ihrem Krombacher Klimaschutz-Projekt zum Schutz tropischer Torfmoorwälder auf Borneo seit 2011.[33][34] Im Rahmen dieser Kooperationen kam es in der Vergangenheit u.a. zu einer eindeutigen Irreführung der Verbraucher und somit einem Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (Az: I ZR 33/04 u. 97/04 vom 26. Oktober 2006).[35] Des Weiteren werfen Kritiker Krombacher und dem WWF mangelnde Transparenz der Finanzierungsstrukturen, Augenwischerei sowie Umwelt-Marketing vor, das vor allem auf den Produktverkauf gerichtet sei und nicht auf ein dauerhaftes soziales oder gesellschaftliches Engagement.[36][37][38]
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