Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
29.12.2002
 

Europäische Zentralbank

Duisenberg hält Ein-Euro-Schein für möglich

EZB-Präsident Wim Duisenberg hat bestätigt, dass die Notenbank über die Einführung von Ein-Euro-Scheinen nachdenkt. In einem Interview deutete der Niederländer außerdem an, er könne bei Bedarf länger als bisher geplant im Amt bleiben.

Kann sich kleinere Scheine vorstellen: Wim Duisenberg
Zur Großansicht
AP

Kann sich kleinere Scheine vorstellen: Wim Duisenberg

Hamburg - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt die Einführung von 1- und 2-Euro-Banknoten. "Ich habe einen Brief vom italienischen Finanzminister erhalten, der dafür plädiert hat", sagte EZB-Präsident Wim Duisenberg der "Bild am Sonntag". "Wir untersuchen derzeit das Für und Wider dieses Vorschlags. Wir sind grundsätzlich offen dafür."

Die Einführung zusätzlicher Banknoten bedürfte nach Duisenbergs Einschätzung allerdings jahrelanger Vorbereitung. Bislang gibt es sieben Euro-Banknoten in Stückelungen von 5 bis 500 Euro. In den vergangen Wochen hatten mehrere Politiker und Zentralbanker kleiner Scheine gefordert.

Duisenberg steht weiter zur Verfügung

Der EZB-CHef hat seine Bereitschaft erklärt, notfalls länger als geplant im Amt zu bleiben. "Ich würde gern an meinem 68. Geburtstag am 9. Juli aufhören", sagte Duisenberg. "Aber ich bin weiter bereit, im Interesse eines glatten Übergangs etwas länger im Amt zu bleiben." Er habe aber keine Sorge, dass dies notwendig werde.

"Ich gehe vielmehr fest davon aus, dass sich die Regierungen bis dahin auf eine Nachfolge geeinigt haben", sagte Duisenberg. Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Duisenbergs gilt der Chef der französischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet. Gegen ihn soll allerdings am 6. Januar ein Verfahren wegen der Affäre um die Großbank Credit Lyonnais in den 1990-er Jahren beginnen.

SPIEGEL-ONLINE-Entwurf: So ähnlich könnte er aussehen
SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL-ONLINE-Entwurf: So ähnlich könnte er aussehen

Das Verfahren soll bis Mitte Februar dauern. Ein Urteil wird noch lange vor Juli erwartet. Trichet wird eine Mitschuld im Zusammenhang mit Bilanzunregelmäßigkeiten bei Credit Lyonnais vorgeworfen. Trichet war damals als Direktor des Finanzamtes verantwortlich für die Aufsicht der Staatsunternehmen.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP