Wirtschaft



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19.09.2002
 

MLP-Skandale

Justiz ermittelt gegen Top-Manager

Schon seit Monaten ist MLP immer für ein Skandal oder Gerücht gut - nun ermittelt auch die Staatsanwaltschaft gegen Top-Manager des Finanzdienstleisters. Offenbar haben die Fahnder den Verdacht auf Insider-Geschäfte und Bilanzfälschung.

Firmenzentrale Heidelberg: Und wieder führt die MLP-Aktie die Verliererliste im Dax an
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DPA

Firmenzentrale Heidelberg: Und wieder führt die MLP-Aktie die Verliererliste im Dax an

Heidelberg/Mannheim - Wie der Mannheimer Oberstaatsanwalt Hubert Jobski am Donnerstag mitteilte, ermittelt die Justiz wegen des Verdachts auf Insiderhandel mit MLP-Aktien gegen MLP-Führungskräfte. Nähere Details nannte Jobski zunächst nicht. Einem Bericht des "Focus" zufolge verdächtigen die Fahnder drei namentlich nicht genannte Top-Manager und vier Familienangehörige.

MLP teilte mit, man habe keine Kenntnis von Insidergeschäften führender Manager: "MLP hat großes Interesse an einer Aufklärung des Sachverhaltes und würde - falls sich der Verdacht bestätigen sollte - gegen die betroffenen Personen mit Entschiedenheit vorgehen". Ein Unternehmenssprecher sagte auf Nachfrage, die Namen der verdächtigen Manager seien MLP nicht bekannt.

Unterdessen hat das Bundesamt für Wertpapierhandel bestätigt, es sei bei der Gleichstellung von MLP-Stamm- und Vorzugsaktien am 10. September 2001 zu "auffälligen Handelsabläufen" gekommen. Die Ergebnisse der förmlichen Insideruntersuchung sollen der Staatsanwaltschaft Mannheim zur Verfügung gestellt worden sein.

Der "Focus" berichtet, die Justiz ermittele zudem wegen möglicher Bilanzfälschung gegen den Vorstand. "Wir haben den Verdacht der unrichtigen Darstellung von Geschäftszahlen in den Büchern von MLP", zitiert das Blatt den Oberstaatsanwalt. Ende Juli hatte die Staatsanwaltschaft die MLP-Zentrale durchsucht.

Dabei sollen die Fahnder auch den streng vertraulichen Prüfbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rölfs Partner AG beschlagnahmt haben. Nun prüft die Justiz offenbar, ob eine veränderte Unternehmensfinanzierung, durch die 2001 ein Ertrags- und Liquiditätseffekt von rund 57,6 Millionen Euro entstanden sei, im offiziellen Geschäftsbericht hätte berücksichtigt werden müssen.

Gerüchte, dass eine Sex-Affäre mit der Londonder JPMorgan-Managerin Robin Ann Lawthe ursächlich für die Entlassung des ehemaligen MLP-Vorstands Dorian Simon war, erscheinen mittlerweile zweifelhaft. Simon und Lawthe haben unabhängig voneinander in eidesstattlichen Erklärungen versichert, zu den angegebenen Zeitpunkten keinen Kontakt gehabt zu haben.

Dorian war vor knapp zwei Wochen fristlos entlassen worden. Nach Informationen des SPIEGEL und der "Financial Times Deutschland" soll er enge Kontakte mit den Gegnern des Finanzkonzerns unterhalten haben.

MLP muss sich seit Monaten gegen Angriffe des Anlegermagazins "Börse Online" und von Kleinaktionären wehren, die dem Finanzdienstleister vorwerfen, seine Bilanzen geschönt zu haben. Das hat das Unternehmen wiederholt vehement bestritten. Die MLP-Aktie Chart zeigen führte gegen 13.15 Uhr die Verliererliste im Dax an. Gegenüber dem Vortagesschluss verlor das Papier 7,8 Prozent und notierte bei 10,06 Euro.

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