Dienstag, 29. Mai 2012

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Zedern

Zedern
Himalaya-Zeder (Cedrus deodara)

Himalaya-Zeder (Cedrus deodara)

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Coniferopsida
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Abietoideae
Gattung: Zedern
Wissenschaftlicher Name
Cedrus
Trew
Arten
  • Cedrus atlantica
  • Cedrus brevifolia
  • Cedrus deodara
  • Cedrus libani

Die Zedern (Cedrus) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae).

Beschreibung

Zedern sind große, immergrüne Bäume, die eine breite Baumkrone ausbilden. Sie brauchen viel Sonnenlicht zu gutem Wachstum und im Vergleich mit anderen Kieferngewächsen kommen sie mit relativ wenig Niederschlag aus. Das Holz duftet. Die Borke junger Bäume ist glatt und grau. Die kleinen, eiförmigen Knospen sind von wenigen Schuppen umhüllt. Es gibt zwei Typen von Zweigen: endständige Langtriebe mit einzeln und spiralig am Zweig angeordneten Nadeln – Kurztriebe mit Bündeln von Nadeln. Die dunkel- bis blaugrünen nadelförmigen Blätter bleiben drei bis sechs Jahre am Baum.

Zedern sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), an einem Baum befinden sich also männliche und weibliche Zapfen. Sie stehen endständig an den Kurztrieben. Die aufrechten männlichen Zapfen sind erst etwa 5 cm, später bis zu 8 cm lang; sie sind die größten in der Familie. Die goldgelben Pollenkörner sind ungeflügelt; der Pollenflug findet im Herbst statt, nicht wie bei den anderen Gattungen der Familie im Frühling. Die aufrechten, blühenden weiblichen Zapfen sind eiförmig, rötlich, 1 bis 1,5 cm lang und bestehen aus vielen Samenschuppen. Die eng überlappenden Samenschuppen sind breiter als lang, holzig mit zwei Samenanlagen an ihrer Basis. Die kleinen Deckschuppen können nicht gesehen werden. Von der Bestäubung bis zur Reife benötigen die Zapfen ein bis zwei Jahre. Die aufrechten, reifen Zapfen sind eiförmig bis zylindrisch, 5 bis 10 cm lang. Die Zapfen zerfallen bei Samenreife und nur die Spindel bleibt auf dem Zweig stehen. Die großen Samen sind unregelmäßig dreikantig, hell- bis graubraun und 11 bis 16 mm lang mit einem 15 bis 25 mm großen Flügel, der Flügel besitzt die gleiche Farbe wie das Samenkorn.

Die Sämlinge besitzen acht bis zehn Keimblätter (Kotyledonen).

Nutzung

Holz der Libanon-Zeder

Zedernholz

Das Holz der Libanon-Zeder hat entgegen landläufiger Meinung fast keinen Geruch, allenfalls ist ein sehr schwacher, leicht aromatischer Geruch an frischem Holz feststellbar. Das allgemein umgangssprachlich wie auch im Holzhandel als Zedernholz bezeichnete Holz stammt dagegen von einigen Arten der Zypressengewächse Cupressaceae ab, welche im Unterschied zu echten Zedern der Gattung Cedrus einen sehr starken, aromatischen Eigengeruch und auch einen hohen Anteil an ätherischen Ölen besitzen. So ist zum Beispiel das als Zedernöl gehandelte Duftöl ein Destillat des Virginischen Wacholders (Juniperus virginiana).

Alltagsgegenstände wie Schuhspanner, Mottenschutzhölzer und Zigarrenkästen sind immer aus dem wesentlich weiter verbreiteten Holz der im amerikanischen Sprachgebrauch als Red Cedar (Riesen-Lebensbaum Thuja plicata) bezeichneten Art gefertigt, sämtliche am Bau verarbeiteten Hölzer unter dem Oberbegriff Zeder stammen ebenso von diesen Zypressengewächsen.

Das unter dem Namen Spanische Zeder bekannte Holz stammt hingegen von einem Laubbaum, der westindischen Zedrele (Cedrela odorata). Es wird wegen seines angenehmen Geruchs und der Fähigkeit, die Feuchtigkeit der Umgebung zu regulieren, häufig zur Innenauskleidung von Humidoren verwendet.

In der Antike waren Zedern wegen ihres leicht zu bearbeitenden und sehr dauerhaften Holzes sehr beliebt im Schiffsbau, z. B. bei den Phöniziern. Im 16. Jahrhundert war Zedernholz ein hoch geschätztes Material, so musste etwa der venezianische Rat der Zehn 1556 alle diplomatischen Beziehungen spielen lassen, um vom Patriarchen von Damaskus die Genehmigung zum Fällen einer Zeder zu bekommen, deren Holz für die repräsentativen Türen der Waffensammlung des Rates verwendet werden sollte.[1]

Zedernholzöl

Zedernöl wurde beim Mikroskopieren mit Lichtmikroskopen als Immersionsöl verwendet. Es weist genauso wie Glas eine Brechzahl von 1,5 auf und ermöglicht auf diese Weise das Mikroskopieren mit starken Vergrößerungen. Die durch die in Deckglas und Zwischenraum unterschiedliche Lichtbrechung entstehende Totalreflexion kann dadurch vermieden werden. Heute werden in der Regel synthetische Öle eingesetzt.

Laut einer Studie des Instituts für Lebensmitteltechnologie und des Internationalen Holzschutz-Entwicklungszentrums hat Zedernholzextrakt (ebenfalls aus Thuja plicata) eine antibakterielle und pilzhemmende Wirkung. Es wurde die Substanz β-Thujaplicin nachgewiesen. Auch konnte die Wirkung gegen bestimmte Schimmelpilze auf Kiefernholz mit dem Zedernholzextrakt bestätigt werden.[2]

Systematik und Vorkommen

Zwei der drei Zedern-Arten kommen im Mittelmeerraum vor, eine Art im westlichen Himalaya.

Beziehungen zwischen den Arten

Alle Zedern-Arten sind nahe miteinander verwandt. Insbesondere die im Mittelmeerraum wachsenden Arten haben viele Gemeinsamkeiten, so dass manche Autoren erwogen haben, sie zu einer Art zusammenzufassen.

Aufgrund von Fossilfunden ist bekannt, dass Zedern einst weitere Bereiche des Mittelmeerraumes und auch den zwischen Mittelmeer und Himalaya liegenden Raum besiedelten. Man geht daher davon aus, dass die heute noch vorkommenden Standorte Überreste einer einstmals ausgedehnten Population darstellen. Das heutige in den Standorten bestehende trockene Klima beschränkt die Zedern auf kühlere Höhenlagen (oft an Nordhängen) mit ausreichend Niederschlägen. In der Wildnis sind alle Zedernarten aufgrund von Abholzen und Überweidung bedroht.

In der Provence / Bonnieux gibt es den größten Zedernwald in Europa.

Bilder

Libanon-Zeder (Cedrus libani):

  • Cedrus libani shoot.jpg
  • Cedrus libani branch.jpg
  • Cedrus libani dsc00827.jpg
  • Zeder im Schlossgarten von Bad Homburg vor der Höhe, etwa 170 Jahre alt

  • Zeder vor dem Schloss Weinheim, Pflanzjahr um 1720, Höhe 23 m

  • Junge Zederzapfen

  • Junge Zederzapfen, Nahaufnahme

  • Fast reife und zerfallende Zederzapfen (2 bzw. etwa 4 Jahre alt)

Himalaya-Zeder (Cedrus deodara):

  • Zapfen.

  • Junger Baum.

  • Zweig mit nadelförmigen Blättern.

  • Zweig mit nadelförmigen Blättern.

  • Borke.

Nachweise

Literatur

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Wolters: Architektur und Ornament. Venezianischer Bauschmuck der Renaissance. C. H. Beck, München 2000, S. 160–161
  2. B. M. Grohs, H.-W. Wegen und B. Kunz: Pilzhemmende Wirkung von Zedernholzextrakt und Hibaöl auf holzständige Schimmelpilze . In: European Journal of Wood and Wood Products 57, Nr. 4, 1999, S. 277–281
  3. farjon: A Handbook of the World's Conifers, Band 1, S. 254–260

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Zedern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Diese Seite wurde zuletzt am 16. Mai 2012 um 19:18 Uhr geändert.

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