Wirtschaft



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28.06.2002
 

Wall-Street-Skandale

Xerox wird plattgemacht

Der WorldCom-Schock sitzt den Börsianern noch in den Knochen, schon droht einem Wall-Street-Unternehmen ein neuer Skandal. Beim Kopiererhersteller Xerox sollen mehr als sechs Milliarden Dollar falsch verbucht worden sein. Die Kurs der Aktie fiel in sich zusammen.

Kette der Skandale reißt nicht ab: Xerox-Park in Silicon Valley
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Xerox

Kette der Skandale reißt nicht ab: Xerox-Park in Silicon Valley

New York - Das "Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf Unternhemenskreise, eine Buchprüfung von Xerox habe ergeben, dass in den vergangenen fünf Jahren Umsätze von mehr als sechs Milliarden Dollar falsch verbucht worden seien.

Im vorbörslichen Handel fielen die Xerox-Aktien um mehr als 30 Prozent. An der New Yorker Börse waren die Papiere zunächst vom Handels ausgesetzt, verloren dann aber rund 20 Prozent an Wert und wurden bei rund 6,15 Dollar gehandelt.

Die US-Wertpapier- und Börsenaufsicht SEC hatte seit dem Jahr 2000 gegen Xerox ermittelt. Bei einem Vergleich im April habe die SEC den Betrag für die Jahre 1997 bis 2000 auf drei Milliarden Dollar geschätzt. Eine Prüfung, die sich auf 2001 bezog, habe jedoch neue Buchführungsprobleme entdeckt. Die Gesamtsumme an falsch verbuchten Umsätzen für den Fünfjahres-Zeitraum könnte mehr als sechs Milliarden Dollar betragen, hieß es in dem "WSJ"-Bericht.

Xerox-Sprecherin Christa Carone wollte nach Angaben der Zeitung nicht zu der Sechs-Milliarden-Dollar-Ziffer Stellung nehmen. Sie kündigte jedoch an, es werde eine Umsatzreduzierung "von weniger als zwei Milliarden Dollar" für den Zeitraum 1997 bis 2001 geben, bei einem Gesamtumsatz von 92,5 Milliarden Dollar, den die Gesellschaft zuvor für diesen Zeitraum angegeben hatte. Einer Unternehmensmeldung zufolge hat Xerox diese Zahl um 1,9 Milliarden Dollar nach unten korrigiert.

Die SEC hatte sich mit Xerox im April verglichen. Xerox zahlte zehn Millionen Dollar, ohne eine Schuld einzugestehen. Es war die höchste Zivilstrafe für Finanzberichterstattungs-Verstöße, die es bisher gegeben hatte. Die SEC hatte dem Unternehmen vorgeworfen, die Investoren in die Irre geführt zu haben.

Der Vorwürfe bezogen sich größtenteils auf eine unzulässige Aufblähung des Umsatzes über Langzeit-Leasingvereinbarungen für Kopierer und andere Bürogeräte. Die neuen Probleme wurden nach Darstellung der Zeitung bei einer Buchprüfung von PriceWaterhouseCoopers entdeckt. Xerox hatte sich nach den Querelen um ihre Bilanzzahlen vom bisherigen Wirtschaftsprüfer KPMG getrennt.

Zwei Tage zuvor hatte Worldcom eingestanden, rund 3,8 Milliarden Dollar falsch verbucht zu haben. Der finanziell angeschlagene Telekomkonzern hatte damit die Ergebnis unrechtmäßig erhöht. Mittlerweile wurden gegen WorldCom von der SEC und dem US-Kongress Untersuchungen eingeleitet. Die WorldCom-Aktie war daraufhin vom Handel ausgesetzt worden.

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