|
||||||||||||||||||
The Wall Street Journal (Kurzform: The Journal, auch WSJ) ist eine internationale, englischsprachige Tageszeitung, die in New York City herausgegeben wird. Die als politisch konservativ geltende[2][3][4] Zeitung wird herausgegeben vom Verlag Dow Jones & Company, der seit August 2007 zur News Corporation von Rupert Murdoch gehört. Das Wall Street Journal ist gegenwärtig die auflagenstärkste Zeitung der USA[5].
Das Wall Street Journal wurde am 8. Juli 1889 durch Charles Dow, Edward Davis Jones und Charles Bergstresser gegründet und ist seitdem ohne Unterbrechung erschienen. Die Zeitung berichtet hauptsächlich über internationale Wirtschafts- und Finanzthemen, mit dem Schwerpunkt auf den USA. Der Name bezieht sich auf die Wall Street, einer Straße im Finanzbezirk von New York City und Sitz der New York Stock Exchange. Die Zeitung hat bis zum Jahr 2004 29mal einen Pulitzer-Preis gewonnen.
Am 28. Juni 2007 erschienen rund 200 von 700 Journalisten des Wall Street Journal nicht zur Arbeit, um gegen das Übernahmeangebot des Medienunternehmers Rupert Murdoch vom 2. Mai 2007 zu protestieren.[6] Ab dem 2. Mai führte Murdoch Verhandlungen mit den Eigentümern des Dow-Jones-Verlages. Während man dem überaus großzügigen Übernahmeangebot von 60 Dollar je Aktie zunächst skeptisch gegenüberstand, einigten sich die Mitglieder der Familie Bancroft letztlich doch auf einen Verkauf ihrer Mehrheitsanteile. Bisher hält die Familie Bancroft 60 Prozent der WSJ-Aktien. Mit der Übereinkunft mit dem Medienunternehmer Rupert Murdoch vom 1. August 2007 ging der Zeitungsverlag für einen Übernahmepreis von ca. 5 Milliarden Dollar in das Eigentum von Murdochs Medienkonzern News Corporation über. Laut Herausgeber L. Gordon Crovitz soll Murdoch zugesichert haben, nicht an den weitgehenden redaktionellen Freiheiten des Blattes rütteln zu wollen. Kommentatoren[7] haben jedoch seitdem Zweifel an der Unabhängigkeit der Zeitung gegenüber Murdochs Konzern geäußert.
Die durchschnittliche Auflage liegt bei etwa 2,1 Millionen Exemplaren einschließlich Online-Abonnements (Stand: 2010).[5] Die jahrelang auflagenstärkste Zeitung in den USA verlor zwischenzeitlich ihre Spitzenreiterposition auf dem Zeitungsmarkt an USA Today, konnte den Konkurrenten jedoch ab Herbst 2009 wieder bei der Auflage überholen.
Nach Berichten der britischen Zeitung The Guardian hat das Wallstreet Jornal mit unsauberen Methoden seine Auflagenzahl künstlich hochgetrieben.[8]
Das WSJ ist die einzige Zeitung der USA, die ihre Inhalte im Internet fast ausschließlich kostenpflichtig verbreitet. Zurzeit hat die Zeitung rund eine Million Online-Abonnenten, die für ihren Zugang jährlich 75 Dollar bezahlen. Der neue Mehrheitseigentümer Rupert Murdoch hatte zunächst angedeutet, die Online-Version künftig frei zugänglich machen und über Anzeigen zu finanzieren, wollte später aber bestimmte Rubriken weiter bezahlpflichtig anbieten.
Das Wall Street Journal ist Pflichtblatt der US-Börsen.
Die Leser des Wall Street Journals gehören zu 60% dem höheren Management an, haben ein durchschnittliches Einkommen von 191.000 Dollar, ein durchschnittliches Reinvermögen im Haushalt von 2,1 Millionen US-Dollar und sind im Schnitt 55 Jahre alt.
Seit dem 10. Januar 2012 erscheint das Wall Street Journal auch in einer deutschsprachigen Ausgabe; jedoch ausschließlich online. Die Nachrichten werden von den Journalisten des deutschen Dow Jones-Ablegers verfasst und von einer kleinen WSJ-Redaktion in Frankfurt am Main aufbereitet. Die komplette Ausgabe ist nur als Bezahl-Abo zu erhalten.[9]
Das Wall Street Journal ist eine konservative, wirtschaftsliberale Zeitung, die zwar nie eine Wahlempfehlung abgibt, aber eher der Republikanischen Partei nahesteht. So unterstützte die Zeitung die Linie der Bush-Regierung im Krieg gegen den Terror und hat unter anderem Kommentare[10][11] veröffentlicht, in denen die Behandlung der Insassen des Gefangenenlagers Guantanamo gerechtfertigt wurde. In der Kontroverse um die globale Erwärmung steht das Blatt ebenfalls den Republikanern nahe und lässt oft Personen zu Wort kommen, die den menschengemachten Klimawandel abstreiten [12].
Als Besonderheit unter den großen Zeitungen verwendet das Wall Street Journal anstatt Fotos eine Zeichentechnik, die Hedcut genannt wird. Dies sind künstlerische Zeichnungen, die aus Punkten zusammengesetzt ein Bild ergeben (vgl. die bis in die 1890er Jahre übliche Technik des Holzstichs).
Das Wall Street Journal hat im Durchschnitt 96 Seiten und gliedert sich in mehrere inhaltliche Teile:
Die Zeitung erscheint in Asien als The Asian Wall Street Journal und in Europa als The Wall Street Journal Europe und arbeitet unter anderem mit dem deutschen Handelsblatt zusammen.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wall_Street_Journal aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |