Thomas Holtrop CENTER/KLEIN
Köln - "Ohne eine solide wirtschaftliche Grundlage
lassen sich die massiven Investitionen in die technische Infrastruktur
des Internet auf Dauer nicht darstellen", sagte der Vorstandschef
von T-Online
, Thomas Holtrop, am
Mittwoch auf der Hauptversammlung in Köln. Die Kostenlos-Mentalität
bezeichnete er dabei als "Geburtsfehler" des Mediums Internet. Neben
den Bezahl-Inhalten soll es künftig nur noch eingeschränkt kostenlose Angebote
geben.
Als reichweitenstärkstes Portal erhofft sich die im Nemax 50 notierte T-Online außerdem einen größeren Marktanteil am Gesamtwerbemarkt. Nach den Worten von Holtrop wird der Anteil des Online-Werbemarkt mittelfristig von derzeit 1,2 Prozent auf zehn Prozent des gesamten Werbemarktes anwachsen. Bis 2004 will das Unternehmen den Umsatzanteil im Nicht-Zugangsgeschäft - dazu gehören Werbung oder Internet-Shops auf 30 Prozent steigern.
Bei Ebitda 2002 schwarze Zahlen geplant
Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) peilt T-Online 2002 im gesamten Konzern schwarze Zahlen an. In Deutschland erwirtschaftet T-Online bereits ein positives Ebitda-Ergebnis. Die Zahl wird allerdings von T-Online nach selbst festgelegten Maßstäben errechnet - nach üblichen Bilanzregeln dürfte das Unternehmen noch für einen längeren Zeitraum Verluste erzielen. Nicht zufrieden zeigte sich Holtrop mit der Entwicklung der T-Online-Aktie. Sie reflektiere nicht die Entwicklung des Unternehmens. Das Papier notierte am Mittwoch mit 10,25 Euro praktisch unverändert gegenüber dem Schlusskurs des Vortages.
Anders als bei der Konzernmutter einen Tag zuvor begrüßten Aktionärsvertreter die Strategie des Unternehmens: "Der Internet-Primus erntet die Lorbeeren für seine glaubwürdigen Prognosen", sagte Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz. Die Aktien sei "eine der übrig gebliebenen Perlen im Neuen Markt" und entwickelte sich zum "Musterknaben" in der Familie der Papiere des Telekom-Konzerns. Die Telekom hält rund 82 Prozent an T-Online.
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