Vorstandschef Rampl kämpft an allen Fronten
Der neue Vorstandschef der HypoVereinsbank, Dieter Rampl, kämpft derzeit an allen Fronten. Nicht genug, dass er die Kapitalmärkte und die Ratingagenturen von seinem Sanierungsprogramm überzeugen muss. Auch intern würden Zweifel an Rampls Kurs laut, berichtet die Zeitung weiter. Es sei keinesfalls sicher, dass der Umbau der zweitgrößten deutschen Bank zum Erfolg führen werde. "Die Situation ist ernst", heißt es dem Bericht zufolge in Aufsichtsratskreisen.
Rampl selbst ist hingegen überzeugt, dass sich die Bank selbst aus der Krise befreien kann. Der Wahlmünchener mit österreichischem Pass fährt einen harten Spar- und Sanierungskurs. Das Institut wird vermutlich weitere 1000 Stellen streichen. Bislang hatte die Bank den Abbau von 9100 Arbeitsplätzen angekündigt. Alle Bonuszahlungen sollen gestrichen werden. Insgesamt wolle Rampl im laufenden Jahr so die Personalkosten um rund 250 Millionen Euro senken.
Die Ratingagenturen im Nacken
In den Büchern der Bank stehen rund 450 Milliarden Euro an Krediten. Rampl will die risikobehafteten Kredite zügig um bis zu 100 Milliarden Euro drücken, um so eine weitere Abstufung durch Ratingagenturen zu verhindern. Ein neues Downgrade durch die Bonitätsprüfer würde die Refinanzierung der Bank deutlich verteuern und die Ertragslage weiter belasten.
Rampl ist zum Erfolg verdammt
Um die angeschlagene Kapitallage der Bank zu verbessern, schließen Analysten deshalb den Verkauf von Töchterunternehmen nicht aus. Der Verkauf der Norisbank könnte der HVB rund 300 Millionen Euro in die Kasse spülen. Auch der Verkauf der Vereins- und Westbank sei im Gespräch, was der HVB rund eine Milliarde Euro einbringen könnte. Doch bislang ist nichts in trockenen Tüchern. Rampl ist zum Erfolg verdammt: Er selbst hat angekündigt, die für die Ratingagenturen so wichtige Kernkapitalquote (Kernkapital zu Risikokapital) von 5,7 Prozent bis Ende des Jahres auf sieben Prozent zu steigern.
Zwar verlautete am Donnerstagvormittag aus Kreisen der HypoVereinsbank, man plane keine Zwangswandelanleihe, die im Ergebnis nichts anderes als eine Kapitalerhöhung ist. Doch der Erfolg des angekündigten Sanierungskurses ist angesichts der angeschlagenen Kapitalmärkte ungewiss. Der Kapitalbedarf der Bank dagegen ist unbestritten.
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