Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
22.07.2002
 

Enron-Epilog

Das Ende von Arthur Andersen

Der Name Athur Andersen wird vermutlich aus der Beraterszene in Deutschland verschwinden. Die deutsche Arthur Andersen Business Consulting wird vom Konkurrenten Deloitte geschluckt.

Beteiligung von Führungskräften weiterhin möglich: Andersen Zentrale in Chicago
Zur Großansicht
AFP

Beteiligung von Führungskräften weiterhin möglich: Andersen Zentrale in Chicago

Frankfurt am Main - Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet, eine entsprechende Absichtserklärung sei bereits unterschrieben. Die Entscheidung zugunsten des Konkurrenten Deloitte, der eine Umfirmierung auf den Namen "Braxton" angekündigt habe, sei gefallen, da die Deloitte-Geschäftsführung den Erhalt der partnerschaftlichen Strukturen geboten habe. So ist die Beteiligung von Führungskräften am Unternehmen weiterhin möglich. Beim Computerkonzern IBM, der sich ebenfalls für die Beratungsgesellschaft interessiert hatte, wären die Berater dagegen zu Konzern-Angestellten geworden, schreibt das Blatt weiter.

Durch die Fusion entsteht die mit 215 Millionen Euro Jahresumsatz fünftgrößte Managementberatung auf dem deutschen Markt. Auf dem ersten Platz steht unangefochten McKinsey (595 Millionen Jahresumsatz), es folgen Roland Berger (307 Millionen), A.T. Kearny (239 Millionen) und Boston Consulting (231 Millionen). Durch den Zusammenschluss wechseln 300 Mitarbeiter von Andersen zu Deloitte Consulting, die damit auf 700 Mitarbeiter wächst.

Prüfersparte wartet immer noch auf Okay aus Brüssel

Bereits im Mai hatte die Prüfersparte von Arthur Andersen einen anderen Partner präsentiert. In einer Pressemitteilung des Konzerns hieß es damals: "Die EU-Kommission hat die teilweise Freistellung vom Vollzugsverbot der Fusion von Ernst & Young und Arthur Andersen Deutschland genehmigt. Damit ist es Arthur Andersen bereits jetzt möglich, mit dem internationalen Netzwerk von Ernst & Young zusammenzuarbeiten."

Während damals noch der 1. Juli als erwarteter Termin für die Freigabe avisiert war, hat Brüssel bisher allerdings noch kein grünes Licht gegeben.

"Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass die Genehmigung erteilt wird", sagte Ernst & Young-Sprecher Stefan Rittmeister. Ein positives Signal sei das Okay aus Brüssel für den Zusammenschluss der Partner in Großbritannien vor drei Wochen gewesen.

Der Prüfer Ernst & Young hatte seine eigene Beratersparte bereits 2000 ausgegliedert und mit Cap Gemini verschmolzen. Bei seinem Bündnis mit Andersen hatte er nur die Prüfer- und die Steuerberatungs-Sparte von Andersen übernommen, sowie deren Abteilung für Corporate-Finance-Beratung. Gegenüber 70 Millionen Euro Jahresumsatz, die Andersen Business Consulting jährlich umsetzt, kommen die genannten Gruppen auf einen Jahresumsatz von 455 Millionen Euro.

Der US-Muttergesellschaft von Andersen war eine Mitschuld an dem Bilanzskandal des Energiehändlers Enron zugesprochen worden. Daher mussten sich die Unternehmensberater weltweit neue Partner suchen.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP