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Private Media Group Die Porno-Recycler

2. Teil: Lesen Sie im zweiten Teil, welche drei Erfolgsgeheimnisse Private profitabel machten

Erfolgsgeheimnis eins: Keine Briefträgergeschichten

  private.com -Screenshot: Internet-Margen von bis zu 50 Prozent

private.com-Screenshot: Internet-Margen von bis zu 50 Prozent

Einer der Gründe für Privates Erfolg ist die hohe Qualität der Produkte. Er produziere keine Geschichten der Marke "Hier kommt der Pizzabote und dort ist das Sofa", so Milton. Soweit man von gut gemachten Pornos sprechen kann, ist Private der ""Playboy"" der Hardcore-Branche. Das sehen auch Porno-Connaisseure so. Der Branchendienst Adult Video News verlieh Private bereits zwanzigmal den AVN-Award - eine Art Oscar der Pornoindustrie. "Sie sind ein Synonym für qualitativ hochwertige Produktionen", sagt AVN-Chefredakteur. Mike Ramone. Private-Filme kosten häufig mehr als 100.000 Dollar. Nach Hollywood-Standards ist das ein Witz, im Pornogeschäft aber eine Menge Geld: Der Durchschnittsstreifen wird für 20.000 Dollar zusammengeklatscht. Im vergangenen Jahr produzierte Private etwa 80 neue Titel.

Dass Private gut im Geschäft ist, spiegelt sich auch im Aktienkurs Chart zeigen wider. Das Papier mit dem Nasdaq-Kürzel PRVT stieg im vergangenen Jahr um knapp zehn Prozent - der Nasdaq-Composite-Index lag im gleichen Zeitraum etwa 17 Prozent im Minus. Über längere Sicht sah es noch besser aus: Seit Anfang 1998 legte Private etwa 110 Prozent zu. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie liegt derzeit bei 50 - damit ist das Papier nicht gerade billig.

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DPA

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Dafür liefert Milton seinen Investoren allerdings auch am laufenden Band Rekordzahlen. In den ersten drei Quartalen 2001 hat der Porno-Produzent den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent steigern können. Der Nettogewinn verdoppelte sich im gleichen Zeitraum auf 6,6 Millionen Dollar. Im Jahr 2000 war der Gewinn bereits um mehr als 40 Prozent gestiegen. Damit hebt sich Private wohltuend von der Konkurrenz ab - andere Branchengrößen wie die "Playboy"-Gruppe schreiben rote Zahlen. Von wegen "Sex sells".

Für ein nach Kapitalmarktmaßstäben winziges Unternehmen wie Private (Marktkapitalisierung: 370 Millionen Dollar) gibt es erstaunlich viele namhafte Banken, die investiert haben. Barclays Plc, West Highland Capital und die Royal Bank of Scotland sind dabei, ebenso wie die Deutsche Bank, die über die New Yorker Taunus Corporation Anteile hält.

Erfolgsgeheimnis zwei: Recycling macht Marge

Privates größter Schatz ist das gigantische Film- und Bilderarchiv. Viele von Privates Konkurrenten, etwa der kürzlich von der "Playboy"-Gruppe aufgekaufte US-Kabelkanal Vivid TV, haben ihre Produktionen per Lizenzvereinbarung an Dritte verkauft. Private macht das nicht: "Uns gehören die weltweiten Rechte an allem, was wir je produziert haben", so Milton.

Deshalb kann Private jedes Foto und jeden Filmschnipsel beliebig oft recyceln. Ein Beispiel ist Privates bis dato erfolgreichster Film "Tatiana". Neben VHS- und DVD-Video vertreibt Private eine interaktive "Tatiana"-CD-Rom und verwendet die Fotos in seinen Magazinen und auf den zahlreichen Websites. Sobald die Produktionskosten für den Film oder das Foto-Shooting eingespielt sind, ist jede weitere Veröffentlichung bares Geld. Nebenbei ist das Unternehmen auch noch so gut wie schuldenfrei. Resultat ist eine phänomenale Netto-Gewinn-Marge von fast 25 Prozent. Das bedeutet im Klartext: Jeder Dollar verkaufter Pornos produziert unterm Strich 25 Cent Gewinn, Steuern bereits abgezogen. Bei Beate Uhse betrug die Marge im Geschäftsjahr 2000 nicht mal sechs Prozent.

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Das ganz große Geld jedoch steckt im Internet. Dort betragen die Margen bis zu 50 Prozent. Und anders als für Nachrichten, Produkttests oder Suchmaschinen sind die Verbraucher offensichtlich bereit, für Hochglanz-Porno zu zahlen. Vor allem, wenn die Bilder richtig ruckeln und zuckeln. Auf dem neuen Breitband-Website Privatespeed.com zahlen Nutzer für je 360 Minuten Hardcore stattliche 45 Dollar - für Material, dass zuvor als Verleih- oder Kaufvideo vertrieben wurde und seine Herstellungskosten bereits eingespielt hat. Nach dem gleichen System vertreibt Private seine Inhalte über Vertriebspartnerschaften - in den USA zusammen mit "Playboy", in Großbritannien mit Sky Broadcasting, in Lateinamerika mit Liberty Media.

Erfolgsgeheimnis drei: Porno Pur

Private steht für Hardcore. Soften Sex und subtile Erotik überlässt das Unternehmen lieber Mitbewerbern wie etwa der "Playboy"-Gruppe. Die hat nach Meinung vieler Analysten inzwischen ein Imageproblem. Denn "Playboy" steht für hochwertige Erotik. Seit das Unternehmen mehrere Hardcore-TV-Kanäle gekauft hat, ist das saubere Image des Häschens leicht angeschmuddelt. Private-Chef Milton sind solche Probleme fremd - unter moralischen Gesichtspunkten ist der Ruf eh hinüber. "Private stand immer für Sex, und das bleibt auch so. Ich glaube, wir sind das, was sich früher alle unter dem Internet vorstellten."

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