Wirtschaft



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16.01.2002
 

Kriegsgewinner

Die Milliardengeschäfte des Ministerkonzerns

Von Carsten Matthäus

2. Teil: "Es stinkt zum Himmel" - Lesen Sie im zweiten Teil, wie es der Carlyle Group United Defense gelang, das Ruder herumzureißen.

Carlyle-Chef Carlucci: Lobbyarbeit - niemals!
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AP

Carlyle-Chef Carlucci: Lobbyarbeit - niemals!

Nach der Übernahme durch die Carlyle Group ging United Defense nach amerikanischer Art in die Offensive. Rund 300.000 Dollar an Wahlkampfhilfen wurden an Politiker verteilt, die Rüstungsfirma betrieb intensive Lobby-Arbeit. Außerdem sparten die Entwickler bei der Haubitze und ihrem Nachlade-Fahrzeug rund 20 Tonnen an Gewicht ein. Erfreuliches Ergebnis dieses Liebeswerbens: Für das Crusader-Programm wurden im Verteidigungsetat für 2002 mehr als 400 Millionen Dollar eingeplant. Dem erfolgreichen Börsengang von United Defense stand nichts mehr im Wege.

Die Ex-Politgrößen der Carlyle-Group weisen selbstverständlich jede Art von Lobby-Arbeit meilenweit von sich. Carlucci, der sich in Interviews gerne damit brüstet, US-Verteidigungsminister Rumsfeld seit seiner College-Zeit "sehr gut zu kennen" und mit seinem Freund regelmäßig über Strategien zu diskutieren, sieht sich über jeden Zweifel erhaben. "Ich habe mehrfach klargemacht, dass ich in Verteidigungsfragen keine Lobbyarbeit mache", sagte er vor einiger Zeit der "New York Times".

Kritischen Beobachtern ist Carlyle ein Dorn im Auge. "Es wird problematisch, wenn politische und private Interessen derart vermischt werden", sagt Peter Eisner, Chef des Center for Public Integrity, "wir haben hier die Situation eines Küchen-Kabinetts. Genau diese informellen Kontakte bringen Carlyle den Erfolg". Paul Krugman, Wirtschaftsprofessor und Kolumnist der "New York Times", formuliert es weniger diplomatisch: "Traurig aber wahr - nichts von alledem ist illegal - es stinkt nur zum Himmel".

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