Berlin - Die Auswirkungen des diplomatischen Zerwürfnisses zwischen Deutschland und den USA auf die Wirtschaftsbeziehungen sind offenbar höchst unterschiedlich. Während der Bundesbeauftragte für Auslands-Direktinvestitionen, Hilmar Kopper, kein Indiz dafür erkennen kann, dass der Rückgang der Direktinvestitionen auf die Verstimmung der US-Investoren zurückzuführen ist, gibt sich der Präsident des Bundesverbandes des deutschen Groß- und Außenhandels, Anton Börner, deutlich skeptischer.
"Wir haben die berechtigte Sorge, dass zehn Prozent des deutschen Exports in die USA gefährdet sind", sagte Börner gegenüber der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Sollte durch einen solchen Absatzeinbruch die deutsche Exportwirtschaft das geplante Wachstum von 2,8 Prozent unterschreiten, gerate Deutschland in eine Rezession, sagte der Verbandsvertreter.
Angesichts der konjunkturellen Lage in Deutschland sei das Verhalten von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) beim Thema Irak kontraproduktiv, sagte Börner. Derzeit gebe es keine Reserven, wirtschaftliche Einbrüche aufzufangen. Deutschland sollte sich den EU-Ländern anschließen, die sich bereits an die Seite der USA gestellt hätten. "Damit wäre die Gefahr für den deutschen Export von Tisch."
Von einer Belastung der Deutschen Wirtschaft auf Grund der Verärgerung der USA hatten mehrere Wirtschaftsvertreter bereits in den vergangenen Wochen gesprochen. Am Donnerstag hatte allerdings der Bundesbeauftragte für Auslands-Direktinvestitionen, Hilmar Kopper, erklärt, er habe derzeit kein Indiz dafür, dass sich die Verstimmung zwischen Deutschland und den USA im Denken der Investoren niederschlage. Deutschland hat sich im Gegensatz zu den USA strikt gegen ein militärisches Vorgehen im Irak ausgesprochen.
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