Von Carsten Volkery, New York
New York – Eric Eways hat einen Turnschuhtick, das ist nicht zu übersehen. Sein Zimmer sieht aus wie ein Schuhladen, die Schuhe stehen im Regal, auf dem Boden, auf der Heizung. Nebenan stapeln sich die leeren Kartons, orange und mit dem "Swoosh“-Logo von Nike.
Im Internet nennen sie Eric respektvoll den "Sneaker Pimp“, Turnschuh-Zuhälter. Das klingt taff. In seinem Kinderzimmer in Brooklyn ist er jedoch bloß ein lieber Junge mit Baseballkappe. Er vergisst, etwas zum Trinken anzubieten. Das tut seine Mutter. Der 16-jährige Zwölftklässler daddelt am Computer neben seinem Etagenbett herum und erzählt von seinem Business: "Es ist nicht wirklich arbeiten, weißt du? Ich sitze hier und schreibe E-Mails, rede über Turnschuhe.“ Er denkt kurz nach. "Man könnte es wahrscheinlich Kundenservice nennen.“
Ein Jordan mit Krokodilhaut gefällig?
Ja, könnte man wahrscheinlich. Zusammen mit seinem elf Jahre älteren Geschäftspartner Joe Guerrero betreibt Eric die Website sneakerpimp.com. Auf den ersten Blick ist es ein gewöhnlicher Online-Laden, wo man Turnschuhe kaufen kann. Doch wer genauer hinschaut, stutzt: 400 Dollar für ein Paar? Das sei nicht irgendein Paar, erklärt Eric, sondern "ein Air Force I Taiwan Patent“. Ach so.
Oder wie wäre es mit einem "Jordan 17, low top, mit Krokodilhaut“? Der kostet inzwischen nur noch 500 Dollar – runtergesetzt von 700 Dollar. "Wenn wir als einzige den Schuh haben, müssen wir den Preis setzen“, erklärt Eric. Bei mangelnder Nachfrage erfordert das manchmal Feintuning.
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