Köln/Ingolstadt - Der Verbrauchermarkt Media Markt plant die Plakate, auf denen eine Frau mit drei Brüsten zu sehen ist, umgehend abzuhängen. Volker Nickel vom Deutschen Werberat in Bonn kritisierte das Plakat am Freitag als "frauendiskriminierend". Das Unternehmen sei zu einer Stellungnahme aufgefordert worden.
Eigentlich müsste sich Media Markt freuen. Denn das Unternehmen, das bereits öfters durch pöbelige Anzeigenkampagnen aufgefallen ist, hat mit dem Plakat reichlich Aufmerksamkeit erregt - in diesem Fall allerdings mehr, als dem Discounter lieb sein kann. Beim Anruf in der Münchner Konzernzentrale der Media-Saturn-Holding fragt die Telefonistin zuerst: "Rufen sie auch an, um sich wegen des Plakats zu beschweren?"
Vorsicht, Satire!
Dabei sollte das Poster eigentlich eine "augenzwinkernde Persiflage" sein, so das Unternehmen. Die ganzjährigen Kampagnen von Palmers und Hennes und Mauritz (H&M), in denen sich ständig irgendwelche - zweibrüstigen - Mädels
auf den Werbeflächen der Bushaltestellen räkeln, habe man auf die Schippe nehmen wollen. Diese feinsinnige Form der "Medienkritik scheint jedoch bei den Kunden - "und vor allem den Kundinnen" - wie Media Markt zähneknirschend einräumt, nicht gut angekommen zu sein.Das Poster stellt zweifelsohne eine Ausprägung schrägen Humors dar", so ein Sprecher. Zweifelsohne. Die mehr als 15.000 Plakate, die am ersten Weihnachtstag geklebt worden waren, sollen bundesweit bis zum 31. Dezember entfernt werden. Auch im Bereich der Printwerbung werde das Motiv nicht weiter zum Einsatz kommen.
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