Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
29.05.2002
 

Hauptversammlung

Schluss mit gratis bei T-Online

Mit Breitbandanschlüssen und bezahlpflichtigen Internet-Inhalten will T-Online-Chef Thomas Holtrop den Umsatz seines Unternehmens steigern. Mit der Kostenlos-Mentalität muss nach Ansicht des größten europäischen Internet-Providers endlich Schluss sein.

Thomas Holtrop CENTER/KLEIN
AP

Thomas Holtrop CENTER/KLEIN

Köln - "Ohne eine solide wirtschaftliche Grundlage lassen sich die massiven Investitionen in die technische Infrastruktur des Internet auf Dauer nicht darstellen", sagte der Vorstandschef von T-Online Chart zeigen, Thomas Holtrop, am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Köln. Die Kostenlos-Mentalität bezeichnete er dabei als "Geburtsfehler" des Mediums Internet. Neben den Bezahl-Inhalten soll es künftig nur noch eingeschränkt kostenlose Angebote geben.

Als reichweitenstärkstes Portal erhofft sich die im Nemax 50 notierte T-Online außerdem einen größeren Marktanteil am Gesamtwerbemarkt. Nach den Worten von Holtrop wird der Anteil des Online-Werbemarkt mittelfristig von derzeit 1,2 Prozent auf zehn Prozent des gesamten Werbemarktes anwachsen. Bis 2004 will das Unternehmen den Umsatzanteil im Nicht-Zugangsgeschäft - dazu gehören Werbung oder Internet-Shops auf 30 Prozent steigern.

Bei Ebitda 2002 schwarze Zahlen geplant

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) peilt T-Online 2002 im gesamten Konzern schwarze Zahlen an. In Deutschland erwirtschaftet T-Online bereits ein positives Ebitda-Ergebnis. Die Zahl wird allerdings von T-Online nach selbst festgelegten Maßstäben errechnet - nach üblichen Bilanzregeln dürfte das Unternehmen noch für einen längeren Zeitraum Verluste erzielen. Nicht zufrieden zeigte sich Holtrop mit der Entwicklung der T-Online-Aktie. Sie reflektiere nicht die Entwicklung des Unternehmens. Das Papier notierte am Mittwoch mit 10,25 Euro praktisch unverändert gegenüber dem Schlusskurs des Vortages.

Anders als bei der Konzernmutter einen Tag zuvor begrüßten Aktionärsvertreter die Strategie des Unternehmens: "Der Internet-Primus erntet die Lorbeeren für seine glaubwürdigen Prognosen", sagte Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz. Die Aktien sei "eine der übrig gebliebenen Perlen im Neuen Markt" und entwickelte sich zum "Musterknaben" in der Familie der Papiere des Telekom-Konzerns. Die Telekom hält rund 82 Prozent an T-Online.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP