Dienstag, 29. Mai 2012

Themen


Wallisellen

Wallisellen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Bülach des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen

Blasonierung

In Gold ein aus dem linken Schildrand wachsender blaubekleideter Rechtsarm, einen schräglinken blauen Schlüssel haltend

Geographie

Wallisellen befindet sich auf einer Höhe von 431 m ü. M. an einer leichten Südhang-Lage. Der höchste Punkt erreicht im Hardwald rund 480 Meter. Die Gemeinde zählt über 12'000 Einwohner und ist damit statistisch gesehen eine Stadt. Sie gehört zur Agglomeration Zürich, liegt an der Glatt, grenzt im Südwesten an die Stadt Zürich, im Norden an Opfikon und Kloten, im Osten an Dietlikon und im Süden an Dübendorf.

Geschichte

Ab 58 v. Chr. erste Siedlungsformen im heutigen Gebiet. Die Gemeinde Wallisellen hat ihren Ursprung jedoch erst etwa zwischen 400 und 700 nach Christus, nach der Völkerwanderung. Wallisellen ist gemäss den Deutungen der Namenforschung ein Zusammenzug der beiden Teile «Walchen» und «Seller». Als «Walchen» bezeichneten die germanischen Völker ihre keltischen und romanischen Nachbarn (vgl. Walensee; See der Walchen). Das Wort «Seller» steht für zugewanderte Bauern, dies in klarer Abgrenzung zu alteingesessenen Bauern, die in der Regel ein kleines, bescheidenes Bauerngut bewirtschaften. Man deutet den Namen so, dass Franken oder Alamannen den Namen «Wallisellen» einer kleine Bauernsiedlung gaben, die von zugewanderten Kelten oder Romanen bewohnt oder zumindest gegründet worden ist.

Mit der Einweihung der NOB-Strecke Zürich–Wallisellen–Winterthur am 25. Juni 1856 wurde Wallisellen mit seinem Bahnhof an das schweizerische Eisenbahnnetz geknüpft. 1916 wurde die bisher selbstständige Gemeinde Rieden der Gemeinde Wallisellen zugeteilt. Dies vor allem auf Grund des Druckes des Ersten Weltkriegs und dem damit verbundenen Zwang der Optimierung sämtlicher Behörden. In den Zwischenkriegsjahren entwickelte sich Wallisellen vom Dorf zur Vorortsgemeinde, nahm aber nie das Stadtrecht an, blieb «Dorf» bis heute.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde in Wallisellen im grossen Umfang die Anbauschlacht (Plan Wahlen) durchgeführt.

Nach 1950 entwickelte sich neben der bereits vorhandene Industrie auch eine immer grösser werdende Dienstleistungswirtschaft, welche seit den 1980er Jahren mit dem Bau und Anbau des Einkaufszentrum Glatt, dem grössten in der Schweiz, ihren Höhepunkt zählt.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohnende
1950 5'202
1980 10'887
1990 11'216
2000 11'939
2001 11'758
2002 12'036
2003 12'240
2006 12'421
2007 12'626
2008 12'827
2009 13'333
2010 13'616

Politik

Parteien-Wähleranteil Kantonsratswahlen 2011:

  • SVP: 32,1 %
  • FDP: 20,0 %
  • SP: 17,0 %
  • GLP: 8,0 %
  • Grüne: 6,8 %
  • CVP: 5,6 %
  • BDP: 4,9 %
  • EVP: 2,2
  • Andere: 3,3 %

Gemeindepräsident ist Bernhard Krismer (SVP). Zusammensetzung des Gemeinderates 2010–2014: 3 FDP, 2 SP/Forum, 1 CVP, 1 SVP. Das Forum pro Wallisellen ist ein Zusammenschluss von SP, Grünen, EVP und Parteilosen. Die beiden Gemeinderatsmitglieder gehören der SP an.

Wirtschaft

Im alten Dorfkern ist ein ländliches Bild erhalten geblieben

Heute ist Wallisellen dank des öffentlichen Verkehrs und guten Autobahnanschlüssen ein attraktiver Standort für Unternehmen und Geschäfte. Verschiedene internationale Unternehmen wie Microsoft, Cisco, Ford Motor Company und NCR haben ihren Schweizer Hauptsitz in Wallisellen. Trotzdem beherbergt Wallisellen immer noch elf landwirtschaftliche Betriebe. Der Altbau des Hotel Linde am Bahnhof wurde zusammen mit teils wenig alten Neubauten einer kompletten Neugestaltung des Bahnhofs geopfert, welche den SBB-Bahnhof mit der neu erstellten Glattalbahn vereinigt. Somit verbleibt das Hotel Belair als einziger Walliseller Gasthof.

Sport

Der grösste Sportverein Wallisellens ist der FC Wallisellen, dessen erste Mannschaft in der Saison 06/07 den Aufstieg in die 2. Liga erreichte. Andere erfolgreiche Sportvereine sind der EHC Wallisellen und Faustball Wallisellen. Die Zahl der Schützen wie auch jene der Schiessvereine ist in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgegangen.

Sonstiges

Wallisellen ist in der Deutschschweiz wegen eines Abzählreims bekannt: „Aazele, Böle schele, d Chatz gaht uf Walliselle, chunnt si wider hei, hät si chrumi Bei, piff paff puff und du bisch ehr und redlich duss". Ein Lied der Mundart-Band Stiller Has trägt den Titel «Walliselle».

Dialekt: Heute wird von der einheimischen, deutschsprachigen Bevölkerung ein Gemisch schweizerdeutscher Dialekte gesprochen. Ein nivelliertes Zürich-Deutsch mit einer Tendenz zur Integration von Elementen der Standardsprache ist allgemein verbreitet. UreinwohnerInnen von Wallisellen erkennt man nur noch an der Aussprache des Ortsnamens mit scharfem «s».

Partnergemeinde

Weblinks

 Commons: Wallisellen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Amt des Kantons Zürich – Bevölkerung in den Gemeinden und Regionen des Kantons Zürich, 2010
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Diese Seite wurde zuletzt am 26. März 2012 um 10:55 Uhr geändert.

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