London - Der größte europäischen Mobilfunkkonzern Vodafone, die Telekom-Tochter T-Mobile sowie das spanische Unternehmen Telefónica und der zu France Télécom
gehörende Provider Orange wollen gemeinsam eine Bezahlplattform für Handys schaffen. Die Mobile Payment Service Organisation (Arbeitstitel) soll eine entsprechende technische Lösung entwickeln. Dies teilten die Konzerne am Mittwoch in London mit. Der Markenname ist noch unbekannt.
Mit dem System könnten Kunden Einkäufe aller Art fortan per Handy bezahlen. Wenn auch die Details des von Vodafone & Co. angebotenen Systems noch unklar sind, dürfte das Grundprinzip dem früherer Handy-Bezahlsysteme ähneln: Produkte und Dienstleistungen werden mit einer Telefonnummer versehen, die der Kunde mit seinem Handy anwählen kann. Mit dem Anruf wird dem Käufer der fällige Betrag in Rechnung gestellt und mit der nächsten Handy-Rechnung abgebucht.
Bei Anruf Marlboro
Bereits auf der CeBIT im Jahr 2000 wurde ein Getränkeautomat präsentiert, der bei Anruf Softdrinks ausspuckt und den fälligen Betrag in Rechnung stellt. Kleinere Beträge wie Busfahrkarten oder Zigaretten sind ein Bereich, in dem Handy-Bezahlsysteme eingesetzt werden könnten. Das andere große Anwendungsgebiet heißt E-Commerce. Geht es nach den Mobilfunkunternehmen, dann werden Internet-Shopper fortan mit dem Handy statt mit ihrer Kreditkarte bezahlen.
"Die Geschichte der Handyindustrie zeigt, dass die Geschäftserfolge erst mit der Kommunikations-Interaktionsmöglichkeit über die Netzgrenzen hinweg begannen", sagte Tim Jones, Chef der neu gegründeten Allianz. Erst die Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern hätte das rasante Wachstum von SMS in Europa beflügelt. Die Konzerne verweisen auf eine Studie des Marktforschungsinstituts IDC, nach der über 23 Millionen Europäer bis 2005 Reiseprodukte- und Dienstleistungen über ihr Mobiltelefon kaufen werden.
Prinzip Hoffnung
Einer der bisher ambitioniertesten Versuche, ein Handy-Bezahlsystem zu etablieren, war erst vor wenigen Wochen gescheitert. Das deutsche Unternehmen Paybox, hat ein Geschäft weitgehend eingestellt. Insgesamt hatte Paybox lediglich 900.000 Kunden akquirieren können, nur rund ein Drittel galt als aktiv. Und das, obwohl das Projekt von der Deutschen Bank
unterstützt wurde.
Nach Informationen des "Handelsblatts" haben auch mehrere kleinere Wettbewerber wie KPN Mobile, Debitel und mmO2 Interesse an der Mobile Payment Service Organisation bekundet. Auch der zum Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa gehörende UMTS-Anbieter 3 überlege, sich der Allianz anzuschließen.
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