Los Angeles - In den USA spielte "Der Schatzplanet" bisher nur 16,6 Millionen Dollar ein. Normalerweise erzielen Disneys Zeichentrickfilme bereits in der ersten Woche nach dem Kinostart um die 30 Millionen Dollar. Die Produktion des aufwändigen Streifens hatte 140 Millionen Dollar verschlungen.
Wie wenig die Zuschauer sich für die Science-Fiction-Version des Stevenson-Klassikers "Die Schatzinsel" interessierten, zeigt die Tatsache, dass der Film kurz vor dem fünf Tage dauernden, traditionell umsatzstarken Thanksgiving-Wochenende anlief. Dennoch blieben die Besucher aus. Ein wesentlicher Grund für den Fehlstart des Disney-Films dürfte die starke Konkurrenz durch "Santa Clause 2" und "Harry Potter" gewesen sein.
Im vierten Quartal des zum 30. September 2002 abgelaufenen Disney-Geschäftsjahres hatte der Konzern den "Schatzplanet" unglücklicherweise bereits im Anlagevermögen der Bilanz eingestellt. Da aber bereits jetzt erkennbar sei, dass der Wert des Films wesentlich niedriger sei als ursprünglich angenommen, habe man eine rückwirkenden Abschreibung vornehmen müssen, so das Unternehmen. Dadurch sinkt Disneys Nettoergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr um 47 Millionen Dollar. Im laufenden ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres werde das Ergebnis wegen des "Schatzplaneten" ebenfalls niedriger ausfallen.
Auch andere Mitglieder der Disney-Familie haben die Erwartungen in diesem Jahr nicht erfüllen können. Die Quoten des Nachrichtensenders ABC blieben über den gesamten Sommer hinweg soweit unter den Erwartungen, dass ABC seinen Werbekunden kostenlose Sendezeit zur Verfügung stellen musste.
Die Disney-Freizeitparks kämpfen mit einem Rückgang der Publikumszahlen. Seit dem 11. September sitzt die Angst vor Terroranschlägen tief, Touristen kommen seltener nach Disneyland und Disney World - ein besonders harter Schlag für das Unternehmen. Schließlich sind die Parks die größte Einkommensquelle des Medienkonzerns und erwirtschafteten im vergangenen Jahr rund 40 Prozent des operativen Gewinns.
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