Heidelberg - MLP-Gründer Manfred Lautenschläger und Vorstandschef Bernhard Termühlen kämpfen um die Loyalität ihrer Mitarbeiter. Am Mittwoch luden sie rund 300 Geschäftsstellenleiter nach Wiesloch, um über die Lage des Konzerns zu informieren. Denn obwohl die Angst vor einem Rauswurf aus dem Dax abgeklungen sein dürfte, bleiben Fragen offen. Schließlich ist die MLP-Aktie nach Berichten über angeblich unsaubere Bilanzierung und einer Gewinnwarnung von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 83 Euro steil abgestürzt, zuletzt notierte sie um die 13 Euro.
Offenbar ist der Sturz der Aktie Anlass für eine neue Sorge: Wie das "Handelsblatt" berichtet, sehen sich die unter anderem mit Aktien entlohnten MLP-Berater zunehmend nach neuen Arbeitgebern um. In Branchenkreisen sei von einem schleichenden Absetzungsprozess die Rede. Noch gebe es zwar keine Massenbewegung zur Konkurrenz. Gleichwohl hätten bereits sehr viele MLP-Mitarbeiter bei der Deutschen Bank, der Axa oder gar dem direkten Konkurrenten AWD angeklopft.
MLP-Sprecher Michael Pfister spricht dem Bericht zufolge zwar von einer normalen Fluktuation. Allerdings habe er auch eingeräumt: "Sicherlich ist es jetzt die größte Herausforderung, die Mannschaft beisammen zu halten." Frank Altmeyer, Bereichsleiter bei der Personalberatungsagentur Kienbaum, bestätigt den Trend zur Abwanderung und nennt die Vergütungsstruktur der MLP-Berater als ausschlaggebend. MLP zahle seinen Beratern im Vergleich zur Branche rund 30 Prozent weniger, biete aber MLP-Aktien als Ausgleich. Eine Art der Honorierung, die viel von ihrer früheren Attraktivität verloren hat.
Viele Berater aber können offenbar, selbst wenn sie wollten, nicht den Arbeitgeber wechseln. Sie haben dem Bericht zufolge Kredite aufgenommen, um neue MLP-Aktien zu kaufen. Als die Banken angesichts des starken Kurseinbruchs des Papiers neue Sicherheiten gefordert hätten, seien MLP Termühlen und Lautenschläger als Bürgen eingesprungen. Die Berater und Termühlen bildeten nun eine Schicksalsgemeinschaft, wird der Kienbaum-Experte zitiert.
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