Dienstag, 29. Mai 2012

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William J. Seymour

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William Joseph Seymour (* 2. Mai 1870 in Centerville, Louisiana; † 28. September 1922) war ein afroamerikanischer US-amerikanischer Prediger und wesentlicher Mitbegründer der pfingstlerischen Azusa-Street-Erweckung (1906 bis 1909).

Leben

Seymour wurde als Sohn ehemaliger Sklaven geboren und baptistisch erzogen. Im Jahr 1895 zog er nach Indianapolis und trat dort einer Afrikanisch-Methodistischen Episkopalkirche bei. Von 1900 bis 1902 lebte Seymour in Cincinnati, wo er in Kontakt mit Martin Wells Knapp kam und der Church of God-Bewegung beitrat, deren Ansichten bezüglich der Heiligung und der Ausgießung des Heiligen Geistes vor der zweiten Wiederkunft von Jesus Christus ihn ansprachen.[1] Durch eine Pockeninfektion erblindete er auf einem Auge. Er entschied sich Pastor zu werden.[2] Im Jahr 1903 zog Seymour nach Houston (Texas), wo er die Bekanntschaft mit Charles Fox Parham machte, von dem er über die Taufe mit dem Heiligen Geist und die Zungenrede erfuhr. 1906 trat Seymour eine Pastorenstelle in Los Angeles an, wurde jedoch aus der Gemeinde ausgeschlossen, nachdem er dort eigene Glaubensansichten einführen wollte.[2] Daraufhin begann Seymour Gottesdienste in dem Privathaus von Richard D. Asberry in der Bonnie Brae Avenue zu feiern. Dort gründeten die Gläubigen um Seymour die Azusa Street Mission, die einen raschen Zuwachs verzeichnen konnte und bald Gäste und Besucher aus aller Welt anzog und der aufstrebenden Pfingstbewegung den Namen Azusa Street Revival gab.

Im Jahr 1908 heiratete Seymour Jennie Evans Moore. Zwei Gemeindemitglieder, Clara Lum und Florence Crawford, entwendeten im gleichen Jahr die Adresskartei von Seymour und gründeten eine Konkurrenzgemeinde in Portland (Oregon). Das Gemeindezentrum in der Azusa Street konnte sich nicht wieder von dem Mitgliederverlust erholen, die Erweckung in der Azusa Street kam zu einem Ende. Durch Abspaltungen aufgrund verschiedener Glaubensauffassungen (sog. Finished Work Controversy) innerhalb der Pfingstgemeinden in Los Angeles verlor die Arbeit von Seymour weiter an Bedeutung, so dass gegen Ende des Jahres 1915 nur noch eine Minderheit seiner einstigen Anhänger in seiner Gemeinde verblieben waren. Seymour veröffentlichte eine Gottesdienstordnung unter dem Titel The Doctrines and Discipline of the Azusa Street Apostolic Faith Mission of Los Angeles und bezeichnete sich fortan selbst als Bischof. Er begann eine Reisetätigkeit, die ihn verschiedentlich mit Charles Harrison Mason, dem Gründer der Church of God in Christ zusammenführte, und gründete verschiedene Gemeinden, einige davon in Virginia. Nach seinem Tod im Jahr 1922 übernahm seine Frau die Leitung der Gemeinde in Los Angeles.

Einzelnachweise

  1.  Randall Herbert Balmer: Seymour William J(oseph). In: Encyclopedia of Evangelicalism. Baylor University Press, Waco 2004, ISBN 193279204X, S. 618.
  2. ab  J. Gordon Melton: Seymour, William J.. In: Encyclopedia of World Religions. Encyclopedia of Protestantism, Nr. 6, Facts of File, New York 2005, ISBN 978-0816054565, S. 492.
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