Ein Webserver (lat. servire, „dienen“, engl. server „Diener, Dienst“) ist ein Computer, der Dokumente an Clients wie z. B. Webbrowser überträgt. Als Webserver bezeichnet man den Computer mit Webserver-Software oder nur die Webserver-Software selbst. Webserver werden lokal, in Firmennetzwerken und überwiegend als WWW-Dienst im Internet eingesetzt. Dokumente können somit dem geforderten Zweck lokal, firmenintern und weltweit zur Verfügung gestellt werden.
Die Hauptaufgabe eines Webservers ist die Auslieferung von statischen Dateien, z. B. unveränderliche HTML- oder Bild-Dateien, oder dynamisch erzeugten Dateien, z. B. Seiten, deren Inhalte stets individuell gemäß dem Profil eines eingeloggten Benutzers erstellt werden.
Für eine komplette Webseite werden in der Regel die HTML-Seite inklusive verknüpfter Designbeschreibungen (CSS) und Bilddateien (jpg, png, gif, swf) jeweils als einzelne Dateien übertragen. Für jede benötigte Datei muss der Webbrowser eine eigene Anfrage an den Webserver senden, d. h. zur Darstellung einer komplexen Webseite sind manchmal hunderte Anfragen und Serverantworten nötig.
Als Übertragungsmethoden dienen standardisierte Übertragungsprotokolle (HTTP, HTTPS) und Netzwerkprotokolle wie IP und TCP, üblicherweise über Port 80 (HTTP) und Port 443 (HTTPS). HTTP ist dabei das meist eingesetzte Protokoll, Alternativen wie SPDY sind erst in der Erprobungsphase.
Die meisten Webseiten stellen ihre Inhalte erst beim Aufruf aus unterschiedlichen Quellen zusammen.
Skriptsprachen wie ASP, PHP, JSP, parsen und interpretieren ein HTML-Dokument während des Aufrufs serverseitig und lassen es vom Webserver an den Webbrowser übertragen. Dabei wird der zuvor getrennte Inhalt und die Struktur aus Dateien und Datenbanken mit Content-Management-System zu einem Dokument verarbeitet. Webseiten und Applikationen wie Weblogs, Onlineforen, Onlineshops, etc nutzen diese Technik
Neben dem ausliefern von statischen oder dynamischen Dokumenten können Webserver noch weitere Funktionen erfüllen:
Konfiguriert werden Webserver durch spezifische Konfigurationsdatein oder Interfaces global konfiguriert oder auch durch standardisierte Formate wie .htaccess.
Ist ein Nutzer mit dem Internet verbunden und gibt in die Adresszeile seines Webbrowsers eine Webadresse ein, z. B. „http://de.wikipedia.org/wiki/Webserver“, wird dem Webbrowser der darin enthaltene Domain-Bestandteil „de.wikipedia.org“ vom Betriebssystem mittels Abfrage eines DNS-Servers in eine IP-Adresse umgesetzt, z.B. 145.168.145.25 oder 2a00:1450:8007::63. Der Webbrowser sendet dann die vollständige Adresse (URL) an diese IP-Adresse auf Port 80. Von dort antwortet der Webserver und sendet die entsprechende Ergebnisseite der Homepage an den Webbrowser.
1989 schlug Tim Berners-Lee seinem Arbeitgeber CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, ein Projekt vor, das den Austausch von Informationen unter den mehreren tausend Mitarbeitern sichern sollte. Er führte unter anderem aus, dass ein „Web“ miteinander verbundener Informationen nützlicher als eine festgelegte Hierarchie sei und die Speichersoftware von der Anzeigesoftware getrennt sein müsse. Er konnte dieses Projekt verwirklichen und entwickelte in dessen Verlauf den ersten Webserver CERN httpd und den ersten Webbrowser WorldWideWeb, beide unter NeXTStep. Der CERN httpd wurde auf Unix und VMS portiert und bis 1996 weiterentwickelt.[1]
1994 entschied sich Tim Berners-Lee, das World Wide Web Consortium zu gründen, um die weitere Entwicklung der verwendeten Technologien (Protokolle, Darstellungssprachen, Unicode, usw.) zu regulieren.
Die beiden heute mit Abstand bedeutendsten Webserver sind Apache HTTP Server und Microsoft Internet Information Services (IIS).
Weitere Webserver:
Siehe auch:
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