Frankfurt am Main - Termühlen habe auf einem Geschäftsstellenleitertreffen am Mittwoch mitgeteilt, sein Büro werde abgehört, hieß es am Freitag in Unternehmens- und Beraterkreisen. Termühlen habe dabei die Vermutung geäußert, dahinter steckten Wirtschaftskriminelle oder die Presse. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat bereits bestätigt, dass ein entsprechender Sachverhalt bereits aktenkundig sei. Anzeige sei aber bisher nicht erstattet worden, hieß es.
Die mutmaßliche Abhöraktion würde etwa erklären, warum die MLP-Gewinnwarnung vom 2. August bereits Stunden vorher im Markt bekannt war und zu einem rasanten Absturz der Aktie geführt hatte. Das Papier hatte an diesem Tag zeitweise fast die Hälfte seines Wertes eingebüßt.
Die "Netzeitung" berichtet unter Berufung auf informierte Kreise, dass bei MLP
ein ehemaliger Vertrauter von Termühlen hinter den Abhöraktionen vermutet wird. Dieser soll außerdem in Börsenchats Vertraulichkeiten über den MLP-Chef verbreitet haben.
Unterdessen reißen am Aktienmarkt die Spekulationen um die Zukunft von MLP nicht ab. Zu den anhaltenden Gerüchten um angebliche Bilanzmanipulationen kam zum Wochenschluss noch das Gerücht, die amerikanische Citibank wolle bei den Heidelbergern einsteigen.
Das Anlegermagazin "Platow Brief" berichtete ohne Angaben von Quellen, die Citibank stehe möglicherweise ganz vorn in der Liste der Übernahme-Interessenten für MLP. Bereits 1998 sei ein Konzept entwickelt worden, wonach die Citibank das zunehmend riskante Konsumentenkreditgeschäft auch mit Hilfe von Übernahmen im Bereich der Anlage- und Vermögensberatung deutlich zurückführen wolle. Die Citibank konzentriere sich wie MLP auf mittlere und höhere Einkommen.
MLP wollte zu dem Bericht des "Platow Brief" nicht Stellung nehmen. "Prinzipiell kommentieren wir keine Spekulationen", sagte ein MLP-Sprecher am Freitag auf Anfrage. Die MLP-Aktie kletterte bis zum Nachmittag um rund zwölf Prozent auf knapp 16 Euro.
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