Der ZDF-Verwaltungsrat ist neben dem ZDF-Fernsehrat eine weitere Kontrollinstanz beim ZDF, die die Tätigkeit des Intendanten insbesondere in Haushaltsfragen überwacht.
Der Verwaltungsrat besteht aus 14 Mitgliedern, unter anderem gehören ihm fünf Vertreter der Bundesländer und ein Vertreter des Bundes an. Weitere acht Mitglieder werden vom Fernsehrat gewählt und dürfen keiner Regierung oder gesetzgebenden Körperschaft angehören.
Die Wahl des Vorsitzenden und seines Stellvertreters erfolgt laut Geschäftsordnung des Verwaltungsrates aus seiner Mitte heraus. Den Vorsitz hat derzeit der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (Mitglied des Verwaltungsrats seit 18. November 1994 als Vertreter der Länder, Vorsitzender des Verwaltungsrates seit 27. August 1999) inne.
Die weiteren Vertreter der Länder sind: Matthias Platzeck (seit 4. Juli 2007), Horst Seehofer (seit 2. November 2010), Stanislaw Tillich (seit 1. April 2011) und Volker Bouffier (seit 17. November 2011).
Vertreter des Bundes ist der Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann (seit 28. März 2006).
Vom Fernsehrat gewählt werden acht Mitglieder, dies sind aktuell:
Aufgrund der „Causa Brender“ im Jahre 2009 ist die Einflussnahme der Parteien im Verwaltungsrat stark umstritten.[1] ZDF-Intendant Markus Schächter hatte direkt im Anschluss an die Verwaltungsratssitzung, in der sein Personalvorschlag abgelehnt wurde, im Hinblick auf eine rechtliche Klärung erklärt, die Länder hätten die Pflicht, "für belastbare Rechtsgrundlagen des ZDF Sorge zu tragen".[2] Auch ZDF-Fernsehratsvorsitzender Ruprecht Polenz äußerte sich ähnlich.[3] Der Verwaltungsratsvorsitzende Kurt Beck schlug in der Folge Änderungen am ZDF-Staatsvertrag vor,[4] für die er unter den Landesregierungen jedoch keine Mehrheit fand.[5] Schließlich kündigte Beck eine eigene Klage des Landes Rheinland-Pfalz gegen den ZDF-Staatsvertrag beim Bundesverfassungsgericht an,[6] die im Dezember 2010 in Form eines Normenkontrollantrags nach Karlsruhe übermittelt wurde und seit dem 8. Januar 2011 offiziell anhängig ist. Die Bundestagsfraktion der Grünen hatte bereits Anfang 2010 den Entwurf zu einem eigenen Normenkontrollantrag vorgelegt,[7] dem sich allerdings nur die Fraktion der Linken anschloss, womit das notwendige Quorum von 156 Bundestagsabgeordneten nicht erreicht wurde. Der Entwurf der Grünen sah einen wesentlich weiter gehenden Rückzug der staatlichen Vertreter aus den ZDF-Gremien vor als die Klage des Landes Rheinland-Pfalz.[8][9]
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel ZDF-Verwaltungsrat aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |