GPS: Die US-Militärs kontrollieren das einzige weltweite Navigationssystem
Brüssel - Galileo werde es den Europäern erlauben, sich aus der Abhängigkeit vom amerikanischen GPS zu befreien, erklärte der französische Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) bezeichnete Galileo als Zukunftsprojekt, das Dienstleistern auch Sicherheit vor der Abschaltung von GPS in Krisenzeiten biete. Zudem sei die Satelliten-Navigation eine Schlüsseltechnologie und dem GPS technisch überlegen.
Galileo soll 2008 einsatzbereit sein und von 2015 an ausschließlich privat finanziert werden. Für die Entwicklung gaben die Verkehrsminister eine letzte Tranche von 450 Millionen Euro frei und erhöhten damit das Engagement von EU und Europäischer Raumfahrtagentur (Esa) auf 1,1 Milliarden Euro.
Wirtschaft kann bereits vor 2015 einsteigen
Die EU strebt bereits vor 2015 eine überwiegende Finanzierung durch Private an, die sich nach Ende der Ausschreibungen im kommenden Jahr an einer voraussichtlich in Brüssel ansässigen Managementgesellschaft beteiligen sollen. Die Mindestbeteiligung für kleine und mittelständische Unternehmen soll 250.000 Euro betragen, die für Großunternehmen fünf Millionen Euro. Die ersten der insgesamt rund 30 Satelliten sollen 2006 ins All geschossen werden. Sie sollen etwa Flugzeugen und Schiffen eine genaue Positionsbestimmung ermöglichen. 38 europäische Raumfahrtunternehmen hatten kürzlich erklärt, Galileo werde mehr als 100.000 Arbeitsplätze schaffen.
USA bieten Zusammenarbeit an
Ungeachtet kritischer Stimmen aus den USA hatten die EU-Staats- und Regierungschefs der Entwicklung von Galileo bereits auf ihrem Gipfel Mitte März in Barcelona grundsätzlich zugestimmt. Die US-Regierung hatte mehrfach die Notwendigkeit von Galileo bezweifelt und auch davor gewarnt, dass dieses zivile System auch von militärischen Gegnern genutzt werden könnte.
Die EU beschloss nun, mit den USA eine Vereinbarung über die Kompatibilität von Galileo mit GPS und dessen Nachfolgesystemen auszuhandeln. Die US-Vertretung bei der EU erklärte, die Regierung in Washington sei an einer Zusammenarbeit interessiert, bekräftigte aber zugleich ihre Bedenken. "Wir hoffen, dabei mit der Europäischen Kommission unsere Sorgen zu verschiedenen Aspekten des Handels, technischer und sicherheitsrelevanter Fragen noch weiter zu diskutieren", hieß es in einer in Brüssel verbreiteten Erklärung.
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