Wirtschaft



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05.04.2003
 

Reformvorhaben

Zwickel versucht's mit Zuckerbrot und Peitsche

Der IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel hat Bundeskanzler Gerhard Schröder gegen allzu harte Angriffe seiner Gewerkschaftskollegen in Schutz genommen. Trotzdem bezeichnete er die Reformansätze als Kotau vor den Neoliberalen.

"Wählerschaft versteht den Kanzler nicht mehr": IG-Metall-Chef Zwickel
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"Wählerschaft versteht den Kanzler nicht mehr": IG-Metall-Chef Zwickel

Leipzig - Die Reformpolitik des Kanzlers sei eine tiefe Verbeugung vor neoliberalen Ideologen und Wirtschaftsverbänden, sagte Zwickel gegenüber der "Leipziger Volkszeitung". Der auch von Gewerkschaftsseite erhobene Vorwurf, Schröder zerschlage mit seinen geplanten Reformen den Sozialstaat, treffe aber nicht zu. "Wir haben keine sozialpolitische Revolution", sagte er. Die Gewerkschaften handelten mit ihrem breiten Protest quasi stellvertretend für die enttäuschte Mehrheit der bisherigen SPD-Wähler, hob Zwickel hervor. In der SPD selbst hätten unterschiedliche Auffassungen derzeit keine Stimme. "Wir sind Sprachrohr einer breiten Wählerschaft, die sich im Herbst für die SPD entschieden hat und die Schröder jetzt nicht mehr versteht", sagte Zwickel.

Wenn der Kanzler die größten Bedenken der Gewerkschaften bei der Privatisierung des Krankengeldes, bei der Absenkung der Bezugszeit von Arbeitslosengeld und bei der Angleichung der Arbeitslosenhilfe auf Sozialhilfeniveau nicht aufnehme, werde man den Arbeitnehmern sagen müssen: "Helft uns, zeigt euren Massenprotest bei großen Kundgebungen", drohte der Gewerkschafter.

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