Hamburg - Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt die Einführung von 1- und 2-Euro-Banknoten. "Ich habe einen Brief vom italienischen Finanzminister erhalten, der dafür plädiert hat", sagte EZB-Präsident Wim Duisenberg der "Bild am Sonntag". "Wir untersuchen derzeit das Für und Wider dieses Vorschlags. Wir sind grundsätzlich offen dafür."
Die Einführung zusätzlicher Banknoten bedürfte nach Duisenbergs Einschätzung allerdings jahrelanger Vorbereitung. Bislang gibt es sieben Euro-Banknoten in Stückelungen von 5 bis 500 Euro. In den vergangen Wochen hatten mehrere Politiker und Zentralbanker kleiner Scheine gefordert.
Duisenberg steht weiter zur Verfügung
Der EZB-CHef hat seine Bereitschaft erklärt, notfalls länger als geplant im Amt zu bleiben. "Ich würde gern an meinem 68. Geburtstag am 9. Juli aufhören", sagte Duisenberg. "Aber ich bin weiter bereit, im Interesse eines glatten Übergangs etwas länger im Amt zu bleiben." Er habe aber keine Sorge, dass dies notwendig werde.
"Ich gehe vielmehr fest davon aus, dass sich die Regierungen bis dahin auf eine Nachfolge geeinigt haben", sagte Duisenberg. Als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge Duisenbergs gilt der Chef der französischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet. Gegen ihn soll allerdings am 6. Januar ein Verfahren wegen der Affäre um die Großbank Credit Lyonnais in den 1990-er Jahren beginnen.
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