London - Jens Puhle, 30, und Heinrich Sawatzki, 41, sagten britischen Zeitungen, sie hätten die ständigen Diskriminierungen und rassistischen Spitzen nicht mehr ertragen. Deshalb hätten sie ihre Jobs hingeworfen, obwohl ihre Zeitverträge verlängert worden wären. Nun wollten sie den US-Konzern Motorola
vor einem Arbeitsgericht verklagen, um die entgangenen Gehälter einzufordern.
Die beiden IT-Berater, die nach Zeitungsangaben über eine Beschäftigungsagentur angestellt waren und 27.000 und 30.000 Pfund im Jahr verdienten, arbeiteten am britischen Motorola-Hauptsitz in Swindon, Wiltshire in der Telefonberatung. Die dortige Polizei ermittele wegen der Vorwürfe, so die Berichte.
Beide Deutsche sagen, sie seien täglich von gleich mehreren Kollegen verhöhnt worden. Es habe zwei regelrechte Anführer gegeben, auch ein Manager habe bei den Attacken mitgemacht. Mehrfache Beschwerden hätten das Verhalten der britischen Kollegen nicht geändert. Fast alle anderen Deutschen, die früher bei Motorola gearbeitet hätten, seien ebenfalls gegangen.
Puhle und Sawatzki sagten der "Times" und dem "Daily Telegraph", ihre britischen Kollegen seien im Stechschritt durch das Büro gelaufen. Sie seien als "fucking Germans" beschimpft worden und hätten sich Hitler-Lieder, Hitler-Parodien und Reden in imitiertem deutschen Akzent anhören müssen. Außerdem seien sie mit Spitznamen wie "Hitler's Henchman" und "Obersturmbannfuhrer" traktiert worden. Als Sawatzki einmal seine Familie in Deutschland besucht habe, sei er gefragt worden, ob er mit der Luftwaffe fliege.
Besonders unerträglich seien die Nazi-Vergleiche während der Fußball-Weltmeisterschaft geworden. Auch als Puhles Vater gestorben sei, hätten die Kollegen ihr Verhalten nicht geändert. Auf Klagen sei nur die Antwort gekommen: "Wenn du hier nicht glücklich bist, dann geh doch." Auch japanische oder französische Kollegen seien Opfer rassistischer Ausfälle geworden.
Ein Motorola-Sprecher sagte der "Times", das Unternehmen nehme alle Beschwerden wegen ungebührlichen Verhaltens am Arbeitsplatz sehr ernst. Ohne weitere Untersuchung könne er sich aber nicht zu dem Fall äußern.
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