| Kristallstruktur | ||||||||||||||||
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| __ Zr4+ __ O2- | ||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||
| Name | Zirconium(IV)-oxid | |||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Verhältnisformel | ZrO2 | |||||||||||||||
| CAS-Nummer | 1314-23-4 | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farbloser, geruchloser Feststoff[1] |
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | 123,22 g·mol−1 | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest |
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| Dichte |
Monoklin: 5,7 g·cm−3[1] Tetragonal: 6,1 g·cm−3[2] Y2O3 stabilisiert: 6,6 g·cm−3[2] |
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| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||
| Siedepunkt |
ca. 5000 °C[1] |
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| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| MAK |
1 mg·m−3[1] |
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| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | ||||||||||||||||
Zirconium(IV)-oxid (ZrO2), Zirconiumdioxid oder auch mit dem Trivialnamen Zirkonoxid bezeichnet (ältere Namen sind Zirkonsäure oder Zirkonerde), nach Zirkon die in der Natur häufigste Verbindung des Elementes Zirconium. Zirconiumdioxid ZrO2 ist eine Hochleistungskeramik, also ein nichtmetallischer, anorganischer Werkstoff, und gehört zu der Gruppe der Oxidkeramiken und wird entsprechend verwendet. Die Modifikation im monoklinen Kristallgitter wird auch Baddeleyit genannt, diese kommt auch als Mineral in der Natur vor.
Als Ausgangsprodukt für die Herstellung von Zirconiumdioxid wird Zirconiumsilicat ZrSiO4 (Zirkon) verwendet. Dieser Silicatsand wird durch Wasch-, Reinigungs- und Calcinierungsprozesse von Verunreinigungen getrennt und in Zirconiumdioxid überführt. Es wird so ein 99-prozentig reines Zirconiumdioxidpulver erhalten.
Zirconiumdioxid ist diamagnetisch, gegen Säuren und Alkalilaugen sehr beständig und hat eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen chemische, thermische und mechanische Einflüsse.
Zirconiumdioxid kommt in drei Modifikationen vor:
monoklin (1173 °C)
tetragonal (2370 °C)
kubisch (2690 °C)
Schmelze
Das kubische Zirconiumdioxid kristallisiert in einer kubisch dichtesten Packung kubisch flächenzentrierten Gitter der Zirconiumatome, in der alle Tetraederlücken mit Sauerstoffatomen besetzt sind.
Der Wärmeausdehnungskoeffizient beträgt abhängig von der Modifikation des Zirconiumdioxids:
Die Zugabe anderer Metall-Oxide stabilisiert die Hochtemperaturmodifikation bei tiefen Temperaturen. Ein Anteil von mindestens 16 Mol-% Calciumoxid (CaO), 16 Mol-% Magnesiumoxid (MgO) oder 8 Mol-% Yttriumoxid (Y2O3) („8YSZ“) genügt für die Kristallisation in der kubischen Phase bei Raumtemperatur. Bei geringeren Anteilen bilden sich Mischkristalle aus der kubischen und monoklinen Phase. Sie erzeugen eine innere Vorspannung im Gefüge und eine gute thermische Wechselbeständigkeit.
Bezeichnungen:
Durchscheinende Mischkristalle werden in der Schmuckindustrie Zirkonia (auch Diamantimitat) genannt.
Zirconium hat eine Wertigkeit von +4. Durch das Dotieren mit Oxiden von Metallen geringerer Wertigkeit entstehen Sauerstoff-Fehlstellen. Die hohe Sauerstoffmobilität bei gleichzeitig geringer elektrischer Leitfähgigkeit erreicht beispielsweise bei YSZ eine Ionenleitfähigkeit von 100 S/m.
Anwendungsgebiete: Feuerfestkeramik, technische Keramik, Prothetik
Verwendung findet (teil-)stabilisiertes Zirconiumdioxid aufgrund der guten thermischen Beständigkeit als Feuerfestkeramik, als technische Keramik im Maschinenbau sowie als prothetisches Material in der Medizintechnik.
Es wird zur Verbesserung der Eigenschaften (insbesonderes Kratzfestigkeit) Lacken zugesetzt. z. B. Automobillacke (Topcoats), Parkettlacke, Möbellacke, Lacke für elektronische Geräte, Nagellacke. Auch Farben für Tintenstrahldrucker enthalten Zirconiumdioxid.
Eine frühe Anwendung fand Zirconiumdioxid als Material für den Glühkörper (Nernststift) der Nernstlampe, einer von Walther Nernst 1897 erfundenen Bauart der elektrischen Glühlampe. Wie bei der Lambdasonde wurde hier die elektrolytische Leitfähigkeit ausgenutzt.
Zirconiumdioxid hat die Fähigkeit, bei höherer Temperatur Sauerstoffionen elektrolytisch zu leiten. Diese Eigenschaft macht man sich zunutze, um unterschiedliche Sauerstoffpartialdrücke z. B. zwischen Abgasen und Luft (Lambdasonde) zu messen.
Zirconium(IV)-oxid kommt darüber hinaus in der Medizin u. a. bei Hüftgelenksimplantaten und in der Zahnmedizin als Basis für die Anfertigung von Kronen- und Brückengerüsten mit Hilfe von CAD/CAM-Verfahren, bei Wurzelstiften und metallfreien Zahnimplantaten zur Anwendung[4]. Für Teleskopprothesen ist durch neue Software ein metallfreies Primärteleskop möglich. Zirconiumdioxid wird auch im Rahmen kieferorthopädischer Behandlungen zur Herstellung von Brackets für festsitzende Apparaturen angewendet.[5] Nach Aluminiumoxid ist es die am häufigsten verwendete Oxidkeramik.
Yttriumstabilisiertes Zirconium(IV)-oxid wird in Brennstoffzellen und vor allem in Lambdasonden als Ionenleiter angewandt.[6] Ab ca. 600 °C können Sauerstoff-Ionen durch Leerstellen im Kristallgitter leicht hindurchdiffundieren. YSZ wird ebenfalls auch als Keramikmaterial in der Medizin[7] und in der Turbinentechnik[8] verwendet. Zirconiumdioxid wird außerdem in der Lagertechnik für Hybridlager (Wälzkörper aus Zirconiumdioxid) und Vollkeramiklager (Wälzkörper und Laufringe aus Zirconiumdioxid) eingesetzt.
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