Wirtschaft



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06.09.2002
 

Globalisierung

Der Turnschuh-Zuhälter

Von Carsten Volkery, New York

Manche Turnschuhe gelten längst als Kultobjekte. Marktführer Nike heizt das Sammelfieber durch Sondermodelle in limitierter Auflage bewusst an. Ein Teenager aus Brooklyn beutet diese Marketingstrategie aus – und verdient gutes Geld dabei.

Sneaker-Pimp Eric: Im Kinderzimmer nur ein lieber Junge aus Brooklyn, der vergisst, Getränke anzubieten
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Carsten Volkery

Sneaker-Pimp Eric: Im Kinderzimmer nur ein lieber Junge aus Brooklyn, der vergisst, Getränke anzubieten

New York – Eric Eways hat einen Turnschuhtick, das ist nicht zu übersehen. Sein Zimmer sieht aus wie ein Schuhladen, die Schuhe stehen im Regal, auf dem Boden, auf der Heizung. Nebenan stapeln sich die leeren Kartons, orange und mit dem "Swoosh“-Logo von Nike.

Im Internet nennen sie Eric respektvoll den "Sneaker Pimp“, Turnschuh-Zuhälter. Das klingt taff. In seinem Kinderzimmer in Brooklyn ist er jedoch bloß ein lieber Junge mit Baseballkappe. Er vergisst, etwas zum Trinken anzubieten. Das tut seine Mutter. Der 16-jährige Zwölftklässler daddelt am Computer neben seinem Etagenbett herum und erzählt von seinem Business: "Es ist nicht wirklich arbeiten, weißt du? Ich sitze hier und schreibe E-Mails, rede über Turnschuhe.“ Er denkt kurz nach. "Man könnte es wahrscheinlich Kundenservice nennen.“

Ein Jordan mit Krokodilhaut gefällig?

Ja, könnte man wahrscheinlich. Zusammen mit seinem elf Jahre älteren Geschäftspartner Joe Guerrero betreibt Eric die Website sneakerpimp.com. Auf den ersten Blick ist es ein gewöhnlicher Online-Laden, wo man Turnschuhe kaufen kann. Doch wer genauer hinschaut, stutzt: 400 Dollar für ein Paar? Das sei nicht irgendein Paar, erklärt Eric, sondern "ein Air Force I Taiwan Patent“. Ach so.

Das Lager des Markenfetischisten: Seit der Website-Premiere 1500 Schuhe verkauft
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Carsten Volkery

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Oder wie wäre es mit einem "Jordan 17, low top, mit Krokodilhaut“? Der kostet inzwischen nur noch 500 Dollar – runtergesetzt von 700 Dollar. "Wenn wir als einzige den Schuh haben, müssen wir den Preis setzen“, erklärt Eric. Bei mangelnder Nachfrage erfordert das manchmal Feintuning.

  • 1. Teil: Der Turnschuh-Zuhälter
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