Microsoft Windows 8 ist der noch in Entwicklung befindliche Nachfolger des Betriebssystems Windows 7 des Softwareherstellers Microsoft. Die Codenamen waren im Jahr 2007 Mystic und Orient.[1] Microsoft hat zwei Vorabversionen veröffentlicht, zuletzt die Windows 8 Consumer Preview. Die Oberfläche soll sich an der Gestaltung von Windows Phone 7 orientieren und somit besser für Touchscreens ausgelegt sein.[2] Microsoft berücksichtigt weiterhin PC-Anwender, deshalb ist die Bedienung mit Maus und Tastatur genauso möglich.
Auf der BUILD-Konferenz betonte Microsoft, Windows 8 solle primär auf die Bedienung mittels Touchscreen ausgelegt, aber auch mit Maus und Tastatur voll funktionsfähig sein. Das Betriebssystem soll in die neue Oberfläche „Metro“ und die klassische „Desktop“-Oberfläche unterteilt werden, wobei die aus Kompatibilitätsgründen übernommene Oberfläche aus Windows 7 nur über die Metro-Oberfläche gestartet werden kann.
Der Bootmanager, welcher beim Start zur Auswahl des Betriebssystems dient, wurde ebenfalls für die Touch-Eingabe optimiert, lässt sich jetzt aber auch erstmals mit der Maus bedienen. Er enthält zudem eine grafische Oberfläche, über die sich erweiterte Einstellungen aufrufen lassen. [3]
In der Metro-Oberfläche sollen sämtliche Menüs ins Bild „gezogen“ werden können. Bei der Bedienung mit Maus und Tastatur wird das „Ziehen“ durch einen Rechtsklick ersetzt. Die Seitenleisten (z. B. die Taskleiste) werden ebenfalls durch mobile Menüs ersetzt. Windows 8 sollte ursprünglich sogenannte Tiles (Kacheln) statt Programmicons nutzen und damit einige Neuerungen von Windows Phone 7 übernehmen.[4] Aufgrund der Kritik, das Metro-Design sei nicht benutzerfreundlich genug, wurde das Konzept abgeändert. Die Kacheln seien zu groß und ließen sich nicht personalisieren.[5][6][7]
Die Desktopoberfläche Windows Aero weicht ebenfalls dem Metro-Design und wird künftig durch eine sehr schlichte Gestaltung der Fenster ersetzt. [8]
Viele Firmen haben bekanntgegeben, ihre Programme auch an Metro anzupassen. So wurde z. B. bekanntgegeben, dass Mozilla den Browser Mozilla Firefox an die Metro-Oberfläche anpassen will.[9]
Metro-Anwendungen werden die Möglichkeit haben, Inhalte direkt an andere Anwendungen weiterzugeben bzw. diese zu empfangen. So ist es unter anderem möglich, eine Textpassage im Browser zu markieren und anschließend über eine beliebige Social-Media-Anwendung mit Freunden oder Bekannten zu teilen. Außerdem ist das Verwenden von Inhalten wie Bildern aus Anwendungen, welche auf Cloud-Dienste wie Flickr zugreifen, möglich, ohne dass die Anwendung, die diese Inhalte anfordert, Zugriff auf die Login-Daten der Online-Bildergalerie hat.
Das Startmenü wird mit Windows 8 zusammen mit dem Start-Button komplett abgeschafft. Im Developer-Preview war der Start-Button zwar vorhanden, führte aber nur noch zur Metrooberfläche. In der Beta (Consumer Preview) ist nun auch der Start-Button abgeschafft. Zu der Metrooberfläche kommt man zukünftig über eine Schaltfläche am linken unteren Bildschirmrand.[10]
Windows 8 wird einen überarbeiteten Windows-Explorer enthalten, in dem beispielsweise in einem zentralen Bereich alle laufenden Kopier- und Löschvorgänge pausiert, fortgesetzt und abgebrochen werden können.[11] Zudem soll der Windows-Explorer durch das Einfügen von einer Ribbon-Oberfläche, wie sie bereits bei Microsoft-Office-Produkten seit 2007 bekannt sind, nach Herstellerangaben übersichtlicher gestaltet werden, da dort die am häufigsten genutzten Befehle direkt zur Auswahl stehen.
Erstmals seit Windows 3.x werden die Fenstertitel wieder zentriert dargestellt.
Der Anmeldebildschirm in Windows 8 wurde weitestgehend von Windows Phone 7 übernommen. Auf ihm können Anwendungen die Anzahl neuer Ereignisse wie beispielsweise neue E-Mails, Nachrichten aus sozialen Netzwerken oder anstehende Termine anzeigen lassen. Außerdem werden dort der Akkustand und Informationen über Netzwerkverbindungen zu sehen sein. Nach einem Wisch kann man sich authentifizieren. Auf Windows 8 stehen drei Methoden zur Verfügung: ein normales Passwort, eine PIN oder ein Bildpasswort. Auf einem Bildpasswort müssen vom Benutzer festgelegte Gesten ausgeführt werden. Das benutzerdefinierte Bild soll das Finden der Gesten erleichtern.[12]
Der Task-Manager wurde komplett überarbeitet. Tatsächlich handelt es sich um eine neue Anwendung, TM.exe; der „alte“ Task-Manager ist als taskmgr.exe weiterhin vorhanden. Unter anderem werden laufende Anwendungen in Kategorien eingeordnet (z. B. Systemprozesse, Metro-Anwendungen und „normale“ Anwendungen). Nicht aktive Anwendungen werden aus Performancegründen angehalten und im Taskmanager der derzeit aktuellen Entwicklerversion als „Suspended“ markiert. Seine neue Oberfläche soll das Finden von Anwendungen vereinfachen und angenehmer machen. In Windows 8 wird er auch ein neues Icon bekommen.
In Windows 8 wird die Virtualisierungsplattform Hyper-V enthalten sein, die schon in Windows Server 2008 integriert ist.[13]
Mit Windows 8 kommt auch „Windows to Go“. Mit diesem System ist es möglich, Windows mitsamt allen Programmen, Einstellungen und Daten auf einen USB-Stick zu legen. Wird dieser Stick an einen fremden Rechner angeschlossen, so kann Windows 8 auf diesem starten. Nach dem Herunterfahren kann der Stick abgezogen werden und es sollen keine weiteren Spuren von Daten auf dem verwendeten Computer verbleiben. Entfernt man den Stick dagegen im laufenden Betrieb, so friert zwar das Betriebssystem ein, soll aber nach Wiedereinstecken ohne Absturz weiterarbeiten können.[14]. Allerdings soll diese Funktion der Enterprise Version vorbehalten bleiben. [1]
Zudem bietet das Betriebssystem auch eine Funktion des Zurücksetzens. Mit Administratorenrechten kann man den „erweiterten Reset“ durchführen, welcher den Rechner wieder in den Auslieferungszustand zurückversetzt. Die „Refresh“-Methode bewirkt, dass Windows 8 zuerst die Daten und Metro-Apps sichert, dann das System zurücksetzt und letztendlich die Nutzerdaten und Programme wiederherstellt. Dies soll den Rechner beschleunigen.[14]
Mit Windows 8 hält das neue Dateisystem ReFS Einzug, welches aber ausschließlich zur Datenspeicherung nützlich und nicht bootfähig ist. Es befindet sich nicht im Consumer Preview.[15]
Apps können über den neuen Windows Store bezogen werden.[16] Microsoft sieht In-App-Käufe (das Erweitern von installierten Programmen um weitere Funktionen direkt aus diesen heraus) vor und bietet eine Möglichkeit, die Anwendungen für eine begrenzte Zeit kostenlos zu testen. Metro-Apps sollen nur über den Store heruntergeladen bzw. gekauft werden. Die Detailseiten des Stores sollen eine Appbeschreibung, ein Bild, die Hardwareanforderungen und Bewertungen beinhalten. Metro-Apps können auf maximal fünf Computern mit Windows 8 genutzt werden.[17]
Der neue Windows Defender von Windows 8 durchsucht den Computer nicht nur nach Spy- und Malware, sondern auch nach Viren, Anschluss zu Botnets usw. Die Bedienungsoberfläche des neuen Windows Defender ähnelt den Microsoft Security Essentials 2.0. Das neue Betriebssystem besitzt somit einen integrierten Virenscanner.[18]
Windows 8 beinhaltet seit der Consumer Preview ein neues Logo, welches sich optisch stark an das Metro-Design anlehnt. In Kooperation mit dem Designstudio Pentagram wurde aus dem Logo eine geometrische Form gemacht, welche an ein Fenster, der Ursprung des Namens Windows, erinnert. Die Neugestaltung solle gleichzeitig modern und klassisch wirken.[19]
Wie Microsoft am 16. April 2012 bekannt gab, wird das Betriebssystem in vier verschiedenen Editionen erhältlich sein[20]:
Die Standardversion stellt eine in der Ausstattung verminderte Version von Windows 8 Pro dar. Gegenüber der Pro-Version werden BitLocker, das Booten von VHDs, Hyper-V, das Beitreten einer Domäne, die Verschlüsselung des Dateisystems, Gruppenrichtlinien und Remote Desktop fehlen. Das Windows Media Center wird enthalten sein.
Die Standardversion wird sowohl für x86-, als auch x64-Prozessoren angeboten werden. Ein Upgrade von einer bestehenden Installation wird nur für die Vorgängerversionen Windows 7 Starter, Windows 7 Home Basic und Windows 7 Home Premium möglich sein. Upgrades von Windows XP, Windows Vista oder Windows 7 Professional oder Windows 7 Ultimate werden nicht möglich sein.
Windows 8 Pro wird gegenüber der Standardversion einen erweiterten Funktionsumfang bieten und richtet sich an Kleinunternehmer, die ihren PC privat und geschäftlich nutzen, sowie an Privatanwender. Das Windows Media Center wird nicht enthalten sein, kann aber über ein separat erhältliches „Media Pack“ erworben und nachinstalliert werden. Das ist jedoch nur noch für Windows 8 Pro möglich.
Windows 8 Pro wird sowohl für x86-, als auch x64-Prozessoren angeboten werden. Ein Upgrade von einer bestehenden Installation wird nur für die Vorgängerversionen Windows 7 Professional oder Windows 7 Ultimate möglich sein. Upgrades von Windows XP, Windows Vista oder Windows 7 Starter, Windows 7 Home Basic und Windows Home Premium werden nicht möglich sein.[21]
Diese Version ist im Grunde ein Windows 8 Pro mit erweitertem Funktionsumfang „in den Bereichen PC-Management, Deployment, Sicherheit und Virtualisierung“[22], das unter Volumenlizenz vertrieben wird. Zu den exklusiven Funktionen gehören Windows To Go, mit dem eine Windows 8-Installation von einem USB-Stick aus gestartet werden kann, DirectAccess, mit dem eine VPN-lose Remote-Verbindung zwischen Client-Rechnern und Firmennetzwerken aufgebaut werden kann, BranchCache, mit dem Firmenserver erstellt werden können, AppLocker, mit dem der Umgang mit Firmendaten eingeschränkt werden kann, und die Möglichkeit zum Side-Loading, das es ermöglicht, Metro-Apps ohne den Windows Store installieren zu können.[23]
Windows RT wird eine Spezialversion von Windows 8 für Touchscreengeräte mit ARM-Prozessoren sein, die nur vorinstalliert vertrieben wird. Das Installieren und Ausführen von herkömmlichen x86- oder x64-Anwendungen wird nicht möglich sein. Darüber hinaus werden gegenüber der Standardversion Windows 8 der Windows Media Player und die Storage Spaces fehlen. Als einzige Version von Windows 8 wird in Windows RT Microsoft Office mit Word, Excel, Powerpoint und Onenote vorinstalliert sein. In den anderen Editionen muss es separat erworben werden.
Weil Windows Anwendungen auf Basis von HTML5 und JavaScript unterstützen soll, befürchten Entwickler, dass Anwendungen, die auf Microsoft Silverlight basieren, u. U. nur noch im Kompatibilitätsmodus ausgeführt werden könnten und somit nicht mehr für das System geeignet wären.[24]
Die Unterstützung für BIOS wird in Zukunft wegfallen und durch UEFI ersetzt. Dies verkürzt die Bootzeit erheblich.[25] Für bisherige PC-Modelle mit BIOS, die weder auf ARM noch auf eine zu große Systemfestplatte setzen, wird die Kompatibilität vermutlich sichergestellt.[26]
Eine weitere Neuerung ist die Unterstützung von USB 3.0. Windows 8 ist damit in der Lage, deutlich schnellere Kopiervorgänge mit Hilfe von USB-3.0-Hardware durchzuführen.[27]
Windows 8 hat die gleichen Hardwaremindestanforderungen wie Windows 7, und läuft Erfahrungsberichten zufolge auch mit etwa derselben Geschwindigkeit.[28][29]
| Architektur | 32-Bit | 64-Bit |
|---|---|---|
| Prozessor | 1-GHz-32-Bit-Prozessor | 1-GHz-64-Bit-Prozessor |
| Arbeitsspeicher | 1 GB | 2 GB |
| Grafikkarte | DirectX-9-Grafik-Prozessor mit WDDM 1.0 (Aero) | |
| HDD freier Platz | 16 GB freier Festplattenspeicher | 20 GB freier Festplattenspeicher |
| Optisches Laufwerk | DVD-Laufwerk (nur zur Installation von DVD/CD-Medien) | |
Microsoft veranstaltete vom 13. September bis zum 16. September 2011 die Konferenz „Build Windows“, auf der Windows 8 vorgestellt wurde.[30] Auf dieser Konferenz wurde eine Entwicklerversion freigegeben, die es ermöglicht, einen Eindruck der neuen Windows-Version zu erhalten.[31] Am 29. Februar 2012 wurde dann eine Beta-Version unter der Bezeichnung Windows 8 Consumer Preview freigegeben.[32] Für Anfang Juni wird eine weitere Vorab-Version erwartet, der "Release Preview" (ehemals Release-candidate), die bereits alle Funktionen der finalen Version beinhalten dürfte. Quellen berichteten von einem Release im Herbst 2012.[33][34] Microsoft hat sich dazu noch nicht geäußert.
Bereits nach der Veröffentlichung der Developer Preview wurde die für Touch-Bedienung optimierte Metro-Oberfläche in Hinblick auf Bedienbarkeit mit Maus und Tastatur kritisiert.[35] Kritik erhielt auch das neue Design des Logos für Windows 8.[36] Die deutsche Computerzeitschrift c't kritisierte:
„Weit schlimmer [als die Optik] ist, dass […] zwei völlig unterschiedliche Bedien- und Anwendungskonzepte nebeneinander stehen. Als Folge fühlt es sich so an, als würde man ständig zwischen zwei […] Betriebssystemen wechseln. […] Microsofts Plan, hier Konzepte miteinander zu verheiraten, die einfach nicht zu einander passen, geht bislang nicht auf: Hier wächst zusammen, was nicht zusammengehört.“
– c't, Ausgabe 7/2012, S. 91
Weiterhin wird eine mögliche Bevorzugung des Internet Explorers kritisiert. Demnach soll der Browser Firefox von Mozilla in Windows RT nur als Metro-App funktionieren.[37]
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Windows_8 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |