Wirtschaft



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11.03.2003
 

US-Fluglinien

American plant schon für die Insolvenz

Das Management der weltgrößten Fluglinie American Airlines hält eine baldige Pleite anscheinend für sehr wahrscheinlich. Nach US-Medienberichten verhandelt es bereits über einen Milliardenkredit für die Zeit nach dem Konkursantrag.

American-Flugzeuge in Miami: Konkursantrag "eher früher als später"?
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REUTERS

American-Flugzeuge in Miami: Konkursantrag "eher früher als später"?

New York/Fort Worth – Weniger als zwei Dollar ist die Aktie der American-Holding AMR an der New Yorker Börse noch wert, in den vergangenen Tagen hat sich der Abwärtstrend beschleunigt. Allein am Montag verlor der Anteilsschein 16 Prozent, am Dienstag ging es zunächst gar um 20 Prozent abwärts. Zum Vergleich: Vor dem 11. September 2001 wurde die AMR-Aktie immerhin noch für mehr als 30 Dollar gehandelt.

In den kommenden Wochen könnte AMR sogar auf das Niveau eines Pennystocks abrutschen – denn die Anzeichen dafür, dass nach United und US Airways auch American auf die Pleite zusteuert, werden zahlreicher. Bereits am Freitag hat ein Funktionär der Flugbegleiter-Gewerkschaft auf einer Website veröffentlicht, er erwarte einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Konkursrechtes "eher früher als später".

Schnell, schnell vier Milliarden sparen

Nun berichtet die "New York Times", das American-Management um CEO Donald Carty habe vor kurzem Verhandlungen mit Banken begonnen, um sich Kreditzusagen in Höhe von ein bis zwei Milliarden Dollar zu sichern - für den Fall, dass American Konkurs anmeldet. Den größten Teil des Kredites würde vermutlich die Citibank aufbringen. Die Zeitung berief sich auf einen Bankier, der über die Pläne informiert worden sei. AMR und Citibank gaben offiziell keinen Kommentar zu dem Bericht ab.

CEO Carty hat bereits vor Wochen angekündigt, American müsse in diesem Jahr vier Milliarden Dollar Kosten einsparen, um die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Rund die Hälfte dieser Streich-Summe soll durch Einschnitte im Flugnetz und Stellenabbau erreicht werden. Zugleich fordert American aber Lohn- und Leistungssenkungen im Wert von 1,8 Milliarden Dollar von seinen Mitarbeitern und verhandelt darüber mit den Gewerkschaften. Bisher ist kein Kompromiss in Sicht. Die Verhandlungen sollen aber konstruktiver laufen als beim bereits insolventen Konkurrenten United.

Was Citibank mit American verbindet

Carty geht offiziell weiter davon aus, dass sich die Zahlungsunfähigkeit vermeiden lässt. Analysten glauben aber, dass American wegen seiner hohen Abhängigkeit von Internkontinentalflügen besonders unter den Folgen eines Irak-Krieges zu leiden hätte. Die Fluglinie hat im Jahr 2002 insgesamt 3,2 Milliarden Dollar Verluste geschrieben, ein Rekord. Zu Beginn des Jahres beliefen sich die kurzfristig verfügbaren Liquiditätsreserven auf nur noch zwei Milliarden Dollar.

Dass gerade die Citibank, Teil des weltgrößten Finanzkonzerns, mit AMR über die Überbrückungskredite verhandelt, ist kein Zufall. Citi nämlich bietet zusammen mit der Fluglinie eine Kreditkarte an, die wegen ihres hohen Umsatzvolumens als die erfolgreichste der USA gilt. Die American-Karte sei für drei Prozent der Citibank-Gewinne verantwortlich, zitiert die "New York Times" einen Analysten. Falls American dauerhaft am Boden bleiben müsse wie einst PanAm, würde auch Citibank schwer in Mitleidenschaft gezogen werden.

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