Schlechte Nachrichten aus dem Telekommunikationssektor
Doch gerade Besorgnis erregende Nachrichten aus den USA, Frankreich und Finnland hatten die Aktie bereits am Dienstag kräftig unter Druck gesetzt. Die France Télécom hat ihren Umsatz im ersten Quartal zwar von 10,04 Milliarden Euro auf 10,60 Milliarden Euro gesteigert und will im Gesamtjahr zweistellig wachsen. Jedoch sei das Umsatzplus hauptsächlich auf die Mobilfunktochter Orange zurückzuführen, bemängelten Analysten.
Der finnische Konzern Sonera soll angeblich weitere 2,8 Millionen T-Aktien auf den Markt werfen, hieß es am Dienstag in Frankfurt. Und auch ehemalige VoiceStream-Aktionäre würden sich wieder von Papieren der Deutschen Telekom trennen, hieß es am Markt. Außerdem belasteten zusätzlich Gerüchte um den US-Telekomkonzern WorldCom die T-Aktie. Demnach werde der amerikanische Konzern auf Grund seiner hohen Verschuldung in den Konkurs gezwungen.
Rote Zahlen auch bei Qwest Communications
Schlechte Nachrichten gab es auch vom Telekomkonzern Qwest Communications, der im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres tiefer in die roten Zahlen gerutscht ist. Der Verlust vor Einmaleffekten sei von 46 Millionen Dollar auf 698 Millionen Dollar gewachsen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.
Schließlich hatte der niederländische Telekomkonzern KPNQwest eine Gewinnwarnung herausgegeben und mitgeteilt, er könne eine Unternehmensanleihe möglicherweise nicht bedienen. Die Aktien waren in Amsterdam zeitweise um 50 Prozent eingebrochen.
Kleinaktionäre stinksauer
Wegen der "katastrophalen Kursentwicklung" will die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) Vorstand und Aufsichtsrat nicht entlasten. Binnen eines Jahres habe die T-Aktie 42 Prozent an Wert verloren. Als Gründe hierfür nannte die SdK unter anderem den verschobenen Schuldenabbau und die ungewissen Ertragsausichten im UMTS-Geschäft.
Vor einigen Wochen hatte die Düsseldorfer Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz bereits angekündigt, dem Telekom-Vorstand die Entlastung zu verweigern. Die SdK wirft zudem dem Aufsichtsrat vor, die Gesamtbezüge des Vorstands um 90 Prozent erhöht zu haben. Angesichts der geplanten Dividendenkürzung um 40 Prozent hätten die Bezüge sinken müssen.
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