Wolfgang Bergmann (* 21. Oktober 1944 in Lemgo; † 18. Mai 2011 in Hannover)[1] war ein deutscher Pädagoge, Familientherapeut und ehemaliger Journalist und Medienmanager.
Bergmann musste ein Jahr vor dem Abitur das Gymnasium verlassen, machte eine Lehre im Verlagswesen und danach das Abitur. Ein Studium der Erziehungswissenschaften in Berlin schloss er an. Als Mitbegründer einer freien Kindertagesstätte und Vater setzte er das Gelernte in Praxis um. Beruflich machte er zunächst Karriere im Medien- und Verlagssektor, war Chefredakteur der Deutschen Lehrer Zeitung und Mitherausgeber der Buchreihe „Tumult“ sowie Manager im Bertelsmann-Konzern und im Pädagogik-Fachverlag Beltz & Gelberg.[2]
Wolfgang Bergmann war Diplom-Pädagoge und Leiter einer Praxis für Kinder- und Jugendtherapie, des Instituts für Kinderpsychologie und Lerntherapie in Hannover, welche er 1995 nach einer familientherapeutischen Zusatzausbildung eröffnete. Im Jahr 2008 wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Instituts für Kinderpsychologie und Lerntherapie eröffnet.[3]
Er gehörte zum Kreis der Kinder- und Familien-Wissenschaftler und Praktiker in Deutschland. Bergmann war Mitglied des Internationalen Expertenbeirats des Wissenschaftszentrums Wien, ein Verein, der sich im Rahmen der Prüfung durch das Kontrollamt der Stadt Wien im Jahr 2007 freiwillig aufgelöst hat, für das Projekt Art & Sciences[4]. Das Leben in einer von Medien geprägten Welt und der Wandel der Familienstrukturen sowie ein reformpädagogischer Begriff von Disziplin und Autorität gehörten zu seinen Hauptthemen. Er besetzte in der öffentlichen Debatte eine Gegenposition zu dem Psychiater Michael Winterhoff und dem ehemaligen Direktor des Eliteinternats Schule Schloss Salem Bernhard Bueb, die mit ihren Büchern seinem Verständnis nach die Forderung nach mehr Disziplinierung und Gehorsam erheben.[5] Im Umgang mit den „neuen Kindern“ setzte der Autor auf Gelassenheit, Ordnung und das, was er „gute Autorität“ nannte.[6]
Bergmann war Vater dreier Kinder und lebte von seiner Ehefrau getrennt. 2010 wurde bei ihm ein unheilbarer Knochenkrebs diagnostiziert.[7] Im September 2010 gründete Wolfgang Bergmann die Stiftungsinitiative „Für Kinder“. Sein Wunsch war, dass nach seinem Ableben seine Arbeiten weitergetragen und umgesetzt werden. Wolfgang Bergmann erlag in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai 2011 seinem Krebsleiden.[8]
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