Bonn - Die Mobilfunktochter T-Mobile International werde zum 30. September den niederländischen Mobilfunkanbieter Ben vollständig übernehmen, teilte das Bonner Unternehmen am Freitag mit. Der Kaufpreis für die restlichen Ben-Anteile von 50 Prozent plus einer Aktie betrage zwei Milliarden Euro. Die Europäische Kommission habe der Transaktion zugestimmt, sagte ein Telekom-Sprecher.
Die Optionen auf die vollständige Übernahme von Ben waren bereits vor zwei Jahren im Vorfeld der niederländischen UMTS-Auktion unter Sihlers geschasstem Vorgänger Ron Sommer vereinbart worden - zu einem Marktpreis, der aus heutiger Sicht vielen Analysten als überzogen erscheint.
Die Telekom zahlt insgesamt 1,7 Milliarden Euro an die beiden Telekommunikationsunternehmen Belgacom und TDC sowie an die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB). Zudem muss sie 300 Millionen Euro an Gesellschafterdarlehen tragen.
Allein für den 14,7-Prozent-Anteil der TDC müssen die Deutschen 500 Millionen Euro ausgeben. Dem dänischen Konzern beschert das nach eigenen Angaben einen Kapitalgewinn von 375 Millionen.
Der Vollzug der Transaktion war nur eine Frage der Zeit: Die Put-Option der drei Ben-Gesellschafter gegenüber der Telekom wäre im ersten Quartal des nächsten Jahres ausgelaufen. Durch den Kauf erhöhen sich die Schulden der Telekom, die Ende Juni bei 64,16 Milliarden Euro lagen, um den Kaufpreis von zwei Milliarden.
Ben ist mit mehr als 1,4 Millionen Kunden die Nummer drei unter den fünf Anbietern auf dem niederländischen Mobilfunkmarkt. Laut T-Mobile hat sich das Unternehmen in den vergangenen Monaten beim Kundenwachstum und in der Servicequalität hervorragend entwickelt. Besonders bei ertragsstarken Vertragskunden habe Ben Marktanteile gewonnen und sei deutlich stärker gewachsen als alle Wettbewerber.
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