Der Zinssatz, auch Zinsfuß, ist der in Prozent ausgedrückte Preis für geliehenes Kapital, also der Zins als Prozentangabe, beispielsweise auch für den Mietzins.
In der sich mit Zins und Zinssätzen beschäftigenden Literatur findet man sowohl die Bezeichnung i als auch die Bezeichnung r. Da sich mittlerweile jedoch international die Bezeichnung i durchzusetzen scheint, wird diese Bezeichnung hier verwendet.
Manchmal wird präzise zwischen Zinsfuß p und Zinssatz i unterschieden. Der Zinsfuß ist dann die Zahl vor dem %-Zeichen, bei einem Zinssatz von 8 % ist also p = 8. Dagegen ist i = 8 % = 8/100 = 0,08.
Es ist also:
mit
Üblicherweise ist der Zinssatz bezogen auf ein Jahr (p. a., pro anno / per annum). Daneben kommen auch monatliche Zinssätze p. M. pro mese und solche nach Quartal (p. Qu) vor.
Zur korrekten Verwendung der Zinsformel bezüglich Tage t und Tageteiler T ist immer auch die Angabe der Berechnungsmethode wichtig. Diese Usancen nennt man allgemein das Bankjahr.
Die Berechnungsmethode gibt an, wie bei Laufzeiten unter einem Jahr zu verfahren ist. Es gibt folgende Methoden:
An den Geldmärkten im Euroland ist mittlerweile die Methode act/360 üblich.
Im Normalfall wird der erste Tag (der Tag der Aufnahme des Zinsgeschäfts) nicht miteingerechnet.
Als Beispiel diene ein Zinssatz von i = 5 % = 0,05 und ein Kapitalbetrag von k = 100.000,00 Euro. Das Geld wird vom 15. Februar 2008 bis 15. März 2008 (ein Schaltjahr) angelegt (Anlageaufnahme also am 14. Februar 2008). Damit ergeben sich folgende Zinszahlungen:
Den Einfluss des Zinseszins-Effektes auf das Ergebnis zeigt ein einfaches Rechenbeispiel:
Jedem Zinssatz aus kontinuierlicher Verzinsung entspricht ein Zinssatz in jährlicher Verzinsung (p. a.) nach folgender Formel:
Ein jährlicher Zinssatz von 20 % entspricht also einem kontinuierlichem Zinssatz von 18,23 %.
Für Zeiträume, die von einem Jahr abweichen, ist es oft günstiger, mit Zinssätzen in kontinuierlicher Verzinsung zu rechnen. Stundengenaue Rechnung ist im Bankwesen nicht üblich.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Zinssätzen, beispielsweise:
Grundzinssätze der Gesamtwirtschaft sind Leitzinssatz für Interbankkredite, und Eckzinssatz für Spareinlagen.
Der interne Zinsfuß ist derjenige Zinssatz, bei dem der Kapitalwert einer Zahlungsreihe oder eines Projektes der Definition nach genau null ist. Hieraus lässt sich mithilfe der Methode des internen Zinsfußes schließen, ob die Durchführung dieses Projektes vorteilhaft ist oder nicht. Vorteilhaft – und daher einen positiven Kapitalwert liefernd – ist das Projekt immer dann, wenn der Kalkulationszinssatz niedriger ist als der interne Zins, unvorteilhaft in dem Falle, wenn der Kalkulationszinssatz höher liegt. Auch als Effektivzins (bei Finanzierungen) oder Internal Rate of Return (IRR) bezeichnet.
Der Kalkulationszinsfuß oder Kalkulationszinssatz (engl. hurdle rate oder required rate of return) wird in der Investitionsrechnung bei Discounted Cash-Flow Analysen verwendet. Er bezeichnet die subjektive Mindestverzinsungsforderung eines Anlegers an seine Investition und bestimmt, wie stark weiter in der Zukunft liegende Zahlungen auf ihren Barwert abgewertet werden. Der Kalkulationszinsfuß wird ermittelt, indem die Kapitalkosten oder gewichteten Kapitalkosten um eine Risikoprämie erhöht (Investition) oder vermindert (Kreditvergabe) werden.
Unter Berücksichtigung des Zeitwertes des Geldes wird deutlich, dass die Forderung nach einer hohen Rendite gleichbedeutend mit der Forderung nach riskanteren und kurzfristigeren Investitionen ist, da gegenwartsnahe Zahlungen stärker bewertet werden als spätere.
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