Dienstag, 29. Mai 2012

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Weizsäcker

Wappen derer von Weizsäcker

Weizsäcker bzw. Weitzsäcker[1] ist der Name eines pfälzisch-württembergischen Geschlechts von ursprünglich Müllern, das in einer, der Öhringer Linie im 19. Jahrhundert in das Bildungsbürgertum aufstieg. Ein Mitglied dieser Linie wurde 1897 zunächst in den persönlichen Adels- und 1916 in den erblichen Freiherrenstand erhoben.[2] Auch im Dritten Reich bekleideten Mitglieder des Geschlechts herausgehobene Funktionen. In der frühen Bundesrepublik Deutschland gehörte die Familie nach einem vielfach aufgegriffenen Diktum Ralph Dahrendorfs zur „protestantischen Mafia“. Der bekannteste Vertreter der Familie ist der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Geschichte

Ursprung des Geschlechts

Die Weizsäcker führen sich auf Stammesverwandte des 1294 urkundlichen Ritters Peter Wazach (Wadtsacher) zurück, der Vasall des Grafen Walram I. von Zweibrücken war. Der selbst kinderlose Peter Wazach war offenbar ein Angehöriger der Familie Watsacher aus Weilheim in Oberbayern, wo diese Besitzer des heute noch bestehenden Gutshofes Waitzacker war.

Die urkundlich belegte Stammfolge des Geschlechts, das wahrscheinlich von der Waadsacker Mühle (auch Woodsacker Mühle, heute Woogsacker Mühle), einem ehemaligen Besitz des Peter Wazach bei Niederbexbach stammt, beginnt mit dem um 1535 geborenen Friedrich Weidsecker, der Müller zu Kleeburg im Niederelsass war.[3]

Friedrich Weidseckers Sohn Friedrich Wadsacker wanderte vor 1610 nach Waldmohr unweit von Niederbexbach zu und übernahm die Waldmohrer Mühle. Sein Sohn Nicolaus Weizsäcker (auch Waadsecher, Wadsacker, Waidsacher, Waidsecker und Weidtseckher) (1612–1673) erwarb 1650 die Mühle seines Schwiegervaters, die Bernhardsmühle bei Neuenstein, wo er der Stammvater der zwölf heute blühenden Linien des Geschlecht wurde, von denen vor allem einem Zweig der Öhringer Linie ein bemerkenswerter gesellschaftlicher Aufstieg gelang.[4]

Das über viele Generationen ausgeübte Müllerhandwerk galt nämlich, aus dem Mittelalter herrührend, aus unterschiedlichen Gründen als anrüchig.[5][6][7][8][9][10][11] Der Beruf des Müllers zählte vielerorts teils bis weit in das 19. Jahrhundert hinein[11][12] zu den „unehrlichen“ Berufen. Die Müller rechneten deswegen zu den unterständischen Schichten und standen am ständegesellschaftlichen Rand. Teilweise gingen Familienmitglieder diesem Erwerb, inzwischen ein ehrbarer Handwerksberuf, in der angestammten Heimat noch bis in die jüngste Zeit (Stand 1987) nach.

Öhringer Linie

Die Öhringer Linie, eine von zwölf heute blühenden Linien des Geschlechts, geht auf Gottlieb Jacob Weizsäcker (1736–1821) zurück. Dieser erlernte zunächst ebenfalls das Müllerhandwerk im Flecken Eckartsweiler, wechselte dann aber in die Dienste der Grafen von Hohenlohe-Öhringen und wurde 1768 Hofmundkoch[13] des zwischenzeitlich zum Fürsten erhobenen Dienstherrn in der rund 3.000 Einwohner umfassenden Residenz Öhringen. Der ältere Sohn Carl Friedrich Gottlob Weizsäcker (1774–1835) wurde Stadtschultheiß von Öhringen. Seine Nachkommen blieben den handwerklichen Wurzeln treu und wurden über Generationen vornehmlich Optiker.

Die Ausbildung des begabten jüngeren Sohnes Christian Ludwig Friedrich Weizsäcker (1785–1831) wurde, wie in jener Zeit nicht unüblich, vom Dienstherrn gefördert. Obgleich die Familie nach dem Tode Gottlieb Jacob Weizsäckers in Armut fiel, sicherte die weitere Förderung des Sohnes den gesellschaftlichen Aufstieg. 1806 wurde das Fürstentum mediatisiert, Öhringen war nunmehr eine zum Königreich Württemberg gehörende Oberamtsstadt. Christian Ludwig Friedrich Weizsäcker brachte es 1829 zum Stiftsprediger in Öhringen, nachdem der Stadtpfarrer auf die schlechter besoldete Stelle verzichtet hatte. Zwar war der Stiftsprediger geistlicher Beistand des Fürsten, aber dieser war seit 1806 nur formell noch Fürst, real indes bedeutungslos. Christian Weizsäcker, von schwächlicher Gesundheit, übte sein Amt von Beginn an ohnehin kaum aus und verstarb zwei Jahre später, seine 34jährige Witwe unversorgt zurücklassend.

Durch Christian Ludwig Friedrich Weizsäckers erfolgreichen Anschluss an das Bildungsbürgertum scheint jedoch die Wurzel für den weiteren Aufstieg gelegt gewesen zu sein – seine Frau setzte als „bedrängte Witwe“ 1839 die kostenlose Aufnahme des Sohnes Carl Heinrich Weizsäcker in das Seminar Schöntal durch. 1859 wurde er Oberkonsistorialrat – „der arme Junge aus Öhringen besaß nun Rang und Namen.“[14] Später wurde er Theologieprofessor. Ein jüngerer Bruder war der spätere Historiker Julius Weizsäcker.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts war dieser Zweig der Familie damit fest im Bildungsbürgertum verwurzelt und hat seitdem mehrere Generationen lang namhafte Mitglieder hervorgebracht, die das Bild der weitverzweigten Familie in der Öffentlichkeit prägen. Kurz vor dem Ende des Deutschen Kaiserreichs gelang einem Mitglied der Öhringer Linie noch der Aufstieg in den Adel: Karl Hugo Weizsäcker, Ministerpräsident des Königreichs Württemberg, wurde 1897 erst in den persönlichen Adels- und 1916 in den erblichen Freiherrenstand erhoben.

Die Weizsäcker und ihr Verhältnis zur Obrigkeit

Die Tatsache, dass die Weizsäcker in drei aufeinanderfolgenden Generationen in vier unterschiedlichen Regierungssystemen (Kaiserzeit, Weimarer Republik, NS-Diktatur, Bundesrepublik) hohe Beamte hervorgebracht haben (Ministerpräsident, Staatssekretär, Bundespräsident), ist nicht ohne kritische Beurteilung geblieben. Sie veranlasste den politischen Philosophen Gerard Radnitzky zu der Frage, ob hier möglicherweise von einer „angeborenen political correctness“ gesprochen werden kann.

Die Weizsäcker in der Monarchie und in der Weimarer Republik

Der jüdische Publizist Ralph Giordano urteilte kritisch:[15]

„Bei den Weizsäckers handelt es sich um gediegene, erfolgreiche, hochintelligente Zeitgenossen mit ausgeprägtem Hang zur Obrigkeit, so sehr, daß man ihn als ‚hingegeben‘ bezeichnen kann. ... Als Karl Hugo von Weizsäcker, hochgeehrt, im Februar 1926 stirbt, ist das politische Familienterrain abgesteckt: Demokratiefremdheit, ja -feindschaft, Befangenheit im obrigkeitsstaatlichen Denken monarchischer Prägung.“

Dabei handelt es sich um einen keineswegs untypischen Zug für das nicht wirklich freie, obrigkeitsstaatlich gelenkte Bildungsbürgertum in den Monarchien, dem die Weizsäcker ungeachtet ihrer späten Nobilitierung angehörten.

Die Weizsäcker in der Diktatur

Im Dritten Reich blieben die Weizsäcker ihren eigenen Aufstiegszielen und der Nähe zur Obrigkeit verhaftet.

Bemerkenswert ist, dass Weizsäcker als eigentlich exponierte Bildungsbürger im Dritten Reich sowohl der Ausbürgerung Thomas Manns zustimmten, als auch 1933 aktiv zur Verbrennung von Werken Sigmund Freuds aufriefen.

Ernst von Weizsäcker

Der Marineoffizier und Berufsdiplomat Ernst Freiherr von Weizsäcker wurde 1938 Staatssekretär im Außenministerium des NS-Staats. Vorher war er der NSDAP mit der PG-Nr. 4.814.617 beigetreten.[16] Er war SS-Ehrenführer im Rang eines SS-Brigadeführers. Er war Inhaber des SS-Ehrendegens und des SS-Totenkopfrings. Ernst von Weizsäcker ist im Wilhelmstraßen-Prozess als Hauptangeklagter (eigentlich „The United States of America vs. Ernst von Weizsäcker et al.“) rechtskräftig zu fünf Jahren Haft verurteilter Kriegsverbrecher wegen der Mitschuld an der Deportation französischer Juden. Bereits als Gesandter in Oslo hatte er zum Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 angemerkt:[17]

„Die antijüdische Aktion zu begreifen, fällt dem Ausland besonders schwer, denn es hat diese Judenüberschwemmung eben nicht am eigenen Leibe verspürt.“

Assistiert von Richard von Weizsäcker bemühte sich der Verteidiger von Ernst von Weizsäcker, Hellmut Becker, den Angeklagten zum Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus zu stilisieren. Marion Gräfin Dönhoff – wie die Weizsäckers und Becker Angehörige eines eng verflochtenen Netzwerks, das an den George-Kreis angebunden war – begleitete maßgeblich das Bemühen, ein Bild Ernst von Weizsäckers zu zeichnen, das ihn mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg als Repräsentanten eines so nicht existenten „Adels-Widerstandes“ erscheinen ließ.[18] Die Unabhängige Historikerkommission – Auswärtiges Amt bezeichnet dies als „Instrumentalisierung des 20. Juli zum Zwecke individueller und kollektiver Selbstentlastung“.[19] Der Unternehmer und Freund Ernst von Weizsäckers, Robert Boehringer, brachte gleichzeitig „hochkarätige Entlastungszeugen auf gut dotierten Firmenposten unter“.[20]

Schon der Vertreter der Anklage im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess gegen von Weizsäcker merkte zur Strategie der Verteidigung an:[21]

„Wir weisen die Auffassung zurück, daß eine gute Absicht eine sonst strafbare Handlung rechtfertigt und daß jemand straflos schwere Verbrechen begehen könnte, wenn er dadurch andere Verbrechen verhindern zu können glaubt. Nur derjenige, der Tausende hinaustrieb, konnte einige retten. Ein anderer hatte gar keine Gelegenheit dazu.“

Viktor von Weizsäcker

Bücherverbrennung

Der Neurologe Viktor Freiherr von Weizsäcker, Bruder des Staatssekretärs Ernst Freiherr von Weizsäcker, war zunächst – nach eigenen Angaben inaktives – Mitglied von NSDAP-Unterorganisationen, nämlich des paramilitärischen NSKK, später des NSLB.[22] Er rief 1933 zur Verbrennung von Büchern Sigmund Freuds auf und wohnte ihr am 10. Mai 1933 persönlich bei.[23]

Vernichtung „lebensunwerten“ Lebens

Weizsäcker äußerte sich in seinen Vorlesungen zustimmend zur Beteiligung der Ärzte „an der Vernichtung unwerten Lebens“. In seinem Institut an der Universität Breslau wurde 1942 bis 1944 mit Nervensystemen geforscht, die getöteten geistig behinderten Kindern entnommen worden waren.[24] Selbst wohlwollende Autoren wie sein Schüler Benzenhöfer meinen:[25]

„Dass von Weizsäcker das mörderische Forschungsprogramm initiierte, erscheint ausgeschlossen. Das er von der Herkunft der Präparate aus der „Kindereuthanasie“ wusste, ist nicht belegt. Es bleibt die oben schon gestellte Frage, ob er als Institutsdirektor nicht hätte nachfragen müssen, wie Scherer zu der großen Zahl von Präparaten kam.“

Gernot Böhme merkte zur grundsätzlichen Einstellung Weizsäckers zur Vernichtung „lebensunwerten“ Lebens an:[26]

„Der Punkt war ja, dass viele Ärzte, unter ihnen auch von Weizsäcker, dachten: Wir brauchen eine neue medizinische Ethik! […] Wir können uns nicht mehr an den hippokratischen Eid halten. Die fühlten sich im Aufbruch zu etwas Neuem. Weizsäcker sagt: Der Arzt hat eine politische Aufgabe. Eine Krankheit ist nicht eine Krankheit des Individuums, sondern des Volkskörpers. Und von daher hat er auch eine […] Ethik der Vernichtung gefordert.“

Von Weizsäcker ließ Zweifel an seiner Einsicht in den falschen Weg der Medizin im Dritten Reich aufkommen, als er später rechtfertigend meinte,[27]

„dass der deutsche Arzt seinen verantwortlichen Anteil an der notgeborenen Vernichtungspolitik glaubte beitragen zu müssen.“

Adolf Weizsäcker

Der Psychologe Adolf Weizsäcker war am Deutschen Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie tätig, das von Matthias Heinrich Göring geleitet wurde, und war Mitglied der NSDAP.[28]C. G. Jung gab seinem Schüler Weizsäcker 1933, als die Werke Freuds verbrannt wurden, im Berliner Rundfunk ein Interview, „das dieser mit Bemerkungen über die zersetzende Wirkung der Freud’schen Analyse [...] einleitete [...]“[29]

Carl Friedrich von Weizsäcker

Kontrovers diskutiert wird der Beitrag des Physikers Carl Friedrich von Weizsäcker zur Entwicklung deutscher Kernwaffen während der Zeit des Nationalsozialismus. Zu Beginn des Krieges erhoffte er sich nach eigenen Angaben politische Einflussmöglichkeiten durch das Uranprojekt zur Erforschung der Kernspaltung, dem auch Heisenberg und Otto Hahn angehörten. Er entwickelte die Theorie der Plutoniumbombe und gehörte 1941 zu den Hauptautoren der Patentanmeldung für eine Kernwaffe. Zu den wissenschaftlich-technischen Ambitionen der Gruppe sagte er 1957:[30][31][32]

„Wir wollten wissen, ob Kettenreaktionen möglich wären. Einerlei, was wir mit den Kenntnissen anfangen würden – wissen wollten wir es.“

Nur durch „göttliche Gnade“ sei er vor der Versuchung, die deutsche Atombombe tatsächlich zu bauen, bewahrt worden – die deutsche Kriegswirtschaft konnte die erforderlichen Ressourcen einfach nicht bereitstellen. Dieses Eingeständnis weicht allerdings von der „Lesart“ der Vorgänge ab, die unter Federführung von Weizsäckers 1945 in der englischen Internierung entwickelt worden war, wonach man nicht wirklich vorgehabt habe, Kernwaffen zu bauen. [33] Unabhängige Historiker kommen zum Schluss, Weizsäcker und Heisenberg hätten im Vergleich zu anderen Beteiligten an der deutschen Kernwaffenforschung (Kurt Diebner, Walther Gerlach) offensichtlich nicht alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel genutzt, um die Nationalsozialisten mit Kernwaffen zu versorgen.[34] Andererseits hätten sie die Umstände auch nicht veranlasst, ihre Arbeit zu unterbrechen oder zu verzögern, geschweige denn, Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu leisten.[35]Ralph Giordano merkt an:[36]

„Der deutsche ‚Fachmann‘, wohl die schrecklichste Spezies, die der Homo sapiens bisher hervorbrachte, war auch mit diesem Weizsäcker durchgegangen.“

Richard von Weizsäcker

Hitler- und Kriegsbegeisterung

Richard von Weizsäcker, der spätere Bundespräsident, war Fähnleinführer der Hitlerjugend im Jungbann 37 in Berlin Wilmersdorf-Zehlendorf. Entgegen eigener späterer Darstellung war er in der Folge durchaus kriegsbegeistert. Sein Vater notierte am 19. August 1941:[37]

„Wenn jetzt im Dnjepr-Bogen keine grosse, sondern eine kleine Umfassung gemacht wurde, so soll das auf die direkte Weisung des Führers zurückgehen, der hier u. auch an anderen Stellen Vorsicht walten lasse. Daher sei auch in der Mitte, d.h. vor Moskau, der grosse ‚Halt’ eingetreten (der Richard leid tat, da alles im Rutschen gewesen sei.)“

Verteidigung seines Vaters als unwissend

In seiner vielbeachteten Rede Zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krieges in Europa und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1985 stellte Richard von Weizsäcker fest: „Wer seine Ohren und Augen aufmachte, wer sich informieren wollte, dem konnte nicht entgehen, daß Deportationszüge rollten.“ Gleichwohl wird seine Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich kritisch gesehen, weil er diese hohen Maßstäbe auf den Fall seines eigenen Vaters Ernst von Weizsäcker nicht angewendet hat, sondern in dessen Rechtfertigung verharrte.[38] So äußerte er unter anderem:[39]

„Daß er (Anm.: Sein Vater, der NS-Staatssekretär Ernst von Weizsäcker) das Wort Auschwitz im Jahr 1943, als er nach Rom versetzt wurde, nicht kannte, hat er mir auf völlig glaubwürdige Weise versichert.“

Ernst von Weizsäcker hatte indessen schon 1942 Adolf Eichmann auf dessen Begehren, 6.000 Juden nach Auschwitz abzutransportieren, geantwortet, er erhebe „keinen Einspruch“. Auch einen weiteren Erlass zur Deportation von 90.000 Juden aus Holland, Belgien und Frankreich nach Auschwitz zeichnete er ab. Roger Willemsen kommentierte das Urteil, der Präsident habe mit seiner Rede „eine Art von Glaubwürdigkeit gewonnen, die anderen Politikern völlig abhanden gekommen“ sei:[40] Das

„ ... heisst, dass man ihn über längere Zeit nicht beim öffentlichen Lügen erwischt hat, und das liegt auch bei Weizsäcker nur daran, dass man sich noch nicht die Mühe gemacht hat, alle seine Reden zu vergleichen und ernst zu nehmen.“

Fahnenflucht

Bis heute nicht abschließend geklärt sind die Umstände der wahrscheinlichen Fahnenflucht Weizsäckers in den letzten Kriegstagen als Hauptmann des eigentlich renommierten Infanterie-Regiments 9. In Weizsäckers Biographie von Filmer und Schwan heißt es dazu:[41]

„Kurze Zeit später demobilisierte er sich selbst und setzte sich nach Lindau an den Bodensee ab. Dort erlebte er am 8. Mai die bedingungslose Kapitulation.“

Auch dieses Verhalten und Weizsäckers Dementis in der sich anschließenden Diskussion sind als Ausdruck der Fähigkeit interpretiert worden, sich an den Zeitgeist anzupassen:[42]

„Er hat früher als andere gespürt, woher der Wind künftig weht, und rechtzeitig die entsprechende Richtung eingeschlagen. Seine Anbiederung an den Zeitgeist mag seinen Gewissenkonflikt lindern und ihm zu Lebzeiten die Definitionshoheit über sich und die Familiengeschichte sichern ...“

Wilhelm Weizsäcker

Dem bürgerlichen Zweig der Weizsäcker entstammte der nationalsozialistische Rechtshistoriker, Verwaltungsdirektor der „Reinhard-Heydrich-Stiftung“ sowie SA-Obersturmführer[43]Wilhelm Weizsäcker. Den demokratischen Parteienstaat lehnte er rundum ab:[44]

„Die parteienmäßige Zersplitterung des Parteienstaates, die Absurdität des demokratischen Mehrheitsprinzips besonders im Nationalitätenstaat, die Lüge des Repräsentationssystems und die individualistisch aufgezäumte Gleichheit vor dem Gesetz, all das sind Einrichtungsstücke aus der Rumpelkammer einer vergangenen Staatslehre, deren Wirkung sich gerade in der Geschichte Böhmens und Mährens trefflich studieren lässt.“

Der Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS[45] rechnete ihn bei der Reinhard-Heydrich-Stiftung folgerichtig zu den

„aktivistischen, nationalsozialistisch fest fundierten und volkspolitisch klar ausgerichteten und aufgeschlossenen Professoren.“

Die Weizsäcker in der Demokratie

In der Zeit nach dem Dritten Reich gelang es den Weizsäcker in erstaunlichem Umfang, ihre Einbindung in das Dritte Reich vergessen zu machen und sich als Demokraten zu profilieren. Aus dem Kernwaffenforscher Carl Friedrich von Weizsäcker wurde ein Friedensforscher. Sein Bruder Richard von Weizsäcker verteidigte seinen Vater Ernst als Kriegsverbrecher und hielt am 8. Mai 1985 die Rede „Zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krieges in Europa und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“. Wilhelm Weizsäcker lehnte den demokratischen Parteienstaat gänzlich ab und erhielt später das Bundesverdienstkreuz.

Die „protestantische Mafia“

Das Kriegsverbrecher-Urteil gegen Ernst von Weizsäcker war zwar nicht ungeschehen zu machen. Churchill hielt es jedoch für einen „tödlichen Irrtum“, eine Formulierung, die Richard von Weizsäcker nicht müde wurde zu wiederholen. Vor allem publizistisch begleitet wurde die bereits im Kriegsverbrecher-Prozess betriebene Stilisierung des Vaters zum verkannten Widerstandskämpfer von einem eng verflochtenen Netzwerk, welches Ralf Dahrendorf beschrieb[46] als das,

„was ich die protestantische Mafia nenne, also Leute wie Ludwig Raiser, die Weizsäckers oder Marion Gräfin Dönhoff ...“

Ludwig Raiser war ein angesehener, im Dritten Reich nicht belasteter Rechtswissenschaftler, der nach 1945 für die Entnazifizierung der Universität Göttingen zuständig war. Sein Sohn Konrad Raiser wurde Schwiegersohn Carl Friedrich von Weizsäckers.

Zu diesem Kreis gehörten der Strafverteidiger Ernst von Weizsäckers, der spätere Bildungspolitiker Hellmut Becker,[47] der von diesem geförderte Erziehungswissenschaftler Gerold Becker, Lebensgefährte wiederum des Erziehungswissenschaftlers und Jugendfreundes von Marion Gräfin Dönhoff Hartmut von Hentig. Dahrendorf beschrieb die wesentliche Wirkung dieses Kreises – noch in Unkenntnis des späteren Missbrauchsskandals an der Odenwaldschule:[48]

„Die protestantische Mafia stand durch all die Jahre vor allem für einen bestimmten moralischen Anspruch im öffentlichen Leben. ... Die Bundesrepublik wäre wirtschaftlich nicht so erfolgreich gewesen, wenn es nicht am Anfang eine gewisse moralische Großzügigkeit gegeben hätte ... “

Viktor von Weizsäcker war mit Olympia Curtius verheiratet, der Schwester des Romanisten Ernst Robert Curtius. Dessen Schwester Gerda Curtius war wiederum die Ehefrau des Soziologen Werner Picht und Mutter des einflussreichen Theologen, Philosophen und Pädagogen Georg Picht. Er gehörte schon seit seinen jungen Jahren zu den engsten Freunden von Carl Friedrich von Weizsäcker und Hellmut Becker. Carl Friedrich von Weizsäcker war mit Gundalena Wille verheiratet, einer Enkelin des Schweizer Generals und Oberhaupts des Wille-Clans Ulrich Wille.[49]

Die Wirkmacht dieser „protestantischen Mafia“ belegt eine von Karl Ulrich Mayer berichtete Begebenheit:[50]

„Es wird zuverlässig überliefert, dass – als in den siebziger Jahren der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker im Gespräch für das Amt des Bundespräsidenten war – er einen Anruf von seiner Mutter erhielt, die ihn ernst darauf hinwies, dieses Amt sei doch für seinen jüngeren Bruder Richard vorgesehen.“

Die „Mafia“ und ihre Odenwaldschule

Ein letztes Mal wurden die Weizsäcker und ihre Verbindungen zum Thema im Rahmen des Missbrauchsskandals an der Odenwaldschule, dem Vorzeigeinternat der Reformpädagogik. Laut einem 2010 veröffentlichten Untersuchungsbericht fand an der Odenwaldschule über Jahrzehnte hinweg sexueller Missbrauch von Schülerinnen und Schülern bis hin zur Vergewaltigung[51] statt. Mindestens 132 Kinder und Jugendliche sollen zwischen 1965 und 1998 Opfer von Übergriffen durch Lehrer geworden sein.[52] Haupttäter war der Schulleiter Gerold Becker, Lebensgefährte von Hartmut von Hentig. Unter den Missbrauchsopfern waren ein Patenkind Hellmut Beckers und möglicherweise Andreas von Weizsäcker, Sohn von Richard von Weizsäcker, dessen Witwe kryptisch äußerte, er habe sich „nicht zu den Opfern gezählt.“[53]

Der Skandal wurde Ende 1990 in der Frankfurter Rundschau öffentlich gemacht, versickerte jedoch zunächst, weil Leitmedien wie Marion Gräfin Dönhoffs Die Zeit ihn seinerzeit nicht aufgriffen.

Auch in diesem Fall haben namhafte Zeitungen wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Die Zeit und Der Spiegel ab 2010 erneut den Begriff „Mafia“ ins Spiel gebracht „und spekulieren über die Mitwisserschaft mehrerer Männer, die zu den Leuchttürmen des liberalen deutschen Bildungsbürgertums zählen“[54] – insbesondere der persönlich eng verflochtenen Hellmut Becker, Gerold Becker, Hartmut von Hentig und Richard von Weizsäcker. Zudem war Richard von Weizsäcker eine zeitlang Vorsitzender des Elternbeirats, sein Sohn Andreas von Weizsäcker war von Ende der 1960er Jahre bis 1976 an der Odenwaldschule und legte dort Abitur und Gesellenprüfung ab. Er lebte in der Wohngruppe des Haupttäters und Schulleiters Gerold Becker.[55] Richard von Weizsäcker gab an, von den Missbrauchsfällen nicht gewusst zu haben, auch nicht über seinen Sohn Andreas. Der Spiegel fragte 2010:[56]

„Sie kennen sich gut, das ist keine Frage. ... Die Frage aber ist, was diese großen Männer vom Treiben Gerold Beckers gewusst haben.“

Wappen

Das freiherrliche Wappen nach dem Diplom von 1916 zeigt in Blau auf grünem Boden drei goldene Weizenähren (entsprechend dem Stammwappen des Geschlechts, nach Familiensiegeln seit dem 18. Jahrhundert, anspielend auf den Familiennamen und den Müllerberuf der Vorfahren). Auf dem Helm mit blau-goldenen Decken aus einem schräg nach vorn liegenden Stamm hervorwachsend ein natürlicher Birken- oder Maibaum (diese Helmzier wegen der Ehefrau des Geadelten, einer geb. von Meibom).[57]

Bekannte Namensträger

Öhringer Linie

  1. Gottlieb Jacob Weizsäcker (1736–1821), Hofmundkoch der Fürsten von Hohenlohe-Öhringen in Öhringen
    1. Christian Ludwig Friedrich Weizsäcker (1785–1831), Stiftsprediger von Öhringen
      1. Hugo Weizsäcker (1820–1834)
      2. Karl Heinrich Weizsäcker (1822–1899), protestantischer Theologe, Kanzler der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
        1. Sophie Auguste Weizsäcker (1850–1915)
        2. Karl Hugo Freiherr von Weizsäcker (1853–1926), württembergischer Ministerpräsident von 1906–1918
          1. Ernst Heinrich Freiherr von Weizsäcker (1882–1951), Diplomat und Staatssekretär im Auswärtigen Amt 1938–1943
            1. Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker (1912–2007), Physiker und Philosoph; ∞ Gundalena Wille (1908−2000), Schweizer Historikerin
              1. Carl Christian Freiherr von Weizsäcker (* 1938), Professor für Volkswirtschaftslehre
              2. Ernst Ulrich Michael Freiherr von Weizsäcker (* 1939), Naturwissenschaftler und Politiker; ∞ Christine Radtke, Biologin[58]
                1. Jakob Freiherr von Weizsäcker (* 1970), deutscher Volkswirt
              3. Bertha Elisabeth Raiser geb. Freiin von Weizsäcker (* 1940), Historikerin
              4. Heinrich Wolfgang Freiherr von Weizsäcker (* 1947), Professor für Mathematik
              5. Dorothea Brenner (* 19??), Ärztin und SPD-Funktionärin[59]
            2. Adelheid Marianne Viktoria Freiin von Weizsäcker (1916–2004)
            3. Heinrich Viktor Freiherr von Weizsäcker (1917–1939), gefallen
            4. Richard Karl Freiherr von Weizsäcker (* 1920), Bundespräsident 1984–1994; ∞ Marianne von Weizsäcker (* 1931), deutsche Politikergattin
              1. Robert Klaus Freiherr von Weizsäcker (* 1954), Professor für Volkswirtschaftslehre
              2. Andreas Freiherr von Weizsäcker (1956–2008), Künstler und Professor für Kunst
              3. Marianne Beatrice Freiin von Weizsäcker (* 1958), Juristin und freie Journalistin
              4. Fritz Eckhart Freiherr von Weizsäcker (* 1960), Arzt und Professor für Medizin
          2. Viktor Freiherr von Weizsäcker (1886–1957), Neurologe
            1. Robert Karl Ernst Freiherr von Weizsäcker (1920–1942) vermisst
            2. Ulrike Gerda Freiin von Weizsäcker (1923–1948)
            3. Eckhardt Freiherr von Weizsäcker (1925–1945), gefallen
            4. Cora Penselin, geb. Freiin von Weizsäcker (1929–2009)
        3. Marie Auguste Bruns, geb. Weizsäcker (1857–1939)
        4. Julie Weizsäcker (1861–?)
      3. Julius Ludwig Friedrich Weizsäcker (1828–1889), Historiker
        1. Julius Hugo Wilhelm Weizsäcker (1861–1939), Anwalt
          1. Adolf Weizsäcker (1896–1978), Psychologe und Pädagoge
        2. Heinrich Weizsäcker (1862–1945), Professor für Kunstgeschichte
          1. Karl Hermann Wilhelm Weizsäcker (1898–1918)

Andere Linien

Literatur

  • Hans Cappel: Zur Geschichte der Woogsacker Mühle, Niederbexbach. In: Saarpfalz 26, 4, 2008, ISSN 0930-1011, S. 62 f., (Standort in der IRB-Bibliothek: IRB Z 17 11).
  • Martin Wein: Die Weizsäckers – Geschichte einer deutschen Familie. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1988, ISBN 3-426-02417-9.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XVI, S. 51–52, Band 137 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2005, ISSN 0435-2408
  • Dasselbe, Freiherrliche Häuser B Band VI, Band 62 Gesamtreihe, Limburg (Lahn) 1976, S. 446 ff.

Einzelnachweise

  1. Die beiden einzigen heutigen unterschiedlichen Schreibweisen der zwölf blühenden Linien, in die sich das Geschlecht gliedert – früher, bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, in den verschiedensten auch nur denkbaren Varianten
  2. Vgl. Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser B Bd. VI, Bd. 62 der Gesamtreihe, Limburg (Lahn) 1976, S. 446
  3. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XVI, S. 51–52, Band 137 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2005, ISSN 0435-2408
  4. Martin Wein, Die Weizsäckers
  5. Vgl. Reallexicon der Deutschen Altertümer, hgg. v. E. Götzinger, Leipzig 1885, S. 667
  6. Günter Bayerl, Artikel Müller in: Reinhold Reith (Hg.), Lexikon des alten Handwerks. Vom späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, München 1990, S. 171
  7. Werner Danckert, Unehrliche Leute: die verfemten Berufe, 1963, S. 127ff
  8. Martina Switalski, Landmüller und Industrialisierung: Sozialgeschichte fränkischer Mühlen im 19. Jahrhundert, Band 450 der Internationalen Hochschulschriften, 2005, S. 153ff
  9. Bernd-Ulrich Hergemöller, Randgruppen der spätmittelalterlichen Gesellschaft, 2001, S. 54, 219ff
  10. Wolfgang von Hippel, Armut, Unterschichten, Randgruppen in der frühen Neuzeit, Band 34 von Enzyklopädie deutscher Geschichte, 1995, S. 36f
  11. ab Johannes Mager, Günter Meissner, Wolfgang Orf, Die Kulturgeschichte der Mühlen, 1989, S. 154f
  12. Martina Reiling, Bevölkerung und Sozialtopographie Freiburgs i. Br. im 17. und 18. Jahrhundert: Familien, Gewerbe und sozialer Status, Band 24 der Veröffentlichungen aus dem Archiv der Stadt Freiburg im Breisgau, 1989, S. 102 „Müller galten vielerorts und lange Zeit über das Mittelalter hinaus als unehrlich“.
  13. Die – meist mehreren – Mundköche unterstanden dem Küchenmeister, vgl. Ernst von Malortie, Der Hof-Marschall: Handbuch zur Einrichtung und Führung eines Hofhalts, 1846, S. 84f
  14. Martin Wein, Die Weizsäckers, S. 52
  15. Ralph Giordano (Der Spiegel): Weizsäcker und andere Deutsche. 13. März 1989, abgerufen am 2. Januar 2012. 
  16. Hans-Jürgen Döscher, Das Auswärtige Amt im Dritten Reich. Diplomatie im Schatten der Endlösung. Berlin 1987, S. 181ff, hier S. 184
  17. Volker Ullrich (Cicero (Zeitschrift)): Hitlers braune Diplomaten. 28. Oktober 2010, abgerufen am 18. Januar 2012. 
  18. Ulrich Raulff, Kreis ohne Meister: Stefan Georges Nachleben. Eine abgründige Geschichte, ISBN 3406592252; Rudolf Maresch, Führer des echten und wirklichen Deutschland, in: Glanz und Elend
  19. Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes, Moshe Zimmermann, Das Amt und die Vergangenheit: Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik, 2010, ISBN 3896674307, S. 402
  20. Das Amt, S. 407
  21. Ralph Giordano (Der Spiegel): Weizsäcker und andere Deutsche. 13. März 1989, abgerufen am 2. Januar 2012. 
  22. Udo Benzenhöfer, Der Arztphilosoph Viktor von Weizsäcker: Leben und Werk im Überblick, 2007, S. 162ff
  23. Wein (s. Lit.) S. 391
  24. Martin Wein, S. 391f und 398
  25. Benzenhöfer S. 171
  26. Sendemanuskript SWR2: [http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/buchkritik/-/id=4064182/property=download/nid=658730/1163f78/swr2-die-buchkritik-20081117.pdf Südwestrundfunk SWR2 Buchkritik – Manuskriptdienst, Sammelband: „Fragwürdige Medizin. Unmoralische Forschung in Deutschland, Japan und den USA im 20. Jahrhundert“.] 17. November 2008, abgerufen am 18. Januar 2012. 
  27. Artikel: Viktor von Weizsäcker in: Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945?, Frankfurt a.M. 2003
  28. Joerg Rasche, Trying to understand and excusing is not the same, in: Thomas Aichhorn, Christian Gaillard, Alain Gibeault, Jörg Rasche, Freud and the Freudians during the thirties and the Nazi regime, Berlin 2007
  29. Berhnard Wilhelm Matz, Die Konstitutionstypologie von Ernst Kretschmer. Ein Beitrag zur Geschichte von Psychiatrie und Psychologie des Zwanzigsten Jahrhunderts, Diss. an der FU Berlin 2000, S. 470
  30. DER SPIEGEL, 11. Jahrgang, Nummer 19 (8. Mai 1957), S. 45–53, Titelgeschichte „...und führe uns nicht in Versuchung: Vom gespaltenen Atom zum gespaltenen Gewissen – Die Geschichte einer menschheitsgefährdenden Waffe“, S. 52
  31. www.deutsches-museum.de (Link nicht mehr abrufbar)
  32. www.nbi.dk
  33. Rainer Karlsch, Hitlers Bombe: Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche, 2005, ISBN 3421058091; Weizsäckers Atombomben-Patent in: Welt online
  34. p. 39
  35. ebdt. S. 40
  36. Ralph Giordano (Der Spiegel): Weizsäcker und andere Deutsche. 13. März 1989, abgerufen am 2. Januar 2012. 
  37. Leonidas E. Hill (Hg.), “Die Weizsäcker-Papiere 1933-1950”, Frankfurt/M., Berlin, Wien 1974, S. 263f.
  38. Heinrich Senfft: Einer, dem man glaubt – Richard von Weizsäckers Erinnerung an Vater und Zeitgeschichte. ohne Datum, abgerufen am 6. Januar 2012. 
  39. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Ich habe meinen Vater seitdem nie wieder lachen gesehen. 4. März 2005, abgerufen am 6. Januar 2012. 
  40. konkret 3/90, S. 28ff.
  41. Werner Filmer, Heribert Schwan, Begegnungen mit Richard von weizsäcker, 1993
  42. Doris Neujahr Junge Freiheit: Vor der Wahrheit den Blick verschlossen. Altbundespräsident Richard von Weizsäcker und seine bis heute unaufgeklärte Rolle in den letzten Kriegstagen 1945. 1. Juni 2007, abgerufen am 26. Januar 2012. 
  43. Christiane Brenner: Geschichtsschreibung zu den böhmischen Ländern im 20. Jahrhundert: Wissenschaftstraditionen, Institutionen, Diskurse, Band 28 der Bad Wiesseer Tagungen des Collegium Carolinum, 2008, ISBN 3486579908, S. 170
  44. Wilhelm Weizsäcker: Böhmen und Mähren als deutscher Reichs-, Volks- und Rechtsraum. In: Friedrich Heiss (Hrsg.): Das Böhmen- und Mähren-Buch. Volkskampf und Reichsraum. Prag 1943, S. 411.
  45. Andreas Wiedemann: Die Reinhard-Heydrich-Stiftung in Prag (1942 - 1945)., Dresden 2000, ISBN 3931648311 , S. 165; Joachim Bahlcke: Wilhelm Weizsäcker (1886-1961) Jurist. Rechtsgeschichte und Volksgemeinschaft. In: Monika Glettler und Alena Míšková (Hrsg.). Prager Professoren 1938-1948. Zwischen Wissenschaft und Politik. Klartext, Essen 2001, ISBN 3884749552 , S. 402.
  46. Der Spiegel: Dahrendorf-Gespräch: Die wahre Revolution. 15. Januar 1997, abgerufen am 21. Januar 2012. 
  47. Vgl. Christian Petry, Auf der Suche nach dem „jenseitigen“ Ufer, hier: 4. Das System Hellmut Becker, in: Der Birklehof in der Nachkriegszeit 1946-1963, 2004, S. 63f
  48. Zum Ganzen: Ulrich Raulff: "Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben", Verlag C. H. Beck, München 2009
  49. Vgl. Niklaus Meienberg: Die Welt als Wille und Wahn. Elemente zur Naturgeschichte eines Clans. Limmat-Verlag, Zürich 1987, ISBN 385791128X
  50. Karl Ulrich Mayer, Abschied von den Eliten, in: Deutschlands Eliten im Wandel (Herfried Münkler, Grit Straßenberger und Matthias Bohlender, Hsg.) Frankfurt, New York: Campus Verlag 2006
  51. Andreas Späth u. Menno Aden (Hrsg.): Die missbrauchte Republik - Aufklärung über die Aufklärer, Inspiration Unlimited, Hamburg 2010 (S. 115)
  52. Claudia Burgsmüller, Brigitte Tilmann Abschlussbericht über die bisherigen Mitteilungen über sexuelle Ausbeutung von Schülern und Schülerinnen an der Odenwaldschule im Zeitraum 1960 bis 2010
  53. Der Spiegel: Odenwaldschule: Familie Weizsäcker bricht Schweigen. 27. März 2010, abgerufen am 21. Januar 2012. 
  54. Bartsch, Matthias; Latsch, Gunther; Verbeet, Markus; Wiegrefe, Klaus Der Spiegel: Verbrechen: Familienbande. 29. März 2010, abgerufen am 21. Januar 2012. 
  55. nachrichten.at: Richard von Weizsäcker wird 90. 9. April 2010, abgerufen am 21. Januar 2012. 
  56. Bartsch, Matthias; Latsch, Gunther; Verbeet, Markus; Wiegrefe, Klaus Der Spiegel: Verbrechen: Familienbande. 29. März 2010, abgerufen am 21. Januar 2012. 
  57. *Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XVI, S. 51–52, Band 137 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2005, ISSN 0435-2408
  58. [1]GreenFinancials, 6. Dezember 2010
  59. SPD Ortsverein Rott am Inn
  60. Martin Wein, S. 18
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