Der Zeigertelegraf ist eine Erfindung von August Ephraim Kramer (aus Nordhausen in Thüringen) aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die von Werner von Siemens und Johann Georg Halske verbessert und industriell gefertigt wurde.
Mit dem Zeigertelegrafen wurde die Kommunikationstechnik revolutioniert; im Gegensatz zum Morse-Telegrafen wurde es durch den Zeigertelegrafen erstmals auch einem ungeschulten Laien möglich, Textbotschaften zu übermitteln. Der Zeigertelegraf ist ein Vorläufer des Fernschreibers und des Telefaxgeräts.
Die alten optischen Telegrafen arbeiteten auch mit Zeigern, unterscheiden sich aber grundlegend von einem Zeigertelegrafen.
Das Gerät basiert auf einem Zeiger, der manuell eingestellt wird; eine Verstellung des Zeigers bei dem sendenden Apparat führt zu einer entsprechenden Verstellung des Zeigers bei dem empfangenden Gerät; so können unkompliziert die einzelnen Buchstaben eines Textes übermittelt werden, ohne diese beispielsweise erst ins Morsealphabet codieren zu müssen.
Den ersten Zeigertelegrafen konstruierte Charles Wheatstone 1839; bei diesem Gerät konnte ein durch ein Uhrwerk getriebener Zeiger durch eine am Anker eines Elektromagneten angebrachte Hemmungsvorrichtung von der entfernten Abgangsstation aus nach Belieben vor jedem der am Rande des Zifferblattes verzeichneten Buchstaben angehalten werden.
Der Mannheimer Ingenieur William Fardely baute 1844 die erste Telegraphenlinie auf dem europäischen Festland, eine 8,8 km lange Strecke zwischen Wiesbaden und Kastel.
Auch Kramer, Siemens und Halske, Froment, Breguet u.a. haben Zeigertelegrafen konstruiert. Mit dem Zeigertelegraf begann 1847 dann auch die Unternehmensgeschichte von Siemens; er wurde ab 1848 auf der damals längsten europäischen Telegrafenlinie von Berlin nach Frankfurt am Main eingesetzt.
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