Makhdoom Syed Yousaf Raza Gilani (Urdu مخدوم سيد يوسف رضا گیلانى; * 9. Juni 1952 in Karatschi) ist der 26. Premierminister von Pakistan in einer Koalitionsregierung aus Pakistanischer Volkspartei (PPP), Pakistan Muslim League (PML-N) und weiteren kleinen Parteien.
Gilani stammt aus einer politisch und religiös prominenten Familie iranischer Abstammung in Multan, Punjab. Sein Vater Syed Musa Pak war ein bekannter Derwisch bei den Qadiri-Sufis, deren Begründer, der Mystiker Abdul-Qadir Gilani aus der iranischen Provinz Gilan stammte.[1] Nach dem Abschluss des Studiums des Journalismus an der University of the Punjab mit einem MA 1976 begann er seine politische Tätigkeit in der Muslimliga. Er war von 1985 bis 1986 während der mit einem Militärputsch begonnenen und auf das Kriegsrecht gestützten Präsidentschaft von Mohammed Zia ul-Haq Minister in der Regierung von Muhammad Khan Junejo .
1988 wechselte er zur PPP unter Benazir Bhutto, welcher er seither angehört. Für diese wurde er seit 1989 wiederholt in die Nationalversammlung gewählt und war von 1989 bis 1990 Minister sowie 1993 bis 1997 Parlamentspräsident.
Während der Herrschaft von Pervez Musharraf verbrachte Gilani die Zeit von Februar 2001 bis Oktober 2006 nach einer Verurteilung wegen Patronage während seiner Amtszeit als Parlamentspräsident im Gefängnis.
Nach dem Erfolg der Oppositionsparteien bei der Wahl zur Nationalversammlung im Februar 2008 wurde er am 24. März 2008 mit 264 von 328 Abgeordneten des Unterhauses zum Premierminister gewählt. Präsident Musharraf vereidigte ihn am 25. März 2008.
Auf Gilani wurde am 3. September 2008 ein erfolgloser Mordanschlag in Rawalpindi verübt, während seine Autokolonne auf dem Weg zu seinen Wohnsitz war.[2] Die Taliban haben sich zu dem Anschlag bekannt.[3]
Am 13. Februar 2012 klagte ihn der Oberste Gerichtshof Pakistans wegen Missachtung der Justiz an. Grund dafür war die Weigerung Gilanis, die Ermittlungen wegen Korruption gegen den Präsidenten Pakistans, Asif Ali Zardari, wiederaufzunehmen.[4] Im April 2012 verurteilte das Gericht Gilani wegen Missachtung der Justiz.[5] Als symbolisches Strafmaß verhängten die Richter, dass er solange in der Gewalt der Justiz bleibe, wie die Verhandlung andauere. Nach knapp einer Minute endete das Verfahren und Gilani hatte seine Strafe abgebüßt.[6] Ihm droht jedoch der Verlust seines Amtes, da Verurteilte laut der pakistanischen Verfassung kein öffentliches Amt bekleiden dürfen.[7]
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Muhammad Mian Soomro | Premierminister von Pakistan 2008 – |
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