| Wappen | Deutschlandkarte | |
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Koordinaten: 48° 33′ N, 7° 54′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Ortenaukreis | |
| Höhe: | 142 m ü. NN | |
| Fläche: | 55,26 km² | |
| Einwohner: |
9.096 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 165 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 77731 | |
| Vorwahl: | 07852 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OG | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 17 141 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Hauptstraße 40 77731 Willstätt | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Marco Steffens (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Willstätt im Ortenaukreis | ||
Willstätt ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.
Willstätt liegt in 139 bis 146 Meter Höhe in der Oberrheinischen Tiefebene an den Ufern der Kinzig, rund zehn Kilometer nordwestlich von Offenburg und rund zwölf Kilometer östlich des Stadtzentrums von Straßburg.
Die Gemeinde grenzt im Osten an Appenweier, im Süden an die Kreisstadt Offenburg, im Westen und Norden an die Stadt Kehl.
Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Eckartsweier, Hesselhurst, Legelshurst, Sand und Willstätt. Die Ortsteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens. Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name des jeweiligen Ortsteils. Die Ortsteile bilden zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender. Mit Ausnahme in der Ortschaft Willstätt befinden sich in den Ortschaften örtliche Verwaltungsstellen unter der Bezeichnung „Ortsverwaltung“.[2] Zum Ortsteil Eckartsweier gehören das Dorf Eckartsweier und das Gehöft Dachshurst. Zum Ortsteil Hesselhurst gehört das Dorf Hesselhurst. Zum Ortsteil Legelshurst gehören das Dorf Legelshurst und der Wohnplatz Bahnstation Legelshurst. Zum Ortsteil Sand gehören die Dörfer Sand und Neusand. Zum Ortsteil Willstätt gehören das Dorf Willstätt und Hof und Haus Ziegelhütten. Im Gemeindegebiet liegen zahlreiche abgegangene und aufgegangen Ortschaften: Hundsfeld, Hörderhof, Niederweiler, Otericheshǒwe und Wolfshül (im Ortsteil Eckartsweier), Altenburg (im Ortsteil Hesselhurst), Dachshurst, Hilzershofen, Hofhurst, Schönhurst, Sitzenhofen und Wesenrode sowie der in Legelshurst aufgegangen Ort Bolzhurst (im Ortsteil Legelshurst), Ahabruch, Eichach oder Eichhof, Grebern, Hohenrode, Mehof und Schweighausen (im Ortsteil Sand), Binzenburg, Kaestel und Roppenhofen (im Ortsteil Willstätt).[3]
Willstätt wurde erstmals 1232 urkundlich erwähnt. Damals gehörte der Ort dem Bistum Straßburg, er fiel aber noch im 13. Jahrhundert an die Herrschaft Lichtenberg, wo er Sitz eines Amtes wurde. 1480 erbte die Grafschaft Hanau-Lichtenberg den Ort, der dann 1736 an die Landgrafen von Hessen-Darmstadt ging. Im Zuge der Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses fiel die Gemeinde dann an das Großherzogtum Baden, wo Willstätt lange zum Landkreis Kehl gehörte. Als dieser 1973 aufgelöst wurde, kam die Gemeinde zum neuen Ortenaukreis.
Seit die Hanau-Lichtenberger im 16. Jahrhundert die Reformation einführten, ist Willstätt überwiegend evangelisch geprägt.
Im Rahmen der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende Gemeinden eingemeindet:
| Eckartsweier: siehe eigenen Artikel. | |
| Hesselhurst: Im Jahre 1308 wurde Hesselhurst erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem 15. Jahrhundert gehört der Ort zum Amt Willstätt. | |
| Sand: Der Ort wurde erstmals 1254 urkundlich erwähnt und kam 1295 an die Herrschaft Lichtenberg, wo er dem Amt Willstätt zugeordnet wurde. | |
| Legelshurst: Historische Forschungen weisen auf eine erste Besiedelung im 8. Jahrhundert hin, die erstmalige urkundliche Erwähnung erfolgte allerdings erst 1294 als Siedlung in der damaligen Grafschaft Lichtenberg. |
Die Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:[4]
Blasonierung: In Rot ein durchgehendes goldenes Leistenkreuz, auf dessen linkem Balken ein linksgewendeter, wachsender silberner Schwan, die beiden rechten und der linke untere Winkel damasziert. Der Schwan verweist auf die Herren von Lichtenberg als frühere Grundherren, die bei ihrem Vollwappen einen Schwanenkopf als Helmzier führten.
Willstätt ist durch die Bundesstraße 28 (Kehl–Ulm) und die unmittelbare Nähe zur A 5 an das überregionale Straßennetz angebunden. Zudem zweigt im Ort die Bundesstraße 33 nach Ravensburg von der B 28 ab.
Die Europabahn (Offenburg–Straßburg) bindet Willstätt über die Haltestelle Legelshurst an das Schienennetz von Deutschland und Frankreich an.
Das Modeunternehmen Orsay (Pimkie u.a.) hat seinen Sitz in Willstätt. Die BASF betrieb von 1966 bis 2004 in Willstätt eine Magnetbandfabrik, in der Speichermedien (Audio- und Videokassetten sowie Medien für die EDV) und Druckplatten hergestellt wurden. Die Unternehmensgruppe Hilzinger mit Hauptsitz in Willstätt zählt zu den größten europäischen Fenster- und Türenherstellern. Die Carl Fr. Scheer GmbH + Co. KG ist einer der größten deutschen Importeure und Großhändler von Käsespezialitäten.
In Willstätt gibt es mit der Moscherosch-Schule eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule sowie jeweils eine Grundschule in den Ortsteilen Eckartsweier (Johannes-Beinert-Schule), Legelshurst (Eichenwaldschule), Sand und Willstätt. In Hesselhurst besteht mit der Astrid-Lindgren-Schule eine Sonderschule für geistig behinderte Kinder. Zudem gibt es drei evangelische, zwei kommunale und einen römisch-katholischen Kindergarten.
Alle weiterführenden Schulen stehen in den umliegenden Städten, vor allem in Kehl, zur Verfügung. Im Ortsteil Eckartsweier ist die Staatlich anerkannte Lehranstalt für Krankengymnastik und Massage Ortenau[5] ansässig.
In der Waldsiedlung (Geographische Koordinaten: 48°33'48"N 7°55'41"O) befindet sich seit 1978 ein 108 Meter hoher Fernmeldeturm aus Stahlbeton, ein Typenturm vom Typ FMT 11, der Deutschen Telekom AG.
Die Kirche in Willstätt ist die einzige noch existierende Barockkirche im Hanauerland. Am 16. Mai 1753 war die Grundsteinlegung. Ursprünglich sollte sie bis zum 30. Oktober 1754 fertiggestellt sein, jedoch stürzte an diesem Tag der Turm ein und zerschmetterte das Langhaus zur Hälfte. Grund dafür war eine Sandschicht unter der Kirche. Damit sie trotzdem weitergebaut werden konnte, wurde sie vier Fuß zur Straße hin verschoben; in den Sand wurden 26 Eichenpfähle gesetzt. Am 11. November 1756, dem Martinstag, war dann endlich das Kirchweihfest.
Im Zweiten Weltkrieg wurden vier von sechs Fenstern zerstört, zwei schwer beschädigt. Der Zwiebelturm wurde ebenfalls angegriffen. Kurz nach dem Kriegsende wurde mit großzügiger Unterstützung der Landeskirche mit der inneren und äußeren Renovierung der Kirche begonnen. Im Jahr 1975 wurde diese erneut renoviert.
Im Jahr 1974 begann der Turm erneut, sich nach Süden zu neigen. Durch die Rheinregulierung war der Grundwasserspiegel abgesunken und die Eichenpfähle im Fundament des Turmes befanden sich nur manchmal noch im Grundwasser, wodurch sie faulten. Um den Turm zu retten, durften zunächst die Glocken nicht mehr geläutet werden. Dann bohrte eine Spezialfirma Löcher zu den Fundamenten, spülte mit Wasserdruck die zerbröselten Pfähle heraus und füllte die Hohlräume unter hohem Druck mit Spezialbeton. 1979 konnte Entwarnung gegeben werden. Der Turm hatte sich nicht mehr geneigt.
Sportliches Aushängeschild der Gemeinde ist die Männer-Handballmannschaft des TV 08 Willstätt, die derzeit in der Oberliga Baden-Württemberg spielt. Von 1999 bis 2003 spielte die Mannschaft in der 1. Bundesliga, davon die letzten drei Jahre in einer Spielgemeinschaft mit dem benachbarten TuS Schutterwald. Von 2004 - 2009 spielte die Mannschaft in der 2. Handball-Bundesliga-Süd.
Die Frauenfußballmannschaft des SC Sand spielt in der Zweiten Fußball-Bundesliga. 1996/97 war man sogar für ein Jahr erstklassig.
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