Chicaco - Selbst die sonst so zahlenverliebt-nüchternen Moderatoren beim US-Börsenssender CNBC konnten sich ein schmutziges Grinsen nicht verkneifen. Dass Bob Brooks, Großaktionär und Aufsichtsratschef von Hooters, sich soeben die Fluglinie Pace Airlines einverleibt hat, gibt Anlass zu wilden Spekulationen und schlüpfrigen Witzen. Manch ein Vielflieger hofft wohl, dass die Restaurantkette (Slogan: "Wunderbar geschmacklos") für das vor allem männliche Publikum ihr Geschäftsmodell künftig auch in luftige Höhe transportiert.
Dabei ist die Menge der konkreten Informationen bisher so dürftig wie die Salatkarte in Brooks' 310 Restaurants. Bekannt ist nur, dass der Investor plant, einen Teil der 17 Pace-Jets für die neue Fluglinie "Hooters Air" zu benutzen. Eine ihrer Haupt-Destinationen soll Myrtle Beach in South Carolina sein, ein Touristenziel, das nicht nur bei Golf-Spielern beliebt ist. Wie viel genau Brooks für den Spaß bezahlt hat, ist unbekannt. Unsicher ist überdies, mit wie vielen Flugzeugen Hooters Air wann genau starten wird.
Sitzt ein Football-Team im Flugzeug ...
Und auch die Frage, die viele bewegt, ist nach Angaben eines Hooters-Managers noch völlig offen - die Frage nämlich, ob die berühmten Hooters Girls mit ihren knappen orangefarbenen Shorts, ihren weißen Eulen-Tops und den meist üppigeren Proportionen künftig auch eine Karrierechance als Stewardess haben werden.
Ganz fern liegt der Gedanke indes nicht. So hat Southwest Airlines, inzwischen die größte Billigfluglinie der USA, seine Flugbegleiterinnen anfangs in Hot Pants zum Dienst antreten lassen und so reichlich Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Hooters Air jedenfalls soll als Charter-Fluglinie für Urlauber starten - und die wären wahrscheinlich schon vor der Ankunft am Strand für optische Genüsse aufgeschlossen. Schon jetzt hat Pace Airlines zudem eine eher männliche Klientel - die Fluglinie spezialisiert sich unter anderem darauf, Football- und Basketball-Mannschaften wie die Dallas Mavericks und die Atlanta Hawks zum Einsatzort zu befördern.
Wie man schnellstmöglich Millionär wird
Für Bob Brooks scheint das Flug-Business selbst, ungeachtet der Stewardessen, einigen Sex Appeal zu besitzen. So hat er bereits zuvor einen Anlauf unternommen, sich und seiner Firma eine Fluglinie einzuverleiben. Allein für die Buchprüfung (Due Diligence) und weitere Übernahmevorbereitungen bei Vanguard Airlines aus Kansas City soll Brooks US-Medienberichten zufolge eine halbe Million Dollar locker gemacht haben. Obwohl Vanguard im Sommer Konkursantrag stellen musste, war der Fluglinie der Möchtegern-Investor wohl doch zu windig - der Verkauf jedenfalls scheiterte.
Ob sich das Investment bei Pace für Brooks auszahlt, bleibt so mehr als zweifelhaft. Der britische Entrepreneur Sir Richard Branson (Virgin Records, Virgin Atlantic) jedenfalls weiß: "Die sicherste Art, Millionär zu werden ist, als Milliardär anzufangen und eine Airline zu kaufen".
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